Lausitz - Sorben und Wenden bekommen rund 27 Millionen Euro mehr für Sprache und Kultur

Die Dorfmaedchen tragen traditionelle sorbische (wendische) Festtagstrachten (Foto: dpa/Franke)
dpa-Zentralbild
Audio: Antenne Brandenburg | 20.07.2021 | Gregor Kliem | Bild: dpa-Zentralbild

Für den Erhalt und die Förderung der sorbischen/wendischen Sprache und Kultur in der Lausitz gibt es künftig mehr Geld. Die Ministerpräsidenten von Sachsen und Brandenburg, Michael Kretschmer (CDU) und Dietmar Woidke (SPD), sowie Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) haben dafür am Dienstag das Finanzierungsabkommen der Stiftung für das sorbische Volk unterzeichnet.

Demnach erhalten Sorben und Wenden in der brandenburgischen und sächsischen Lausitz ab sofort bis 2025 jährlich 23,9 Millionen Euro, bisher waren es 18,6 Millionen.

Deutliches politisches Signal

Mit dem Geld sollen mehrere neue Projekte finanziert werden, vor allem im Bereich der Sprachförderung, hieß es. Sprachmotivatoren sollen zum Lernen der sorbischen Sprache anspornen, neue digitale Sprachtechnologien sollen die Anwendung erleichtern.

Es gehe auch um die Stärkung regionaler Identität und sorbisches Marketing. So entsteht in der Niederlausitz eine neue sorbische Kulturakademie für den Nachwuchs. Damit können nach Jahren des spitzen Rechnens dringend notwendige Bereiche ausgebaut werden, sagte Stiftungsdirektor Jan Budar.

Vor allem steigende Tarife und Lohnkosten hatten die Planungssicherheit der Stiftung für das sorbische Volk lange Zeit erschwert. Die Vorsitzende des Sorbenrates im Land Brandenburg, Kathrin Šwjelina, wertet die Steigerung der Förderung als deutliches politisches Signal an die in der Lausitz beheimateten Sorben und Wenden.

Rund 60.000 Angehörige der Minderheit sind hier zu Hause. Die meisten leben in der Region zwischen Bautzen und Cottbus.

12 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 12.

    @ Kim: O.k., dann beschneiden wir wegen der knappen Kassen einfach die Möglichkeiten und Rechte der in Deutschland anerkannten Minderheiten. Wir haben übrigens noch die ebenfalls anerkannten Minderheiten der Friesen, Dänen sowie Sinti und Roma.

  2. 11.

    Wo ist hier Ablehnung von anderer Kultur zu finden? Es geht wohl eher darum, was in Zeiten knapper Kassen und immer größer werdenden politischen Aufgaben zu leisten ist und was nicht.
    Mal sehen woher Brandenburg die Mittel für einen besseren Katastrophenschutz nehmen wird. Ein Kredit, ja den muss ja die nächste Generation abzahlen.

  3. 10.

    Schon klar.
    Das Land Brandenburg steht ja finanziell so gut dar, dass Prioritäten völlig überbewertet sind.
    Dann haben wir in 50 Jahren sorbische Traditionen in einem trockenen Spreewald.
    Tolle Idee!

  4. 9.

    @ Hilmar & Jojo: Ich kann sie ja in Ihrem anklingenden Fremdenhass beruhigen-->auch Sorben und Wenden leben seit dem 6. Jahrhundert hier und somit länger als mancher deutsche. Wat seid ihr nur für Knallköppe.

  5. 8.

    Es kommt immer darauf an was gefragt wurde und wie die Frage gestellt wurde ( Thema Suggestivfragen).

  6. 7.

    > "Na dann fragen Sie mal Ihre Kinder was ihnen wichtiger ist."
    Das habe ich natürlich auch gleich gemacht. Meinen Kindern ist es wichtig, mit verschiedenen Menschen unterschiedlicher Traditionen und Lebenserfahrungen in einer sauberen Umwelt zu leben.

    Alles klar soweit?

  7. 6.

    Hallo, es gibt bestimmt viele Bereiche die ebenfalls finanzielle Mittel benötigen, keine Frage, aber dass für die Erhaltung der Sorbisch/Wendisch´en Kultur entsprechende hohe Mittel in die Hand genommen werden ist sehr beieindruckend.
    Ich persönlich denke, dass es für Brandenburg ein wichtiges Aushängeschild ist. Mann stelle sich mal vor...."Was wäre der Spreewald ohne Sorben und Wenden?".

    Lg Stephan

  8. 5.

    Na dann fragen Sie mal Ihre Kinder was ihnen wichtiger ist.
    Klimaschutz, so dass auch Brandenburg in 50 Jahren noch lebenswert ist, oder Ausgaben für Spachförderung. Die nächste Generation wird mit Verachtung auf die heutige (Landes-) Politik zurück sehen.

  9. 4.

    > "Als wenn es keine anderen und vor allem wichtigere Dinge gäbe..."
    Was??? Dann raus mit Ihnen aus unserem Land Brandenburg! Die Rechte der Sorben und Wenden sind ausdrücklich in unserer Landesverfassung Land Brandenburg (4. Abschnitt) festgelegt! Dazu gehört auch die Finanzierung deren eigenständiger Lebensart.
    Mal zur Nachhilfe hier unsere Landesverfassung:
    https://bravors.brandenburg.de/de/gesetze-212792

    PS: Die Grundlagen der Zusammenarbeit mit Kirchen und Religionsgemeinschaften kommt erst im 7. Abschnitt, weit nach den Sorben / Wenden! Mal so zur Wertigkeit. ;-)

  10. 3.

    > "Brandenburg hat anscheinend Geld wie Heu."
    Ja man staunt immer wieder...

    Wobei... wenn man richtig schaut, sinds pro Jahr rund 5,4 Mio mehr als bisher schon. Was sind schon 5,4 Mio in der heutigen Zeit... Quasi Inflationsausgleich aus den letzten Jahrzehnten, in denen der Beitrag gleich geblieben ist.

    Unnützes Geld ist das dafür eigentlich nicht. Das ist schon ein nettes und einmaliges Völkchen da unten.

  11. 2.

    Sehe ich auch so. Als wenn es keine anderen und vor allem wichtigere Dinge gäbe, die zu fördern wären UND vor allem sinnvoll wesentlich mehr Menschen zugute kommen würde. Noch mehr Schilder mit/in x-sprachen. Wer sich den Sorben zugehörig fühlt würde ich auch alleine organisieren. Verstehe da diese extrem hohen jährlichen Summen nicht. Für mich sinnlos und Verschwendung, sorry!

  12. 1.

    Brandenburg hat anscheinend Geld wie Heu.
    Corona, Wirtschaftskraft, Verkehr, Klima
    alles gelöst!

Nächster Artikel

Bild in groß
Bildunterschrift