Lütke Daldrup geht in Ruhestand - Letzter Arbeitstag für den Mann, der den BER fertigstellte

Archivbild: Engelbert Lütke Daldrup. (Quelle: dpa/P. Pleul)
Video: Brandenburg Aktuell | 30.09.2021 | H. Christ | Bild: dpa/P. Pleul

Gut vier Jahre lang stand Engelbert Lütke Dadrup an der Spitze der Berliner Flughafengesellschaft. Mit der Fertigstellung der BER-Dauerbaustelle schaffte er das, woran viele vor ihm scheiterten. Am Donnerstag hat er seinen letzten Arbeitstag. Von Thomas Rautenberg

Als Engelbert Lütke Daldrup im Frühjahr 2017 das Ruder auf der BER-Baustelle übernahm, waren die Zweifel groß, ob ausgerechnet er der richtige Flughafen-Krisenmanager sein würde. Lütke Daldrup kam mit politischer Vita. Als Staatssekretär und Berliner Flughafenkoordinator hatte er sich bei der Lösung der Airport-Probleme bis dato aber nicht sonderlich hervorgetan.

Doch dann, im Amt, ließ der heute 64-Jährige keinen Zweifel daran, dass er den BER fertigstellen will - so wie er vor Jahren als Leipziger Stadtbau-Chef die Ansiedlung von BMW in der dortigen Region gegen viele Widerstände durchgesetzt hatte. "Ja, wir hatten in den Jahren 2010 bis 2012 eine Situation, dass häufig gebaut worden ist, ohne eine perfekte Planung zu haben. Und am Ende hat man versucht, um jeden Preis das Gebäude fertigzustellen. Das war kein guter Weg", erklärte Lütke Daldrup einmal.

"Das wäre die Tausend-Dollar-Frage"

Unter der Leitung von Lütke Daldrup wurde auf dem BER planmäßig saniert. Die Sprinkler-, Brandmelde- und Entrauchungsanlagen, die Kabeltrassen und die automatischen Türen - alles wurde nach und nach vom TÜV abgenommen. Und immer wieder wurde - auch im Berliner Parlament - die drängende Frage laut, wann das BER-Terminal endlich fertig ist. Und ob es beim Eröffnungstermin Ende Oktober 2020 bleibt.

"Das wäre die Tausend-Dollar-Frage, die man mir gerne stellt. Erstens nach allem, was wir wissen, gehen wir davon aus, dass die Inbetriebnahme sicher ist. Zweitens: Da an dieser Inbetriebnahmesicherung auch Behörden mitwirken müssen, kann ich Ihnen das erst verbindlich sagen, wenn ich die Nutzungsfreigabe des Bauaufsichtsamtes habe", antwortete Lütke Daldrup.

Erfolg im Sog der Corona-Krise untergegangen

Als Flughafenchef ist Lütke Daldrup keinem Konflikt aus dem Weg gegangen, um den Pleiten-BER endlich an den Start zu bringen. Die großen Baufirmen mussten sich neuen Verträgen fügen und sich auf einen Fertigstellungstermin für den BER festlegen lassen.

So hat Lütke Daldrup den BER tatsächlich ans Netz gebracht und ganz nebenbei auch noch Tegel geschlossen. Der große Erfolg ist allerdings im Sog der Corona-Krise untergegangen. Der BER war fertig - und keiner konnte mehr fliegen. "Das führt im Unternehmen dazu, dass wir allein aufgrund der Pandemie etwa 1,6 Milliarden Euro an Einnahmen einbüßen werden", so Lütke Daldrup.

Insgesamt braucht der BER bis 2026 noch einmal 2,4 Milliarden Euro, um wirtschaftlich über die Runden zu kommen. Lütke Daldrup wird diese Diskussion nur noch aus der Ferne betrachten. Er hat am Donnerstag seinen letzten BER-Tag und geht danach auf eigenen Wunsch in den Ruhestand. Aletta von Massenbach trägt künftig die Verantwortung. Lütke Daldrup wünschte seiner Nachfolgerin "für die Zukunft alles Gute".

Sendung: Inforadio, 30.09.2021, 08:50 Uhr

23 Kommentare

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  1. 21.

    Hä? Der Mann hat nur seinen Job gemacht , für den er fürstlich bezahlt wird, er ist deshalb kein Heiliger

  2. 20.

    unser Land braucht keine Verwalter, sondern Leute die den Stillstand (der unfâhigen Beamten) nach vorne bringt
    Der Mann ist zu kosbar um ihn in Rente zu schicken

  3. 18.

    Bei einem 6 stelligen Jahreseinkommen sollte eine private Vorsorge wohl möglich gewesen sein. Außerdem ist er Beamter und erhält eine üppige Pension und nicht so ein paar Peanuts wie die Normalos

  4. 17.

    Falsch! Gilt nur Geborene bis Jahrgang 1964.Alle nach 64 geborene gehen trotz 45 Beitragsjahren mit Abschlägen in den Ruhestand

  5. 16.

    Fully agree! Ist das " Stromschlagthema" mittlerweile gelöst? Das der BER mit seinem roten Wischflatterteppich aussieht wie ein Bau aus der DDR ist ja für die ganzen Billigbomber nicht schlimm, renomierte Fluglinien werden sich dort eh nicht ansiedeln, wie sagte Herr Spohr so schön bei der Eröffnung: Ich wünsche dem BER viel Glück, hahaha. Mit zunehmendem Flugverkehr fliegt denen der Laden eh um die Ohren und weiterer Pfusch kommt ans Licht. Dann wird man den Tatortreiniger ELD dafür verantwortlich machen und weiteres Geld für die Beseitigung der Mängel fordern. ELD ist gegangen, weil er genau das weiß, in der Hinsicht ein kluger Mann

  6. 15.

    Wie fertig, das ist die größte lachnummer. Rolltreppen defekt, keine richtige Lüftung, keine richtige Unterstell Möglichkeit bei Ankunft wenn man abholen läßt, es fehlt die Überdachung im Mittelstreifen,der BER wird nie Geld verdienen, eine Blamage für Deutschland

  7. 13.

    Jetzt wo er das Projekt abgibt, will er sich vielleicht um die Baustelle Wahlen in Berlin kümmern???

  8. 12.

    Das stimmt so nicht...ab 45 Vollzeit-Einzahljahren ohne Abschläge ist möglich ab 63; gilt für wirklich jeden. Mit Abschlägen geht auch früher...
    Eventuell kippt die ungerechte Altersgrenze irgendwann ganz, ab 45 Vollzeit-Einzahljahren und belohnt die Fleißigen und Gebenden unter Berücksichtigung von 1-2 Jahren Kinderbetreuungszeit nach der Geburt, wenn man sich das leisten kann.

  9. 11.

    völlig falsch Ihr polemischer Kommentar. Erstens fällt er noch in den Jahrgang Rente mit 63. Zweitens hat er in seinen Positionen bestimmt auch genug privat vorgesorgt um eventuell auch früher in Rente zu gehen. Das kann übrigens jeder andere auch zwar mit Abzügen aber es geht. Also Hörren sie auf mit der Neiddebatte

  10. 10.

    Upps, wieder was verpasst. Wann wurde er denn fertiggestellt, also komplett?

  11. 9.

    Auch seine Bilanz ist in der Nachbetrachtung schlecht! Er hatte immer eine Ausrede parat, wenn wieder mal was nicht geklappt hat!

  12. 8.

    Solche gestandenen Ingenieure bräuchte Berlin viel mehr.. Alles Gute für die private Zukunft Herr Lütke Daltrup. Und ein großes Dankeschön für Ihren unermüdlichen Einsatz.!!!

  13. 7.

    Wohl dem, der mit knapp 65 in den Ruhestand gehen kann. Bei einem solch harten Job. Hauptsache die Maurer, Dachdecker, Gerüstbauer, Verkäufer.... , natürlich.... Inninen dürfen bis 67 oder länger arbeiten..

  14. 6.

    Man könnte denken, dass Corona extra für den BER geschaffen wurde. Wenn nur eine Handvoll Flieger in Betrieb gehen war die damalige Eröffnung wohl ein Schauspiel.Mich hätte interessiert, wenn Corona nicht wär, wie das geklappt hätte. Meine Prognose wär hier recht düster.

  15. 5.

    Bei aller Kritik der Dauermeckernden, ich zolle Hern Lütke Daldrup Respekt. Respekt bezüglich seiner starken Nerven, diesen Pannen-Airport tatsächlich zur Eröffnung geführt zu haben. Er hatte das schwere Los, das Chaos seiner Vorgänger zu analysieren, zu optimieren und letztendlich zum Erfolg zu führen. Wer derartige Manpower besitzt, diese ganze Scherben die er vorgefunden hat, wieder zu einem Ganzen zu kitten, dem gehört Anerkennung und keine Schmährufe inkompetenter Dauermeckerer. Tegel war ein CITY-Airport und hätte er nicht in Westberlin gestanden, sondern im Osten, wäre er sofort 1990 geschlosen worden, so wie alles was nicht in den westlichen Kram paßte. TXL war irgendwie nice aber letztendlich doch heruntergewirtschaftet und einer Hauptstadt nicht mehr würdig. Liebe Berliner, seid willkommen auf dem BER im Land Brandenburg. Ihr dürft auch eure Taxen mitbringen, denn leider packt es LDS nicht alleine...

  16. 4.

    Welche Insolvenz? Hören Sie doch bitte auf, solche kruden Theorien zu verbreiten. Und Sperenberg? Ich kann vor Lachen gar nicht mehr tippen.
    Der BER wird niemals in die Insolvenz gehen. Aus unterschiedlichen Gründen. Politisch nicht gewollt und auch nicht hinzunehmen, finanziell durch die drei Gesellschafter in einem gemischöffentlichen Unternehmen abgesichert, von der Mehrheit der Bevölkerung gewünscht und getragen, von den wesentlichen Unternehmen der Luftfahrtindustrie akzeptiert und mit Potenzial versehen, von den umgebenden Industrie- und Dienstleistungsunternehmen gefordert...
    Da kann man rumheulen wie man will ;-)

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