Personalausfälle - Eurowings streicht am BER einzelne Flüge

Di 21.06.22 | 19:35 Uhr
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Ein Flugzeug der Eurowings am Flughafen BER (Quelle: Rainer Keuenhof)
Audio: Antenne Brandenburg | 21.06.2022 | Marcel Heberlein | Bild: Rainer Keuenhof

Die aktuellen Personalengpässe bei der Fluggesellschaft Eurowings haben offenbar auch Auswirkungen auf den Flugplan am BER. Laut der Webseite des Flughafens wurden am Dienstag jeweils drei Ankünfte und Abflüge mit Eurowings gestrichen. Betroffen waren Verbindungen nach Düsseldorf und Stuttgart.

Die Lufthansa-Tochter hat nach eigenen Angaben derzeit mit hohen Krankenständen in Cockpit und Kabine aufgrund von Corona-Infektionen zu kämpfen. Hinzu kommen Engpässe beim Bodenpersonal. Betroffen sind insbesondere die Flughäfen Düsseldorf und Köln-Bonn. Eurowings hatte am Dienstag mitgeteilt, dass die Ausfälle die Personalreserven überträfen und in den kommenden Tagen mit weiteren Ausfällen gerechnet werden müsse.

Corona-Krise wirkt nach

Rund 40 Flüge von täglich rund 500 fielen am Dienstag und Mittwoch aus, ergänzte ein Eurowings-Sprecher laut der Nachrichtenagentur Reuters. "Wir gehen davon aus, die Lage dadurch bis Ende Juni stabilisieren zu können." Kürzlich hieß es, Eurowings werde Hunderte Flüge in Deutschland und Europa im Juli streichen.

Die Einschränkungen bei Eurowings kommen zu einer Zeit, als auch Easyjet angekündigt hatte, von Juni bis August insgesamt etwa 1.000 Verbindung am BER zu streichen. Auch hier wurde deutlich erhöhter Krankenstand als Grund angeführt. Der Billigflieger ist aktuell der größte Anbieter an dem Flughafen. Zudem wurden am Dienstag auch Flüge der KLM und von British Airways von und nach Amsterdam beziehungsweise London gestrichen.

Nach dem massiven Stellenschwund in den vergangenen zwei Jahren, vor allem wegen der Corona-Krise, hält der Personalaufbau mit der starken Nachfrageerholung im Luftverkehr nicht Schritt. Das führt zu Engpässen beim Check-in, Sicherheitskontrollen und Gepäckabfertigung.

Gewerkschaft: Personalknappheit von Fluglinien selbst verschuldet

Die nächste Zerreißprobe steht mit dem Beginn der Sommerferien im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen am kommenden Wochenende bevor. Bundesregierung und Luftfahrtverbände arbeiten an Gegenmaßnahmen. So soll die Sicherheitsfreigabe für Flughafenbeschäftigte beschleunigt oder ausgebildetes Personal aus der Türkei angeheuert werden.

"Der akute Personalmangel ist selbstverschuldet", erklärte der Chef der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit, Stefan Herth. Die Unternehmen hätten die Pandemie als Vorwand genutzt, Stellen abzubauen und Arbeitsbedingungen zu verschlechtern. Jetzt habe die Branche insgesamt für Arbeitnehmer an Attraktivität verloren. Die VC forderte eine konzertierte Aktion, an der neben Politik und Unternehmen auch die Gewerkschaften beteiligt werden, um die Probleme anzugehen.

13 Kommentare

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  1. 13.

    Hauptstadtflughafen...gelacht. Erst konnte die FBB ihr Versagen hinter Corona verstecken, jetzt würde man ja gerne aber kann nicht wegen den bösen Airlines. Glauben Sie diesen Schmarn wirklich?

  2. 12.

    Und froh gewesen, wenn der BER nur die geplanten 2,5 Mrd. gekostet hätte.

  3. 11.

    Lieber Horst, Ihnen nicht zu nahe treten wollend schätze ich Sie ein, dass Sie bereits Ihren Ruhestand genießen. Wenn dem so ist, möchte ich Ihre Vorschläge wie folgt ergänzen: Alle Rentner und Pensionäre werden entsprechend der monetären und nicht real erwirtschafteten Rentenerhöhung eingesetzt, um die fehlenden Arbeitskräfte zu kompensieren. Gerne auch im Bereich des Reisezirkus damit Arbeitnehmer, die Ihre Rente erwirtschaften, 2 Wochen Urlaub im Jahr genießen können. Deal?

  4. 10.

    Herrlich, Ihre Antwort kannte ich schon, bevor diese verfasst wurde. Schöne Argumentation, die Sie da betreiben. Klingt ganz nach: wir sind in der DDR alle ohne Helm gefahren und es ist niemand gestorben. Und ihre wissenschaftlich fundierte Aussage zum Sozialverhalten Ost/West haben Sie selbst durch ihre Antwort widerlegt. Ihren Kopf möchte ich nicht auf den Schultern tragen, engstirnig, vergangenheitsverliebt und objektiviert. Dann machen Sie sich mal schön zum Objekt, das einzig der Arbeit dient. Ick find‘s schön für Sie und für mich, dass meine Kinder Werte und Menschlichkeit erfahren dürfen und etwas bekommen, das keine Arbeit der Welt beschaffen kann: Zeit, Zuwendung, Liebe. Ach so, arbeiten gehen wir trotzdem;)

  5. 9.

    Gehen Sie bitte schnell wieder arbeiten oder reicht dafür ihr Ausbildungsgrad nicht aus? Wir haben Arbeitskräftemangel in Deutschland, da sollte man im Interesse der Volkswirtschaft möglichst schnell wieder seine Arbeitskraft der Allgemeinheit zur Verfügung stellen. Wenn Sie mal gesamtwirtschaftlich denken, war es in der damaligen DDR nicht anders. Wir sind halt heute alle nur zu egoistisch und sehen nur das eigene Wohl, was sich auch sehr gut an der Reaktion der Jugend zum vom Bundespräsidenten vorgeschlagenen verpflichtenden "Sozialen Jahr" ablesen lässt. Aber hey, woher soll es kommen, bei dem Vorbild der Eltern! Sie sollten sich überlegen, was Sie ihren Kindern für ein Vorbild sein wollen...

  6. 8.

    Also wir kommen beide aus der ehemaligen DDR, dort war es -wie in einigen skandinavischen Ländern heute noch- üblich, dass das eigene Kind früh ins Hort ging und die Eltern wieder dem Arbeitsmarkt zur Verfügung standen, weil wir Arbeitskräftemangel hatten! Nun sagen Sie bloß, dass Sie alle Ostdeutschen deswegen "arm dran" seien, ich denke im Sozialverhalten schneiden Ostdeutsche besser ab als Westdeutsche, bei denen die Mütter des Helikopterelternteams komplett Zuhause geblieben ist.

  7. 7.

    Eurowings braucht Vorwände für "ausgelagerte Personalgesellschaften" und hat trotzdem keine Antwort darauf, warum die älteren Piloten über 32 Jahre nicht eingestellt werden, nachdem sie vorher entlassen wurden. Man ahnt, warum das so ist...

  8. 6.

    Natürlich werden Eltern ihre Quälgeister schneller in die Kita stecken, damit Sie schön in den Urlaub fliegen können #ironyoff. Sollten Sie Kinder haben, tun sie mir mehr als leid.

  9. 5.

    Sie sollten sich schämen aufgrund ihres Kommentars. Elterngeld streichen, ja geht's noch?

  10. 4.

    Ich frage mich ja immer, wenn ich vom Personalmangel bei Airlines, Hotel und Gaststätten lese... Wo sind denn all diese Menschen hin? Ein schwarzes Loch? Wurden sie weggebeamt? Nun sollten wir 2 Gruppen für den Arbeitsmarkt kurzfristig reaktivieren: 1. Elterngeldbezieher - Elterngeld sofort streichen, damit die Menschen wieder früher zum Arbeitsplatz zurückkehren. 2. Die Empfänger staatlicher Transferleistungen sollten auch stärker motiviert werden, sich selbst das Geld zu verdienen, also Leistungen kürzen. Nur mit "Motivationserhöhung" bestimmter Personengruppen können wir die vorhandene "Arbeitskraftreserve" in Deutschland motivieren und wir sollten anfangen, diese sehr schnell zu mobilisieren.

  11. 3.

    Da haben Sie aber etwas grundlegend nicht verstanden! Nicht der Flughafen, sondern die AIrlines haben Personalmangel. Das ist übrigens nicht nur in der Metropolregion Berlin-Brandenburg der Fall, sondern bundesweit, wenn nicht sogar weltweit. Wir sind in 2. Generation in Berlin ansässig und sehr froh, dass wir endlich einen Hauptstadtflughafen haben, auch wenn dieser viel früher fertig gestellt hätte sein können. Das Feedback bekommen wir übrigens auch von unseren Gästen, die den BER gut finden und die unter 30 min. mit der Bahn in die Stadt ebenfalls.

  12. 2.

    Hohe Krankenstände beim Kabinen Personal auch wegen Corona? Nanu ! Hatte nicht auch Lufthansa gerade angekündigt, die Maskenpflicht im Flugzeug nicht mehr konsequent durchsetzen zu wollen? Mitarbeiterschutz? Fehlanzeige ! Zahlt sich aber doch manchmal aus!

  13. 1.

    Wenn diese Meldung stimmt, dann Frage ich mich, mann baut einen Großflughafen am falschen Standort und stellt später fest, aber Hallo, wo sind denn die Fachkräfte?
    Es kommen AK von Leihfirmen aus der Türkei. Doch nicht etwa für sicherheitsrelevante Bereiche am BER?
    Eine Posse oder Wahr?
    Schauen ma mal!

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