Streiks in mehreren Ländern - An diesen Tagen drohen am BER Ausfälle und Verspätungen von Flügen

Mi 22.06.22 | 14:52 Uhr
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Symbolbild: "cancelled" steht auf der Info-Tafel am Flughafen hinter zwei Fügen
Bild: dpa/Paul Zinken

In diesem Sommer könnte es am BER zu diversen Ausfällen und Verspätungen von Flügen kommen. Grund dafür sind auch Streiks bei mehreren Fluggesellschaften in Ländern wie Spanien oder Italien. Streiktermine liegen auch in den Sommerferien.

Das Personal gleich mehrerer Fluggesellschaften hat für die kommenden Wochen Warnstreiks angekündigt. Betroffen sind vor allem die britischen Airlines Easyjet und Ryanair, auch bei der skandinavischen Fluglinie SAS soll die Arbeit teilweise niedergelegt werden.

Maschinen der drei Gesellschaften starten und landen auch am BER - das könnte sich in den kommenden Wochen auf den Flugverkehr in der Region auswirken. Betroffen sind dabei mehrere beliebte Reiseziele.*

Bei Easyjet und Ryanair möchte das Kabinenpersonal mit den Streiks bessere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen durchsetzen. Bei der SAS verfolgen die Kapitäninnen und Kapitäne dasselbe Ziel, Verhandlungen zwischen Pilotenvereinigung und Airline scheiterten vor Kurzem.

Erst diese Woche hatte am BER bereits die Airline Eurowings wegen fehlendem Personal mehrere Flüge streichen müssen.

Streiks bei Ryanair schon am Wochenende

Noch im Juni plant die Kabinencrew von Ryanair die Arbeit niederzulegen. Angekündigt sind derzeit folgende Streiks in mehreren Ländern, vor allem am kommenden Wochenende.

  • Belgien: 24. bis 26. Juni
  • Frankreich: 25. und 26. Juni
  • Italien: 25. Juni
  • Portugal: 24. bis 26. Juni
  • Spanien: 24. bis 26. Juni und 30. Juni bis 2. Juli

An diesem Terminen soll planmäßig jeweils das Personal streiken, das im jeweiligen Land stationiert ist. Die genauen Auswirkungen auf den BER-Flugplan sind deshalb noch nicht abzusehen. Betroffen wären beliebte Reiseziele wie Barcelona, Palma de Mallorca oder Rom.

Easyjet will Flugplan halten - Stand jetzt

Die Kabinencrews von Easyjet streiken im Juli ausschließlich in Spanien. Geplant sind insgesamt neun Streiktage an drei Wochenenden:

  • 1. bis 3. Juli | 15. bis 17. Juli | 29. bis 31. Juli

Stand jetzt gibt sich die britische Airline optimistisch: "Sollte der Arbeitskampf stattfinden, kann es zu Störungen kommen. Aber zum jetzigen Zeitpunkt plant Easyjet, den Flugplan voll durchzuführen", sagte eine Sprecherin des Unternehmens gegenüber der britischen Zeitung "Guardian".

Vom BER aus steuert Easyjet spanische Reiseziele wie Barcelona, Fuerteventura, Malaga und Palma de Mallorca an.

Streikdauer bei SAS unklar

Bei der skandinavischen Fluglinie SAS wollen die Kapitäninnen und Kapitäne ab kommenden Mittwoch, den 29. Juni streiken - Ende offen. Am BER starten und landen SAS-Maschinen in und aus Richtung Kopenhagen und Stockholm.

Flugbranche leidet unter Personalnot

Die angekündigten Streiks fallen in eine Zeit, in der die Flugbranche in Europa ohnehin zu kämpfen hat: Wegen eines anhaltenden Personalmangels kam es bereits am Pfingstwochenende zu vielen Verspätungen und Ausfällen von Flügen. Ein Ende der knappen Personallage ist derzeit nicht absehbar.

In einem NDR-Bericht zum Thema begründet eine Verdi-Sprecherin das damit, dass nicht alle Unternehmen in der Branche das Kurzarbeitsgeld während der Corona-Zeit aufgestockt hätten. Die Menschen könnten sich deshalb nach anderen Jobs umgeschaut haben und wären nun erstmal weg.

* Die genauen Ausfälle und möglichen Verzögerungen an den betreffenden Daten sind bislang nicht kommuniziert worden. Bitte wenden Sie sich rechtzeitig an Ihre Airline, wenn Sie von den Ausfällen oder Störungen betroffen sein könnten.

Sendung: rbb24 Brandenburg aktuell, 01.07.2022, 19:30 Uhr

54 Kommentare

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  1. 54.

    Meine Antworten wurden bisher nicht durchgelassen.

    Ein erneuter Versuch:
    Ich weiß nicht, welches Problem Sie mit Arbeitgebern haben.
    Evtl. mal mit "Empfängern" der staatlichen Corona-Hilfen sprechen oder einmal überlegen, wer z.B. Ihr Krankengeld zahltt oder einfach selber Arbeitgeber werden?

    Hier ist auch ein Beispiel zu Risiken eines Unternehmens
    https://www.rbb24.de/studiocottbus/politik/2022/06/gas-warnstufe-zwei-folgen-tschernitz-industrie.html

  2. 53.

    "Easyjet will Flugplan halten .... ". Lol. Wollen sich gesundschrumpfen, bzw BER erpressen. Auf Kosten der Mitarbeiter. Geschieht ihnen recht wenn sich viel von ihrem Personal krankmeldet.

  3. 52.

    Ja klar, das Risiko. Als würde der AG nicht sofort Hilfe vom Staat bekommen (wie bei Corona um bei Ihrem Beispiel zu bleiben). Das Risiko, ja klar, welches denn? Etwa das Risiko den falschen Firmenwagen zu wählen? Das Risiko für die eigene Kasse falsch abzurechnen?
    Der Arbeitgeber hat als einziges Risiko, dass er so schlecht ist, dass auch er irgendwann mal arbeiten muss. Und das Risiko soll den Unterschied zwischen 40.000 € monatlich brutto und 1800 € monatlich brutto ausmachen? Unmoralisch!

  4. 50.

    Naja, flixtrain gibt es ja auch noch. Nicht dass man das als ernsthafte Alternative sehen kann. Die sind noch unzuverlässiger als die DB. Und an der Bahn kann ich nichts positives sehen. Nach so einer Fahrt braucht man erstmal 2 Tage Urlaub zum Regenerieren. Ja, gut, Umweltaspekte sind ok.

    Und wenn ein Unternehmer lieber ins Ausland will, dann macht er das sowieso. Aber auch da gibt es Inflation. Und auch im Ausland brauchen die Leute auch mehr Geld. Wer ins Ausland geht als Unternehmer zeigt doch nur, dass er sich eingesteht, dass er die deutsche Arbeitnehmer nicht noch weiter ausbeuten konnte. Und auch im Ausland lässt man es sich nicht gefallen, siehe big quit.
    Arbeitsplätze verlieren in D: tja, sind Arbeitsplätze was wert, von denen man nicht leben kann? Sind sie nicht!


  5. 49.

    Es hat sich auch noch nie ein Arbeitgeber tot gearbeitet. Aber deren Löhne steigen immer weiter. Und das auch noch in unermessliche Höhen (die Schere geht weiter auseinander).
    Aber Arbeitgeber verzichten auf nichts, im Gegenteil, die stecken das in die eigene Tasche, was sie einsparen. Das Problem der belasteten Sozialsysteme muss die Politik lösen und nicht der Arbeitnehmer.

    Die Produktionskosten kann man ja kleiner halten, wenn der Arbeitgeber einfach um die Löhne der Arbeitnehmer nicht zu reduzieren, seinen Gewinn reduziert. Aber jetzt kommen Sie mir bestimmt mit "dann können die aber nicht mehr investieren". Tja, warum soll es dem AG besser gehen als dem AN?

  6. 48.

    Trotzdem wird der BER nie ein Drehkreuz werden. Viele andere etablierte Airports sind in unmittelbarer Nähe.

    Außerdem hat sich die Flughafenleitung mit sehr vielen Airlines angelegt. Die Leitung kapiert nicht, dass keine Airline auf den BER angewiesen ist.

    Außerdem sind die Kosten am BER viel zu hoch.

  7. 47.

    Ich glaube schon.

    Die Airlines bestimmen die Preise über das System Angebot und Nachfrage.

    Der BER wird immer ein Zuschussgeschäft bleiben und es wird auch immer mehr geflogen werden. Wenn die Regierung zu sehr reglementiert, fliegt man von Amsterdam, Wien, Zürich ect. Das nachsehen hat dann der deutsche Staat

    Wenn die Preise der Tickets nicht kostendeckend wären, würde sie keine Airline verkaufen.

    Alternative zum Flug gibt's ja nicht wirklich. Die DB ist viel zu teuer, zu unflexibel..

  8. 46.

    Das ist doch in der Hauptsaison und den großen Sommerferien ganz normal. Kann sein, dass das die Menschen während der Corona-Lockdowns vergessen haben. Angebot und Nachfrage ist übrigens der Mechanismus der Preisgestaltung. Bitte, Danke.

  9. 45.

    Nun will aber nicht jeder nur in der näheren Umgebung Urlaub machen, sondern auch weiter entfernte Länder und Kulturen kennenlernen. Oft liegt es jedoch an mangelnden Fremdsprachkenntnissen, aber auch das lässt sich übrigens über einen Online-Sprachkurs lösen!

  10. 44.

    BER ist noch nicht Drehkreuz. Da sich aber immer mehr Unternehmen in der Metropolregion Berlin-Brandenburg ansiedeln wird auch der Standort zukünftig interessanter werden. Erste transatlantische Direktflugverbindungen am BER sind ein erster Hoffnungsschimmer. Übrigens kein Wunder bei jetzt schon ca. 5 Mio. Menschen im Einzugsgebiet, Tendenz steigend!

  11. 43.

    Außerdem durfte ich lernen, dass bei Pauschalreisen die Fluggastrechte noch einmal besser sind. Also wenn man z.B. sein Kreuzfahrtschiff verpasst, wenn es Probleme mit dem Flieger dorthin gibt.

  12. 42.

    das hat sich eh bald erledigt mit der Fliegerei. Lohnt sich also auch nicht mehr zu streiken.
    Unsere super Ampel Regierung wird schon alles dafür tun, dass uns keine Geld mehr in der Tasche bleibt - für Urlaub schon gar nicht

  13. 41.

    "Ich kenne keinen Reiseveranstalter, der pauschies per Billigflug in den Urlaub befördert." Ich habe letzten Monat bei TUI zwei Wochen pauschal für September gebucht. Der Flug ist mit Easyjet, mit allem, was das bedeutet.

  14. 40.

    Anton, kein Arbeitnehmer hat sich bisher tot gearbeitet. Wer gute Leistung erbringt, wird auch gut bezahlt.

    Nur führen immer höhere Löhne zu weitreichenden Problemen.

    Durch die hohen Produktionskosten gibt's fast keine deutschen Werften mehr. Die haben viel zu teuer produziert. Das ist erst der Anfang.

    Dazu kommt noch, dass aufgrund der Alterspyramide und der unkontrollierten Zuwanderung in die Sozialsysteme die Lage die Abgaben und Steuern massiv steigen.

  15. 38.

    Jetzt hat die Bahn das Monopol und behindert andere Mitbewerber schlecht und blockiert sie sogar teilweise.

    Schon mal darüber nachgedacht, dass immer höhere Löhne eine immer höhere Inflation mit sich bringen? Außerdem steigen die Produktionskosten in Deutschland während sie auf dem Weltmarkt fallen. Also lieber Unternehmer ins Ausland treiben und Arbeitsplätze verlieren?

    Die Mitarbeiter der Bahn kennen keinen Service und handeln nicht kundenorientiert.

  16. 37.

    Die Airlines bestimmen die Gebühren? ich glaube nicht. Ich würde es eher befürworten, dass die Gebühren steigen, schon aus ökologischen und gesundheitlichen Gründen. Man darf nicht zulassen, dass es einen Preis-und Gebührenkrieg auf dem Rücken der Anwohner, der Natur und des Klimas gibt. Ich meine, wenn man gebühren usw. senkt, kommt der BER nicht aus den Zahlen, Ticketpreise werden evtl noch günstiger und immer mehr Menschen fliegen durch die Welt. Wenn man die Preise auf ein vernünftiges Maß erhöht, wird sich wohl etwas Normalität einstellen. Es wird "bewusster" geflogen, also nicht mal für 40 Euro oder so. Und der andere Effekt wird sein, dass man dann das reale Passagieraufkommen neu definieren wird. Vielleicht ist ein BER oder Frankfurt dann überdimensioniert?

  17. 36.

    Genauso ist es stimme Ihnen völlig zu. Was hier nicht geht geht wo anders wunderbar.
    Und mit Billigfliegern ist nicht mehr da streikt das Personal immer. Ich buche meine Flüge immer fast ein Jahr im voraus wenn es weit geht. Italien komme ich mit dem Auto hin.
    Ich kann nicht klagen, meine Flüge gingen immer pünktlich.

  18. 35.

    Jette, was spricht gegen pauschal?

    Urlauber sichern Arbeitsplätze und die Konzerne zahlen Steuern.

    Eine Airline, die ausschließlich mit deutschem Personal fliegt, wird es zukünftig auf dem hart umkämpften Markt sehr schwer haben.

    Immer höhere Löhne sind keine Lösung, sondern schaffen immense Probleme. Das zeigt die Lohn Preis Spirale aktuell sehr deutlich. Gewerkschaften sind mit ihren utopischen Forderungen Treiber der Inflation.

    Thai Air bietet immer mehr Flüge ab Europa an.

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