Diverse Solarparks geplant - Leag darf Landwirtschaftsflächen zur Energieerzeugung nutzen

Blick auf den Solarpark im brandenburgischen Eiche Quelle: dpa/Paul Zinken)
Bild: dpa/Paul Zinken

Der Energiekonzern und Tagebaubetreiber Leag darf auf landwirtschaftlichen Flächen bei Forst und Jänschwalde (Landkreis Spree-Neiße) zukünftig Solaranlagen bauen und betreiben. Am Mittwoch haben Vertreter des Unternehmens und Landwirte dafür den nötigen Vertrag unterschrieben. In den nächsten Jahren sollen nun riesige Solarparks entstehen.

Auf einer stillgelegten Aschedeponie soll demnach ein 40 Megawatt-Solarpark entstehen, außerdem bei Forst der 400 Megawatt starke "Energiepark Bohrau". Dort soll ab 2024 Strom auf einer Fläche von 400 Hektar produziert werden, mit der kleineren Anlage schon ein Jahr früher.

Die Unterzeichnung des Vertrags zwischen Leag und Landwirten (Bild: rbb/Wussmann)
Die Unterzeichnung des Vertrags zwischen Leag und Landwirten | Bild: rbb/Wussmann

Flächen sind heiß begehrt

Die Landwirte erhalten für die Nutzung ihrer Flächen Pacht vom Energieunternehmen. Die Verhandlungen seien zäh gewesen, so Bernd Starick, der Chef der Bauern AG Neißetal. "Wir haben fast ein dreiviertel Jahr daran gearbeitet", sagte er nach dem Vertragsschluss dem rbb.

Laut Starick sind derartige Flächen derzeit begehrt. Vor der Leag habe es bereits andere Interessenten gegeben. Für die Landwirte ist die Pacht eine langfristig gesicherte Einnahme. Die Leag wiederum will nach eigenen Angaben auch nach dem Ende der Braunkohle weiter Strom verkaufen und setzt schon jetzt auf neue Projekte mit erneuerbaren Energien.

So ist auch ein Windpark in Forst-Briesnig geplant. Dort sollen 17 Windkraftanlagen stehen. Der enstprechende Genehmigungsantrag sei bereits beim Landesamt für Umwelt eingereicht worden.

Die Entscheidung, der Leag die Nutzung der Flächen zu ermöglichen, habe sich Starick nicht leicht gemacht. "Wenn man mich vor fünf oder zehn Jahren gefragt hätte, hätte da kein Weg hingeführt. Aber es hat sich vieles verändert", gibt er zu. "Wenn man jetzt Flächen in die Photovoltaiknutzung gibt, heißt es ja nicht, dass sie landwirtschaftlich nicht mehr nutzbar sind", fährt er fort. Beispielsweise grasende Schafe oder Saatgutvermehrung könnte er sich vorstellen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 28.07.2021, 15.30 Uhr

11 Kommentare

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  1. 11.

    Was wollen immer alle mit OpenPetition? Diese haben keine rechtliche Grundlage, dass sich der Petitionsausschuss des Bundestags damit in irgendeiner Form beschäftigen müsste. Dafür gibt es offizielle Wege: https://epetitionen.bundestag.de

  2. 10.

    Gute Idee! Mit leuchtenden Schafen. Schreckt den Wolf ab.

  3. 9.

    bekommen wir die Hingernden garnicht mehr annähernd satt...."
    So lange, wie noch erhebliche Teile der produzierten Lebensmittel in der Tonne landen, so lange scheint mir das kein reales Problem zu sein.

  4. 8.

    400 MW(p?) wäre nach aktuellem Stand sogar das größte Solarkraftwerk in Deutschland. Auf jeden Fall schön zu sehen, dass Flächen wie Aschedeponien so eine sinnvolle Nachnutzung erfahren.

    Natürlich muss man schauen, dass nicht zu viel hochwertiges Agrarland versiegelt wird. Andererseits haben wir offenbar genug Fläche für Energiepflanzen, die pro Hektar einen Bruchteil des Energieertrags einbringen, wo keine Wildwiese wächst, keine Schafe grasen können und wo Monokulturen mit Pestiziden, Insektiziden, Dünger etc. kultiviert werden.

  5. 7.

    Es fühlt sich zumindest wie ein Verbrechen an, aber auch die Polemik von Adrian trifft zu: wir verschwenden bereits Flächen für wenig nachhaltige Energiepflanzen (was übrigens auch in einigen Regionen eine Rettung für die Bauern ist). Es sollte also eher Obergrenzen für Flächennutzungen geben, die unseren Energiehunger stillen. Dann muss sich im Wettbewerb entscheiden, ob für Energiepflanzen oder PV oder ich weiß nicht was noch. Was haltet ihr davon? Ist das eine Openpetion Wert?

  6. 6.

    Deutlich weniger als die äquivalente Fläche PV. Außerdem braucht PV keinen Dünger und keine Pestizide und unter den Panelen können insektenfreundliche Wiesen wachsen.

  7. 5.

    Sollen die endlich jeden Eigentümer von Häusern verpflichten, wer Neu baut oder das Dach saniert muss eine Photovoltaik Anlage daruf installieren. Damit schaffen wir mehr als ständig Agrarfläche mit dem Schei.. zu zubetonieren. Das Schafe hier den Rasen mähen ist kein Ersatz. Ohja wir bekommen Wolle, doch davon kann auch kein Maul gestopft werden.

    Regierung: Sechs, setzen!

  8. 3.

    Auf Renaturierungsflächen des Braunkohleabbaus Photovoltaikanlagen zu schaffen ist akzeptabel.
    Der Landwirtschaft weitere Flächen zur Nahrungsmittelerzeugung zu entziehen und wie es schon in unanständiger Weise geschieht: Der Rückgriff auf Agrarflächen in Ländern des Südens und die Ruinierung der Kleinbauern, grenzt für mich an ein Verbrechen.
    Wer weiterhin zur Landwirtschaft geeignete Flächen dem ausschließlich monetären Ertrag opfert, verstößt gegen die in diesem Jahr erneuerte Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung, um deren Ziele niemand mehr herumkommt.

  9. 2.

    Oder wir benuzten einfach die 2.4 Millionen Hektar die wir in Deutschland heute für "Energiepflanzen" benutzen für PV und decken damit einen großen Teil unsres Energiebedarfs.

  10. 1.

    Tja, mit den immer schärferen Auflagen kann kein Bauer mehr was verdienen und mit Gewinn produzieren. Wenn das in allen Industriestaaten so gehandhabt wird, bekommen wir die Hingernden garnicht mehr annähernd satt....

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