Betonfertigteile liegen vor dem zukünftigen Amazon Sortierzentrum in Schönefeld bei Berlin (Quelle: ZB/Bernd Settnik)
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Video: Brandenburg Aktuell | 14.05.2019 | Jacqueline Piwon | Bild: ZB

Neues Sortierzentrum am zukünftigen BER - Amazon feiert Richtfest in Schönefeld

Der Onlineversandhändler Amazon will in Schönefeld (Dahme-Spreewald) im kommenden Herbst ein neues Sortierzentrum eröffnen. 100 Arbeitsplätze sollten dort bis Ende des Jahres entstehen, wie Amazon Deutschland am Dienstag mitteilte.

Pakete aus Europa umverteilen

Der Bürgermeister von Schönefeld, Udo Haase, sieht die Ansiedlung von Logistik als entscheidenden Faktor für einen Erfolg des Hauptstadtflughafens BER an. So könne sich im Umfeld des Flughafens die notwendige Infrastruktur bilden, sagte er am Dienstag beim Richtfest für das Gebäude.

Im neuen etwa 34.000 Quadratmeter großen Sortierzentrum am südöstlichen Rand von Berlin sollen Pakete aus dem europäischem Logistiknetzwerk von Amazon ankommen. Sie werden dann nach Postleitzahlengebieten sortiert und in die Verteilzentren zu den Kunden transportiert.

Anwohner machen gegen Amazon mobil

Mehrere Anwohner und Anwohnerinitiativen warnen allerdings vor der Ansiedlung und den Folgen. Karl Lobit aus einem Nachbarort unterstützt die Bürgerinitiative "Für Kiekebusch" und protestiert vor der Baustelle gegen das Zentrum. Das riesige Amazon Logistikzentrum passe hier nicht her, sagt er: "Unser kleiner Ort Kieckebusch, 200 Einwohner, ist damit überfordert. Wir haben Angst vor diesen Massen an Verkehr. Man sagt hier etwas von 1.000 Lkw pro Tag, sieben Tage die Woche."

Kritisch ist auch Wolfgang Katzer, Gemeindevertreter aus Waltersdorf: "Wir haben hier nebenan erhebliche Verkehrsprobleme, müssen die Straßen ausbauen und umbauen, weil dort alles verstopft ist morgens und abends." Entlastung könnte ein geplanter Autobahnanschluss bringen, aber den gibts bisher nur auf dem Papier.

Sendung: Antenne Brandenburg, 14.05.2019, 14 Uhr

Kommentar

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5 Kommentare

  1. 5.

    Wir haben Angst vor diesen Massen an Verkehr.

    Amazon wird bestimmt eine neue Straße finanzieren, ggf. bei Protesten, Pille palle für den Global-Player. Brieselang ging auch sauber über die Bühne.

  2. 4.

    Tja leider, verstehe das auch nicht, man will immer und überall alles haben, aber nicht vor der eigenen Haustür.
    Ist das selbe mit der Mobilfunkversorgung, man will überall Empfang, aber keine Antenne vor der Tür, obwohl das sogar weniger "strahlt" als wenn die weit entfernt wäre, lol...

  3. 3.

    Sehr deutsch:
    In Amerika gibt es ein Hauen und Stechen darum, wo sich Amazon bitteschön ansiedeln möge; hierzulande zieht man eine Augenbraue in die Diagonale und fässt Investititionen mit spitzen Fingern an.
    Da ich schon lange reger Amazon-Kunde bin, begrüße ich jede entsprechende Weiterentwicklung, sehe aber auch Risiken:
    Wer immer nur expandiert, die innere Struktur (Arbeitsbedingungen, Kundensupport) aber schleifen lässt, riskiert Instabilität.
    Meine Empfehlung an den Amazon-Vorstand wäre:
    Fragt die Kunden ruhig mal "Was wollt ihr?" und antwortet dann nicht nur mit Rundmails.

  4. 2.

    Karl Lobit hat wahrscheinlich noch nicht gehört, dass das Logistikzentrum seine eigene Auf- und Abfahrt bekommt.

  5. 1.

    Eine Anlieferung derWaren per Bahn ist dort anscheind nicht vorgesehen. Ebensowenig der Abtransport.
    Mir soll keiner was von Klimawandel Klimaschutz erzählen alles Fake(?).
    So schlimm kann es nicht sein!

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