Fast alle Flüge am BER gestrichen - Diese Rechte haben Flugreisende bei einem Warnstreik

So 12.03.23 | 13:18 Uhr
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Einzelne gestrandete Fluggaeste am leeren Flughafen BER auf Grund des Warnstreik der Gewerkschaft Verdi und allen gestrichenen Fluegen am Flughafen BER am 25.01.2023. (Quelle: dpa/Jens Krick)
Audio: Antenne Brandenburg | 11.03.2023 | Nachrichten | Bild: dpa/Jens Krick

Aufgrund eines Warnstreiks am BER starten am Montag keine Passagierflüge, die meisten ankommenden Flüge sind auch gestrichen. Die Airlines müssen dafür sorgen, dass die Passagiere trotzdem befördert werden. Was Flugreisende wissen sollten.

Wegen eines Warnstreiks des Sicherheitspersonals haben viele Airlines ihre Flüge zum BER-Flughafen an diesem Montag gestrichen. Das ist auf dem Ankunftsplan der Unternehmeswebsite ersichtlich. Am Samstag hatte der Flughafen bereits bekannt gegeben, dass alle rund 200 Abflüge gestrichen werden. Betroffen davon seien etwa 27.000 Passagiere, hieß es.

Das sagen die Airlines

Die Lufthansa teilte auf der Website mit, dass es den ganzen Tag über Verspätungen und Streichungen bei Flügen zum BER geben könne. Flugreisende, deren Flug ausfällt, würden kostenlos auf einen anderen Flug umgebucht oder könnten ihr Ticket ebenfall kostenlos in ein Ticket der Deutschen Bahn umtauschen.

Die Fluggesellschaft Eurowings schreibt online, dass wegen des Streiks "mit massiven Beeinträchtigungen des Flugbetriebs und einer erheblichen Anzahl an Flugausfällen zu rechnen ist". Auch hier seien kostenlose Umbuchungen und Stornierungen möglich, wenn der Flug ausfällt.

Easyjet, eine große Fluggesellschaft am BER, hat auf der Webseite des Unternehmens zwar noch keine Auskünfte zum Warnstreik, derzeit sind aber keine Flüge vom BER aus für Montag buchbar.

Ryanair kündigte online an, dass die Kunden per Email oder SMS über Veränderungen bei ihren Flügen informiert würden.

Airline muss Ersatzbeförderung ermöglichen

Fällt der gebuchte Flug aus, muss die Airline eine Ersatzbeförderung ermöglichen – egal, ob via Flugzeug, Bahn, Bus oder Mietwagen. Sie muss "zumutbar und verhältnismäßig" sein, konkretisierte Klaus El-Khechen von der Verbraucherzentrale im Gespräch mit rbb|24. Kann die Airline die Ersatzbeförderung nicht realisieren, muss das Geld für das Flugticket komplett erstattet werden.

Normalerweise müssen Airlines bei Verspätungen 250 Euro und mehr zahlen. Der Streik am BER aber werde vom Gesetzgeber als "außergewöhnlicher Umstand" angesehen, so El-Khechen; für den Streik könnten die Airlines nichts. Daher müssten sie in dem Fall bei "einigen Stunden Verspätung" auch keinen Schadensersatz zahlen. "Die Passagiere müssen sich an die jeweilige Airline wenden und auf einen Ersatzflug warten. Auch wenn es länger dauern kann", so El-Khechen weiter. Wenn der Passagier aber mehrere Tage warten muss, bis er befördert wird, muss die Airline Schadensersatz zahlen.

Wenn eine Pauschalreise gebucht wurde, ist nicht die Airline der Ansprechpartner, sondern der Reiseveranstalter.

Passagiere haben Recht auf Betreuungsleistungen

Wenn es bei der Airline bzw. beim Reiseveranstalter keinen Ansprechpartner gibt, sollte der Passagier zumindest eine Mail schreiben und so seinen Fall dokumentieren. Bucht der Fluggast danach auf eigene Faust um, sollten in jedem Fall die entsprechenden Belege aufbewahrt werden. "Auch im Nachgang der Reise kann man den Anspruch gegenüber der Airline oder dem Reiseveranstalter geltend machen", so El-Khechen.

Am Flughafen haben Passagiere bei "erheblicher Verspätung" auch das Recht auf Betreuungsleistungen. "Diese sollte man ganz gezielt erfragen", so El-Khechen: "Die Airlines sind in der Regel vorbereitet und verteilen Gutscheine für Essen und Getränke." Sollte sie das nicht tun, müssen die entsprechenden Belege für die Verköstigung aufbewahrt werden. Auch diese Kosten kann man sich im Nachgang erstatten lassen.

Streik auch in Hamburg, Hannover und Bremen

Die Gewerkschaft Verdi hat für Montag zum Warnstreik am Flughafen BER aufgerufen. Zum Streik aufgerufen sind Beschäftigte im Luftsicherheitsbereich, der Fluggastkontrolle sowie der Personal- und Warenkontrolle.

Grund für den Streikaufruf sind laut Gewerkschaft die bisher ergebnislos verlaufenden Tarifverhandlungen. Verdi fordert vom Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) die Zeitzuschläge für Nacht-, Wochenend- und Feiertagsarbeit zu erhöhen sowie eine bessere tarifliche Regelung um Überstunden zu entlohnen.

Neben den Beschäftigten des BER hat Verdi auch die Mitarbeiter der Flughäfen in Hamburg, Hannover und Bremen zum Streik aufgerufen.

 

Hinweis: Dieser Beitrag wurde im Rahmen des letzten Warnstreiks am BER Ende Januar erstmals veröffentlicht.

Sendung: Antenne Brandenburg, 12.03.2023, 18:00 Uhr

25 Kommentare

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  1. 25.

    Ob gestreikt wird, das bestimmen die Mitglieder, per Abstimmung.
    Für die Gewerkschaftsorganisation bedeuten ein Streik mehr Arbeit und Geldausgaben aus der Gewerkschaftsstreikkasse an die Streikenden, als Lohnersatz für das fehlen am Arbeitsplatz

  2. 24.

    An Fini 1
    Sie haben recht, sie müssen dann aber auch mit den Konsequenzen leben, wenn alle anderen Streiken. Sind diese Streiks nützlich, ich glaube eher nicht, da ja alle anderen nachziehen.
    Es ist wie in ein Hamsterrad. Die Gewerkschaften sollten etwas ruhiger agieren, denn wir sind nicht allein auf der sehr unruhigen Welt. Die Nutznießer sind die Gewerkschaften selbst mit ihren großen Verwaltungen.




  3. 23.

    Genau so ist es
    Da denken viele nicht daran
    Nur auf die eigenen Vorteile und Annehmlichkeiten bedacht, aber wehe die sind darin beschnitten

  4. 22.

    Denken Sie bitte noch einmal genau über Ihren Kommentar nach. Wenn alle Mitarbeiter/innen an Flughäfen Ihrem Vorschlag folgten, arbeitete dort vielleicht niemand mehr. Also können Sie auch nicht fliegen. Und wenn Gewerkschaftsmitglieder nicht all unsere Annehmlichkeiten erkämpft hätten (ordentlich Löhne, mehr Urlaub, Lohnfortzahlung, 5-Tage-38-Stunden-Woche etc), würden Sie im Urlaub mit dem Fahrrad an den Wannsee fahren, weil Sie eine Flugreise gar nicht bezahlen könnten.

  5. 21.

    Lernt man kennen.
    Aus den ehemaligen Sowjetrepubliken vor Jahren ausgewanderte Deutsche, Bulgaren, Berliner, Mecklenburger und Sachsen sind in unserer Sparte friedlich nebeneinander und feiern gemeinsam wenn ab und an mal eine Feierlichkeit ansteht.
    Wir hatten auch schon Gartenfeste mit dem Thema Bulgarien mit deren Kultur und Essen.

  6. 20.

    Lernt man dort auch andere Kulturen kennen oder sind es am Wochenende immer Klaus, Pit und Hein, die dich pünktlich um 15.00 Uhr zu Umtrunk und Nackensteak rufen???

  7. 19.

    Vielleicht mal nachdenken und dabei Orthografie und Lesen lernen. Was kann der Flughafen für den Streik?

  8. 18.

    So sehe ich das auch. Corona, Energie- und Preiskrise, dazu der Mindestlohn. Wievielen kleinen Betrieben bricht das Genick. Und die Leute die schon nicht die schlechtesten Gehälter bekommen, die schreien ständig nach mehr Geld

  9. 17.

    Zum Glück steht es auch jedem Arbeiter zu, zu streiken. Und ohne Gewerkschaften wäre die Ausbeutung noch krasser.

  10. 16.

    wenn ich es richtig sehe, ist am Montag alles dicht und dann wieder am 27. März !
    Ich glaube bis Pfingsten hat sich alles wieder eingeregelt. Ich finde es einfach ,,besser " wenn 1x richtig gestreikt wird und nicht immer Klecker Klecker.
    Jeder will mehr Geld und es gibt keine Zeit wo ein Streik mit weh tut

  11. 15.

    Die Verantwortung liegt bei der Arbeigeberseite, die nicht gewillt ist ein annehmbares Angebot der Arbeitnehmerseite zu unterbreiten, in solchen Fällen bleibt nur der rechtmäßige Streik als Druckmittel
    Auch Arbeitnehmer haben Rechte!

  12. 14.

    Einmal mit der Fliegerei versucht und dem absolut nichts abgewonnen.
    Dafür ist mir jeder Cent zu schade.
    Habe jetzt einen ca. 10 km entfernten Garten am See mit Auto, Bus und Bahnanbindung, auch gibt es einen gut ausgebauten Fahrradweg.
    Dort habe ich Freizeit, Erholung und durch die Gartenarbeit bedingt, sportlichen Ausgleich.

  13. 13.

    Wenn die Streikenden sich so mies behandelt und unterbezahlt fühlen, steht es doch einem jeden Arbeitnehmer frei, sich anderweitig nach einem besseren Job umzuschauen; Angebote gibt es doch derzeit. Das wäre doch mal die richtige Konsequenz. Das was hier geschieht ist einfach nur feige und dient der Daseinsberechtigung der Gewerkschaft.

  14. 12.

    Nach Bekanntwerden des Streikes von selbst ersatzweise auf Dresden ausgewichen, der Flieger kam zur selben Zeit in Frankfurt an wie der geplante aus Berlin, aber Koffer weiterleiten ging angeblich nicht - Condor verweigerte den Checkin, obwohl der Flieger noch fast eine Stunde am Gate stand. Service und Kundennähe? Fremdwörter! Die zwei Jahre Corona-Krise scheinen für einige nicht gereicht zu haben! Macht aus dem dämlichen BER ein Hallenbad, eine Schubkarrenwerkstatt oder was auch immer und beendet diese Farce von "Flughafen"....

  15. 11.

    Es wird Zeit, dass den Gewerkschaften die Hörner gestutzt werden.

    Immer höhere Löhne sind keine Lösung, denn dadurch steigen Preise und Inflation.

    Da die Mehrkosten nicht auf die Airlines umgelegt werden können, wird dieser Streikrunde wohl ein Stellenabbau folgen. Das ist okay.

    Die Mitarbeiter dort verdienen schon gut. Leider hinkt die Automatisierung hinterher.

    Andere Airports profitieren von diesem Streik und die Mitarbeiter des BER sägen an dem Ast, auf dem sie sitzen

  16. 10.

    Ein Glück, das Flughäfen keine kritische Infrastruktur sind.

  17. 9.

    Unser Flug wurde auch gestrichen. Wir fliegen nun einen Tag später,müssen in Zürich übernachten und erst am Freitag geht es weiter zum Zielort.Trotzdem verstehe ich,dass gestreikt wird und free mich,dass der Urlaub am Freitag beginnt.Auch wenn 2 Tage verloren sind .Sie möchten doch sicher auch mehr Geld erhalten oder ist es Ihnen egal,dass alles teurer wird?

  18. 8.

    Wenn der Urlaub zu Ende geht und ich weiß das ich verspätet in Dresden lande um nach Mitternacht mit dem Bus am BER ankomme, dann keine Taxen mehr da sind, könnte ich kotzen. Ich würde den Flughafen endlich schließen und rate jedem von wo anders zu starten und ich hoffe das die Vermieter der Streikenden dann auch die Miete hochziehen, ach nee das wäre ja dann schlimm. Hier ist jeder Verhältnismäßigkeit verloren gegangen.

  19. 7.

    Falsch.

    Verantwortung liegt bei den Streikenden, denn die sind direkt für die Unannehmlichkeiten der reisenden zuständig.

  20. 6.

    Das nennt man Arbeitskampf! Und egal ob das aus pers. Gründen für einige jetzt unpassend ist - ein Streik muss wehtun! Also nicht bei den Streikenden beschweren, sondern bei den entsprechenden Arbeitgebern!
    Die Linke zur Faust!

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