Ausgrabungen mit Arbeitern (Quelle: Stadt Cottbus)

Archäologen machen einmaligen Fund - Ziegelbrennofen aus dem Mittelalter in Cottbus entdeckt

Archäologen haben am Cottbuser Spreeufer einen besonderen Fund gemacht: Den  außerordentlich gut erhaltenen Teil eines Ziegelbrennofens aus dem 14./15. Jahrhundert.  Für die Experten ist vor allem die Lage des Ofens innerhalb der Stadtmauer ungewöhnlich. Normalerweise wurden solche Öfen wegen der akuten Brandgefahr außerhalb von Siedlungen errichtet.

Der Ofen wurde aus Lehm und ungebrannten Ziegeln errichtet, die Wände sind noch bis in eine Höhe von 1,60 Meter erhalten.

Der Fund muss schnell gesichert werden

Damit Ziegel zu brennen war damit eine aufwändige Angelegenheit, so die Spezialisten vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege. Allein das Anheizen bis auf 1000 Grad Celsius habe eine Woche gedauert. Danach musste Tag und Nacht das Holzfeuer in Gang gehalten werden und anschließend der Ofen langsam abkühlen. Erst danach konnten die Ziegel vorsichtig heraus genommen werden. 

Sie waren kostbares Gut: In Cottbus und anderen Städten der Region wurden damit Kirchen, Rathäuser und Befestigungsanlagen gebaut.

Die Archäologen sehen hier einen Zusammenhang. Möglicherweise wurde der Ofen direkt an der Stadtmauer erbaut, um Ziegel für deren Ausbesserung herzustellen. Bei einem kriegerischen Angriff der Hussiten war die Mauer beschädigt worden. 

Jetzt muss der außergewöhnliche Fund gesichert werden, denn an dieser Stelle soll ein Wohn- und Geschäftshaus errichtet werden. Die Ausgrabungen dauern noch bis Anfang Juli.

Sendung: Antenne Brandenburg, 27.06.2018, 6.30 Uhr

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 2.

    Was für ein dummes Geschwätz! Sie sind ein Beispiel dafür, welche Wirkung der Trommelwirbel der Medien erzeugt, wenn er unreflektiert und einseitig wahrgenommen wird. Hier finden keineswegs "immer" Messerstechereien statt und wenn die Stadt das Land dazu bringt/ zwingt, gemeinsam den Gesetzen Geltung zu verschaffen, ist das eher eine gute Botschaft. Das Einhalten von Regeln nicht nur anzumahnen sondern auch konsequent durchzusetzen und gleichzeitig Kommunikation, Offenheit und Empathie an den Tag zu legen, scheint mir ein besserer Weg zu sein als Augen verschließen, Resignation oder Hass.

  2. 1.

    Mal eine gute Nachricht aus Cottbus.
    nicht immer Schlägereien, Messerstechereien, Asylanten, Einheimische, eine mit den Problemen überforderte Stadt Cottbus.

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