Testbohrung zwischen Leibchel und Guhlen (Foto: rbb/Friedrich)
Audio: Antenne Brandenburg | 09.05.2019 | Daniel Friedrich | Bild: rbb/Friedrich

Infobüro für Bürger eröffnet - Ölförderung am Schwielochsee soll in Kürze starten

Das deutsch-kanadische Unternehmen CEP hat in dieser Woche mit den Aufbauten für eine Ölförderung am Schwielochsee (Dahme-Spreewald) begonnen. Vorraussichtlich ab kommender Woche soll über mehrere Tage testweise Öl gefördert und in Tanks aufgefangen werden.

Experten überprüfen dabei, ob die Förderung praktisch funktionieren würde. Sie untersuchen die Eigenschaften des Öls sowie das Fließverhalten. Erst danach wird feststehen, ob sich die Lagerstätte wirtschaftlich erschließen lässt. Und nur dann will das Unternehmen das Genehmigungsverfahren für die Erdölförderung einleiten. Insgesamt benötigt CEP drei Wochen für die Vorbereitung, den eigentlichen Test und den Rückbau der Technik.

Dass mitten im Naherholungsgebiet rund um den Schwielochsee nach Öl und Gas gebohrt werden soll, bereitet allerdings einigen Bürgern Sorgen. Mit den Bedenken will sich das ausführende Unternehmen CEP daher in einem Bürgerbüro beschäftigen. Es ist am Donnerstag in Leibchel in der Gemeinde Märkische Heide eröffnet worden. Dort können sich Anwohner zwei Wochen lang informieren, Fragen stellen oder Kritik äußern.

40 Milliarden Liter Öl

Seit Monaten gibt es gegen die Bohrungen und die geplante Erdölförderung Proteste. Eine Bürgerinitiative hat sich gegründet. Sie befürchtet Schaden für Natur und Umwelt und negative Auswirkrungen auf den Tourismus rund um den Schwielochsee. Zum Thema Sicherheit sagte ein Unternehmensmitarbeiter bei einer Bürgerinfoveranstaltung im Sommer 2018: "Es ist ein geschlossenes System, es kann überhaupt nichts passieren. Es ist total sicher".

Schon seit 2012 wird das Ölfeld am Schwielochsee erkundet. Eine Probebohrung in rund 2.500 Metern Tiefe hatte vor zwei Jahren das dort vermutete Erdölvorkommen bestätigt. Insgesamt rund 40 Milliarden Liter Öl lagern unter Guhlen - einem Ortsteil der Gemeinde Schwielochsee. Allerdings könnte davon nur ein Teil gefördert werden.

Kommentar

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6 Kommentare

  1. 6.

    na, wie immer. Von Luft und Liebe leben ;-)))))))) Es ist immer leichter gegen etwas zu sein, als sich damit auseinanderzusetzen.

  2. 5.

    Alle jammern aber brauchen selber Öl und Gas. Aber nur nicht bei uns???? Dann müsst Ihr aber auch euer Leben danach ausrichten. Ohne geht es nicht. Keiner will Windräder, Atomkraft, Kohle usw. Erklärt mir bitte wie das funktionieren soll?

  3. 4.

    Wenn die Landes- Bundesregierung nur schöne Reden hält und sich nicht für die Erhaltung der Umwelt für späterer Generationen einsetzt - siehe Ölbohrung Guhle, weiß ich nicht, wen ich zukünftig wählen soll ! Bis jetzt hat sich zu diesen Problem noch kein Kanditat positioniert.

  4. 3.

    Leider geht es wieder nur ums Geld u die Politik schaut zu.
    Es gibt bundesweit genügend Beispiele, dass dieses sogenannte „geschlossene System „ nicht funktioniert bzw. nicht kontrolliert wird.
    Und das zu Zeiten, wo sich alles um Klimaschutz dreht.
    Hierbei sieht man recht klar, was wirklich getan wird.

  5. 2.

    Unfassbar, dass so etwas in Zeiten des Klimawandels überhaupt noch möglich ist.

  6. 1.

    Die fossilen Brennstoffe sollte man lieber lassen wo sie sind: unter der Erde.

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