Auf einem Prozent der Seefläche - Leag will auf Cottbuser Ostsee schwimmende Solaranlage bauen

Eine schwimmende Solaranlage (Symbolbild: dpa/Weihrauch)
dpa
Audio: Antenne Brandenburg | 08.06.2021 | Anke Blumenthal | Symbolfoto | Bild: dpa

Der Energiekonzern Leag will auf dem künftigen Cottbuser Ostsee eine schwimmende Photovoltaik-Anlage bauen. Das hat das Unternehmen am Dienstag mitgeteilt [leag.de].

Die Anlage wäre nach eigenen Angaben "das bislang größte in Deutschland realisierte Floating-PV-Projekt." Floating PV bezeichnet Solarmodule, die auf dem Wasser schwimmen. Damit erhielte der größte Bergbaufolgesee Deutschlands laut Leag ein Alleinstellungsmerkmal, das auch im Zuge der Strukturentwicklung in der Lausitz von Bedeutung wäre.

Lage der schwimmenden PV-Anlage auf dem künftigen Cottbuser Ostsee (Grafik: Leag)
Lage der schwimmenden Anlage auf dem künftigen Cottbuser Ostsee (Grafik: Leag) | Bild: Leag

Strom für fast 6.000 Haushalte

Die Anlage soll bis zu 18 Hektar groß werden, also knapp ein Prozent der geplanten Gesamtfläche des Cottbuser Ostsees einnehmen. Damit stünde das Projekt "im Einklang mit den Entwicklungszielen des Bergbaufolgesees in den Bereichen Naherholung, Tourismus und Naturschutz", heißt es von der Leag.

Der schwimmende Stromerzeuger soll unter anderen dafür sorgen, dass das geplante Hafen- und Stadtquartier am See CO2-neutral funktioniert. Die Anlage soll laut Energiekonzern jährlich rund 20.000 Megawattstunden erzeugen. Das würde "rechnerisch ausreichen, um 5.700 Haushalte mit Strom zu versorgen."

Im nächsten Schritt muss die Stadt Cottbus nun einen Bebauungsplan aufstellen. Weil der vorgesehene Bereich noch nicht geflutet ist, könnte die Anlage noch im Trockenen verankert werden. Geplant ist, dass sie 2023 gebaut wird und im gleichen Jahr auch den Betrieb aufnimmt.

Flutung des Ostsees mehrmals unterbrochen

Der Cottbuser Ostsee hat inzwischen über 60 Prozent seiner Füllhöhe erreicht [Stand: 08.06.2021, leag.de]. Im April 2019 wurde der Wasserhahn zum ersten Mal aufgedreht. Die Flutung musste aber immer wieder gestoppt werden, weil wegen der trockenen Sommer nicht genügend Wasser vorhanden war. Das kommt zu rund 80 Prozent aus der Spree, 20 Prozent aus dem Grundwasser.

Der Ostsee entsteht auf dem Gelände des früheren Tagebaus Cottbus-Nord. Die Leag geht davon aus, dass er Mitte der 2020er Jahre fertig geflutet sein wird. Kritiker befürchten, dass von der großen Oberfläche in heißen Sommern Millionen Liter Wasser verdunsten werden.

14 Kommentare

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  1. 14.

    Dazu müsste diese große Umweltsünde (Tagebaurestloch) erst einmal mit Wasser gefüllt werden. Und da Wasser in der Lausitz ja im Überfluss vorhanden ist, sollte das ja kein Problem werden. Die dabei entstehende Schwefelsäure könnte man ja evtl. verkaufen - oder einfach im See belassen - ist dann lustiger beim Baden…
    Lauter tolle Ideen - wie die Idee eines Ostsees…
    Wer Ironie findet, darf sie gern behalten…

  2. 13.

    "kommt in Polen wieder runter" - was sagen denn die Polen dazu? Grüne Lösung: Polen muss für das deutsche Wasser zahlen und die Polen dürfen Rechnungen schreiben, wenn es zu Überflutungen durch Starkregen kommt?

  3. 12.

    Es prasselt ja immer Energiemenge x von der Sonne auf Fläche Y. Die Frage ist also: Was passiert mit der Energie? Im Falle von Solarzellen werden ca. 20% in elektrische Energie umgewandelt, die können dann schon mal nichts mehr aufheizen. Ein anderer Teil wird von der Glasoberfläche der Zellen reflektiert. Ein anderer Teil wird zu Wärme.

    Ähnlich ist es bei Wasser: Ein Teil wird reflektiert, ein anderer Teil wird zu Wärme, wieder ein anderer wird für Photosynthese von Pflanzen/Algen verbraucht.

    "Erwärmtes wasser begünstigt Algenwuchs"

    Algen brauchen vor allem viel Licht und Nährstoffe. Klar darf es auch nicht zu kalt sein, aber im Schatten der Solarpanele werden die deutlich langsamer wachsen als in der Umgebung.

  4. 11.

    Kühle Luft im Uferbereich des Sees hilft Brandenburg reichlich wenig wenn der Spree das Wasser ausgeht und die Wälder sterben weil das Grundwasser weg ist.

  5. 9.

    Die Wolken regnen in der Regel aber in weiter Ferne wieder ab. Das Wasser bleibt nicht in der Lausitz. Wahrscheinlich nichtmal in Brandenburg, sondern kommt frühstens in Polen wieder runter.

  6. 8.

    Noch ein paar Windräder zusammen mir Unterwasserturbinen zur Stromerzeugung mit rinn in die Badewanne dann haben wir das größte Wasserkraftwerk des bisher erforschten und bekannten Universums.

  7. 7.

    Warum dann überhaupt Wasser verschwenden das man woanders gut gebrauchen könnte. Ist es erstmal im See ist es kontaminiert und kann nur über die Verdunstung gereinigt werden. Jahrzehnte später wird sich dann ein ziemlicher Bodensatz ergeben, aehnlich der Salzseen in USA. Schoene Schweinere, nette Renaturierung.

  8. 6.

    Wenn Wasser verdunstet entstehen wolken in denen sich Wasser sammelt, das wieder als Niederschlag runtergeht. Das einzige was dabei passiert, es könnte ein eigenständiges Mikroklima entstehen. Bisschen mehr Regen könnte der Lausitz ja nicht schaden.

  9. 4.

    Ähm, dunkle Platten die auf dem Wasser schwimmen heizen sich doch auf, oder?
    Damit heizt sich doch auch die luft darunter auf?Dadurch erwärmt sich das Wasser welches unter den Pöatten ist. Erwärmtes wasser begünstigt Algenwuchs und verdampft auch schneller? Wenn es schneller verdampft gibts erstmal keine Algen, dann muss nacjgefüllt werden was wiederum verdampft.... oder verdampft das Wasser langsamer wenn keine schwarzen Platten darüber schweben....Mmmhhhh.

  10. 3.

    Gute Idee, Wasser ist der ideale Isolator!

  11. 2.

    Genialer Plan! Bitte auf dem ganzen See. Das verhindert die sinnlose Verdunstung von der Oberfläche.

  12. 1.

    Schöne Sache, da wird wenigestens 1% der Fläche sinnvoll genutzt. Vielleicht kann man das ja noch weiter ausbauen.

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