Herntier gegen Hanko - Spremberger zu Stichwahl um Bürgermeisteramt aufgerufen

Ortseingangsschild von Spremberg
Audio: Antenne Brandenburg | 07.10.2021 | Josefine Jahn | Bild: rbb/Josefine Jahn

Zur absoluten Mehrheit reichtes es vor zwei Wochen für keinen Kandidaten bei der Bürgermeister-Wahl in Spremberg. Deshalb gibt es am Sonntag die Stichwahl zwischen der parteilosen Amtsinhaberin Christine Herntier und Michael Hanko (AfD).

In ihrem Büro im Rathaus von Spremberg (Spree-Neiße) ist alles wie immer. Bürgermeisterin Christine Herntier (parteilos) hat den Terminkalender voll. Über das Wahlergebnis von vor zwei Wochen habe sie sich gefreut, sagt sie. "Die Mehrheit der Stimmen wurde mit deutlichem Vorsprung erreicht, insofern habe ich mich nicht geärgert und war auch nicht enttäuscht", schildert sie ihre Gefühlslage nach der Wahl vor zwei Wochen. Und sie hatte damit gerechnet, dass es zu einer Stichwahl kommen könnte. Mit einem Ergebnis von 49,7 Prozent hatte sie die absolute Mehrheit knapp verfehlt.

Hanko hatte sich mehr erhofft

Gegenkandidat Michael Hanko, seit 13 Jahren zunächst als parteiloser Stadtverordneter, seit 2019 als Mitglied der AfD-Fraktion politisch aktiv, sagt, dass er sich ein besseres Wahlergebnis erhofft hätte. Denn die Unzufriedenheit in Spremberg sei relativ groß gewesen. Aus seinem Umfeld sei ihm signalisiert worden, man müsse eine Veränderung schaffen und deshalb habe er sich ein bisschen mehr erwartet, so Hanko weiter. Michael Hanko hatte vor zwei Wochen 34,4 Prozent der Stimmen bekommen.

Wahlplakat von Spremberger Bürgermeister-Kandidat Michael Hanko (AfD)
Wahlplakat von Michael Hanko (AfD) | Bild: rbb/Josefine Jahn

Die letzten beiden Wochen seit der Wahl haben Herntier und Hanko genutzt, um die Spremberger zu mobilisieren, am Sonntag noch einmal an die Wahlurne zu gehen. Nach Auffassung von Michael Hanko sind viele angestoßene Projekte in der Stadt zu unüberlegt. Außerdem wolle er das Verhältnis zwischen Verwaltung und Bürgern verbessern, das sei ihm eine Herzensangelegenheit, sagt er. "Sehr viele Abnlehnungsanträge werden nicht richtig begründet oder es wird nicht aufgezeigt, wie der Weg sein könnte, um ans Ziel zu gelangen. Das muss bürgerfreundlicher werden."

Herntier will Spremberg fit für die Zukunft machen

Anders sieht das Christine Herntier. Gerade auf das Miteinander und die Mitsprache der Spremberger schaue sie mit Stolz zurück, sagt sie.

Wahlplakat von Spüremberger Bürgermeister-Kandidatin Christine Herntier (parteilos)
Wahlplakat von Christine Herntier (parteilos) | Bild: rbb/Josefine Jahn

Ihre Agenda für den Fall, dass sie im Amt bleibt: ein Medizinisches Versorgungszentrum und attraktiven Wohnraum schaffen und die Stadt so entwickeln, dass sie fit für die Zukunft und nachhaltig aufgestellt ist.

Vor allem wünsche sie sich, sagt Herntier, dass die Stadt im Durchschnitt wieder jünger werde. Dafür habe sie das deutlich bessere Angebot als ein Kandidat einer "rückwärtsgewandten Partei".

Sendung: Antenne Brandenburg, 07.10.2021, 16.10 Uhr

6 Kommentare

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  1. 6.

    Stimmt wohl was hier zu Frau Herntier geschrieben wurde,leider.
    Ob sich Herr Hanko einen Gefallen getan hat noch 2019 der AfD beizutreten obwohl klar war was das für ein zerstrittener rechtsextremer Haufen ist bleibt abzuwarten.
    Eine Empfehlung Ihn zu wählen ist das gewiss nicht. Mit der AfD will niemand zusammenarbeiten und das ist gut so.

  2. 5.

    Google war schon immer der Garant dafür sich ein klares Bild von Sachverhalten machen zu können.
    Ich gehe davon aus, dass Sie die Kompetenz haben solch komplexe Veränderungsprozesse und deren regionale Bedeutung zu erkennen und voranzutreiben.
    Nur leider ist mir bis dato noch nie der Name Frau Rosenblatt in Verbindung mit jeglichen gesellschaftlichen Errungenschaften bekannt gewesen. Der Name Herntier ist mir allerdings geläufig und Sie hat vieles sichtbar gemacht was vorher keine große Beachtung gefunden hat.

    Mit besten Grüßen,
    Herr K.

  3. 4.

    Da braucht man doch nur ein bißchen zu googeln und da tropfen die hohlen Sprüche der Bürgermeisterin Herntier, parteilos aber von doppelrot gesponsert, aus dem Computer. Vom großen Wurf des Wasserstoff-Kraftwerks bleibt nicht viel übrig, arbeitsmartkpolische Effekte vernachlässigbar, ist bei der Lausitzer Rundschau zu lesen.
    Herntier wirft noch 2020 mit der Nebelkerze: "Aber für die AfD wird Spremberg zur Nagelprobe".
    Warum?
    "Ich bin gespannt, wie sich die Fraktion zum Wasserstoff-Kraftwerk positioniert. Das wird interessant. Lehnt sie eine solche Zukunftstechnologie schon aus Prinzip ab? Oder erkennt sie an, dass es am Ende darum geht, die Energieversorgung zu sichern – und gut bezahlte Arbeitsplätze." (Cicero)

    Und suggeriert, die AfD wäre so dämlich, gut bezahlte Arbeitsplätze abzulehnen.Wie kommt die Dame zu dieser Vermutung? Inzwischen ist klar, ihr Steckenpferd, Wasserstoff-Kraftwerk, ist ein Hirngespinst.

  4. 3.

    Für Spremberg war die bisherige Bürgermeisterin Christine Herntier nicht unbedingt ein Segen. Herntier war stimmberechtigtes Mitglied der von der Merkel-Regierung eingesetzten „Kohlekommission“. Und lobt sich in dieser Funktion ob des angeblichen warmen Subventionsregens über den grünen Klee "Exemplarisch dafür ist in meiner Stadt ein Wasserstoff-Kraftwerk. Das war unsere Idee. Und sie hat Zukunft. "
    „Um die Kumpel mach' ich mir am wenigsten Sorgen“ prahlte Herntier. Sollte sie aber tun. Inzwischen ist das Wasserstoff-Kraftwerk, "unsere Idee" ein ausgewiesener Flop. Altmeier will davon nicht mehr viel wissen. Grund: Die beiden Großanwender Siemens und LEAG sind ausgestiegen, zuviele technische Risiken und wenig Erprobtes, auf das man zurückgreifen könnte. Altmeier kürzte die Subventionen drastisch. Die ZEIT kommentierte "An der Abbruchkante
    , Keiner weiß, wie es jetzt weitergeht".

  5. 2.

    Würde der AfD-Politiker bei einem Erfolg dann sein Landtagsmandat niederlegen oder behält er das? Weil MdL und Bürgermeister (und Ortsbeirat und Mitglied im Kreisrat und...) - das ist doch zeitlich nicht machbar, oder?

  6. 1.

    "Herntier will Spremberg fit für die Zukunft machen", nach dem sie in den vergangenen acht Jahren in selbiger Bürgermeister-Funktion einen Bevölkerungsverlust erreichte.
    Dafür nimmt die von Linken und SPD unterstützte Kandidatin den Mund ziemlich voll mir ihrem "deutlich besseren Angebot als ein Kandidat einer "rückwärtsgewandten Partei"". davor war Herntier Geschäftsführende Gesellschafterin eines Textilunternehmens, was sang- und klanglos pleite ging und sie in der Politik eine Anschlussverwendung fand.
    Bei den letzten Wahlen konnten die "Rückwärtsgewandten" ihre Vormachtstellung in Sprengberg mit 30 % behaupten, Herntier's Unterstützungsparteien kamen auf die Plätze dahinter.

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