Neuer Lehrstuhl an der BTU Cottbus-Senftenberg - Bund gibt 1,6 Millionen Euro für Forschung zur CO2-Reduzierung in der Industrie

Unipräsidentin Grande begrüßt den Staatssekretär des Brandenburger Wissenschaftsministeriums Dünow (Foto: rbb/Lepsch)
Video: Brandenburg Aktuell | 09.09.2021 | Phillipp Manske | Bild: rbb/Lepsch

Wie können Betriebe, die viel Kohlendioxid ausstoßen, klimafreundlicher werden? Damit wird sich künftig ein neuer Lehrstuhl an der BTU Cottbus-Senftenberg beschäftigen. Für dessen Aufbau zahlt auch der Bund.

Wie energieintensive Industrie klimafreundlicher werden kann, wird technisch unter anderem in Cottbus schon untersucht. Wie Unternehmen solche Neuerungen umsetzen können, wird künftig an der Brandenburgisch-Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) an einem neuen Lehrstuhl für "Dekarbonisierung und Transformation in der Industrie" erforscht.

Dirk Meyer vom Bundesministerium für Umwelt übergibt die Fördermittel an Unipräsidentin Gesine Grande (Foto: rbb/Lepsch)
Dirk Meyer vom Bundesministerium für Umwelt übergibt die Fördermittel an Unipräsidentin Gesine Grande | Bild: rbb/Lepsch

Für den Aufbau hat die Universität am Donnerstag vom Bundesumweltministerium einen Förderbescheid in Höhe von rund 1,6 Millionen Euro erhalten. Die BTU will in diesem Forschungsbereich führend werden.

Gewinne machen - trotz Klimaneutralität

"Deutschland will bis 2045 klimaneutral sein. Das heißt, man muss irgendwie diese CO2-Emissionen runter kriegen - ohne, dass man die Industrie verliert", sagte die Uni-Präsidentin Gesine Grande am Donnerstag dem rbb. In Brandenburg sei man froh über die vorhandene Industrie. Zu den energieintensiven Bereichen gehören die Chemiewirtschaft, die Stahlindustrie aber auch die Zement-, Glas- und Papierherstellung.

Bei dem neuen Lehrstuhl gehe es im Kern darum, wie Industrieprozesse umgestaltet werden können, so dass "Klimaneutralität erreicht werden kann und trotzdem die Unternehmen Gewinne machen und sich entwickeln können", so Grande. Akteure in Unternehmen und der Politik sollen vom Lehrstuhl wissenschaftlich begleitet werden.

Direkt einen neuen Studiengang werde es aber erst mal nicht geben. "Ich glaube, dass wir am meisten profitieren, wenn wir in den Studiengängen, die wir schon haben - in den betriebswirtschaftlichen, in den ingenieurwissenschaftlichen, in den ökonomie- und umweltwissenschaftlichen Studiengängen - dieses Thema zukünftig verankern können", sagte Grande.

Internationale Spitzenstellung am Standort aufbauen

Grande sieht die Förderung durch den Bund als große Chance für die Hochschule, ihr "Profil in der transformativen Forschung zu schärfen und interdisziplinäre wissenschaftliche Vorhaben zur Dekarbonisierung" voranzubringen, wird sie in einer Pressemitteilung der Uni zitiert [b-tu.de].

Die BTU hat laut Forschungs-Vizepräsident Michael Hübner den Anspruch, eine nationale und internationale Spitzenstellung am Standort aufzubauen. "Wir bündeln hier die bundesweite Kompetenz zu diesem wichtigen Thema, das unsere Industrie nachhaltig zu mehr Klimafreundlichkeit und im besten Fall zu Klimaneutralität verändern wird."

Start im kommenden Jahr

Bei der Forschungsarbeit will die Uni unter anderem mit dem Kompetenzzentrum Klimaschutz in energieintensiven Industrien (KEI), der Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geothermie IEG, und dem DLR Institut für CO2-arme Industrieprozesse zusammenarbeiten.

Der neue Lehrstuhl wird frühestens im Jahr 2022 seine Arbeit aufnehmen, sagte eine BTU-Sprecherin dem rbb. Bis Mitte nächsten Jahres sollen die Personalien geklärt sein.

Sendung: Antenne Brandenburg, 09.09.2021, 16:40 Uhr

4 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 4.
    Antwort auf [Gerdi] vom 10.09.2021 um 04:21

    nicht jeder link strotzt vor Intelligenz, aber jedem ist lange vor corona klar, dass ein Auto sich von weniger Rindfleisch ernährt, als ein Radfahrer. Problem: die vielen veganen Radfahrer "versauen" die Rindfleisch-Statistik nach unten.

  2. 3.

    Hier ganz in der Nähe ist ein Riesenloch in der Erde; ausgebaggert; weggesprengt. Da war mal Kalkstein und der stammt z.B. von Muscheln-einst im riesigen Urmeer. Daraus machte man Zement aber auch Branndkalk oder die besten Stücke einfach für Gebäudesockel. Natürlich auch für s Brandenburger Tor. Ja, hier ist Industrie, die heute viel sauberer ist. Aber das CO2 ! Da wird sich was ändern müssen. Insider wissen von den Plänen. Sie dürfen es auch wissen. Einfach lesen.

  3. 2.

    Sie sind ja lustig.
    „Zu den energieintensiven Bereichen gehören die Chemiewirtschaft, die Stahlindustrie aber auch die Zement-, Glas- und Papierherstellung.“
    Nun denken Sie mal kurz nach, gucken sich allein in Brandenburg um und suchen sich die Betriebe in den genannten Branchen heraus. Glas müsste ich kurz suchen zu allem anderen fällt mir adhoc einiges von mindestens bundesweiter Bedeutung ein.

  4. 1.

    Witzbolde !
    Bevor ihr in einer Industrie den CO2-Ausstoß verringern könnt braucht ihr erstmal eine Industrie !
    Was habt`n ihr für eine Vorstellung wovon ihr überhaupt lebt ?

Nächster Artikel

Bild in groß
Bildunterschrift