Warnstreik am Dienstag - Mitarbeiter des Energiekonzerns Leag streiken für mehr Lohn und stoppen Tagebaubetrieb

Di 03.05.22 | 16:22 Uhr
  5
Leag-Mitarbeiter streiken mit mit Bannern vor dem Kraftwerk Schwarze Pumpe (Foto: rbb/Wussmann)
Audio: Antenne Brandenburg | 03.05.2022 | Iris Wussmann | Bild: rbb/Wussmann

Die wirtschaftliche Situation ist angespannt, sagt die Leag und lehnt mehr Lohn ab. Die Gewerkschaft IG BCE bleibt bei ihrer Forderung und hatte nach einer Demonstration in der vergangenen Woche nun zum Warnstreik aufgerufen.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Energiekonzerns Leag haben am Dienstag in den Mittagsstunden gestreikt. Aufgerufen dazu hatte die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) in den stockenden Tarifverhandlungen. Die Tarifkommission hatte am Freitag ein erneuertes Angebot des Arbeitgebers abgelehnt.

Der Streik betraf in Brandenburg zum Beispiel die Hauptverwaltung in Cottbus, den Tagebau und das Kraftwerk Jänschwalde und den Tagebau Welzow Süd (beides Spree-Neiße). Nach Angaben der IG BCE ist der Tagebau in Welzow für zwei Stunden stillgelegt worden.

"Das ist tatsächlich die letzte Warnung, die wir heute aussprechen", sagte Thoralf Smith von der Verhandlungskommission dem rbb am Dienstag. "Es geht dem Unternehmen besser, und davon wollen diejenigen, die daran Anteil haben, auch partizipieren."

Sieben Prozent mehr Lohn gefordert

Die Beschäftigten sind am Montagmorgen mit Flugzetteln über den Warnstreik informiert worden, teilte die IG BCE mit. Ab 13 Uhr waren laut Gewerkschaft alle 7.200 Mitarbeiter an allen Leag-Standorten in der Lausitz für zwei Stunden zum Warnstreik aufgerufen. Am Kraftwerk Schwarze Pumpe (Spree-Neiße) starteten rund 100 Beschäftigte einen Marsch zum Industriepark - mit Rasseln, Transparenten und "einer Menge Wut im Bauch", sagten sie.

Streik am Standort Schwarze Pumpe (Foto: rbb/Wussmann)
Bild: rbb/Wussmann

"Wir sind ein paar Jahre mit Nullrunden ausgekommen", so ein Teilnehmer, "die allgemeine Preissteigerung erreicht natürlich auch irgendwann uns." Man wolle ein Stück vom Gewinn des Unternehmens abhaben. An einer Kundgebung nach dem Marsch nahmen nach Schätzungen einer rbb-Reporterin über 500 Personen teil.

Längerer Streik droht

Die IG BCE fordert sieben Prozent mehr Lohn sowie zwei bezahlte Freistellungstage für Gewerkschaftsmitglieder. Die Leag plant wegen der angespannten wirtschaftlichen Situation auf dem Rohstoff- und Strommarkt eine weitere Nullrunde beim Gehalt und bietet einmalig 600 Euro brutto plus eine Ergebnisbeteiligung an. Wegen der stockenden Tarifverhandlungen fanden bereits Ende April Demonstrationen an allen Leag-Standorten in der Lausitz statt.

Mit einer Einmalzahlung sei es nicht getan, so Reni Richter von der IG BCE am Dienstag. Die Inflation müsse für alle Beschäftigten des Energiekonzerns ausgeglichen werden. Sollte der Energiekonzern Leag in den Tarifverhandlungen nicht ein neues Angebot vorlegen, drohe als nächste Stufe ein 24-Stunden-Streik, kündigte die Gewerkschaft an.

Mit Informationen von Iris Wussmann.

Sendung: Antenne Brandenburg, 03.05.2022, 16:10 Uhr

5 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 5.

    Die Führungsetage(wie in den meisten großen Unternehmen) ist da leider wie unsere Politiker: Den Hals selber nicht voll genug bekommen und den anderen aber ermahnen mit seinem Geld besser zu haushalten.

    Nur weil man für einen Energiekonzern arbeitet, bekommt man den Strom ja nicht umsonst. Das scheinen die eigenen Chefs dieses Unternehmens aber anscheinend nicht zu wissen, oder vergessen zu haben.

  2. 4.

    Ist doch logisch, dass bei vervielfachten Strompreisen (heute 250€/MWh trotz guter PV Einspeisung) das Konzernergebnis besser ausfällt und die Mitarbeiter ihre Tarife angepasst sehen wollen.
    Hatten wir doch schon bei Klinken, Bahn, Lufthansa, Öffentlicher Dienst, etc...aber klar dass in Ihrem Universum nur die Bergleute gierig sind.

  3. 3.

    "Die Leag plant wegen der angespannten wirtschaftlichen Situation auf dem Rohstoff- und Strommarkt eine weitere Nullrunde beim Gehalt"
    Das ist dann die wievielte Nullrunde? - In der Führungsetage?


    Und welche Situation auf dem Rohstoff- und Strommarkt gemeint ist, wäre ja mal interessant.
    Da buddelt jemand wie vorher auch die Kohle aus, verfeuert sie wie seit Jahrzehnten zu Strom und verkauft den noch teurer als jemals zuvor.
    Oder wie wie ist die Steigerung der Einkaufspreis für Strom zu erklären?

  4. 2.

    Was stimmt denn nun? Angeblich die sehr gut bezahlten Arbeitsplätze....oder sind die einfach nur gierig???
    Sicher wird die Heuschrecke in Prag genau beobachten was passiert.

  5. 1.

    Und wie sollen die Mitarbeiter mit ihrer wirtschaftlichen Lage fertig werden. Die Führungsetage kann ja was abgeben.

Nächster Artikel

Bild in groß
Bildunterschrift