Archiv - Evan Christ dirigiert das Philharmonische Orchester des Staatstheaters Cottbus. (Bild: imago/Rainer Weisflog)
Audio: Antenne Brandenburg | 02.07.2018 | Reporterin Anke Blumenthal im Studiogespräch | Bild: imago/Rainer Weisflog

Streit um Kündigung des Generalmusikdirektors - Staatstheater Cottbus und Christ einigen sich vorerst nicht

Das Staatstheater Cottbus und sein Generalmusikdirektor Evan Christ haben in der Güteverhandlung zu ihrem Kündigungsstreit keine Einigung erzielt. Die Parteien kündigten am Montag vor dem Arbeitsgericht Cottbus aber an, zu einem möglichen Vergleich im Gespräch zu bleiben. Eine Güteverhandlung hat den Zweck einer einvernehmlichen Lösung.

Christ hatte die Kündigungsschutzklage gegen seinen Arbeitgeber, die Brandenburgische Kulturstiftung Cottbus-Frankfurt (Oder), eingereicht. Er will sich dagegen wehren, dass er nach Kritik aus dem Ensemble an dessen Führungsstil gehen soll. Die Vorwürfe drehen sich zum Beispiel um cholerische Ausfälle. Sein Vertrag läuft eigentlich noch bis zum Jahr 2024.

Ein Jahresgehalt oder fünf?

Christ betonte vor Gericht, dass er keinen Grund sehe, mit der Arbeit aufzuhören. Er sagte auch: "Ich war die ganze Zeit dafür, eine Mediation zu machen." Seine Anwältin betonte, dass die Vorwürfe gegen Christ teilweise widersprüchlich seien.

Der Krach an Brandenburgs einzigem Staatstheater hatte auch zur Folge, dass Intendant Martin Schüler zum Ende der Spielzeit aufhören wird und dass der Theater-Stiftungschef Martin Roeder eine fristlose Kündigung erhielt.

Der Anwalt der Kulturstiftung machte hingegen klar, dass er sich eine Weiterarbeit Christs an dem Haus nicht vorstellen könne. Er sei vielmehr dafür, am Ende eine Sprachregelung zu finden, die auch Christ nicht beschädige. Als Vergleichssumme brachte er ein Jahresgehalt ins Spiel. Die Gegenseite will fünf. Wie hoch ein Jahresgehalt ist, blieb unklar.

Die Richterin gab die Einschätzung ab, dass es nicht unter zwei Jahresgehältern sein sollte. Der Anwalt der Stiftung will nun nach eigenen Angaben beim Vorstand dafür werben. Christ sagte zugleich: "Zwei Jahre auf keinen Fall. Das wäre mir zu wenig."

Man will im Gespräch bleiben

Die Parteien vereinbarten, weiter im Gespräch zu bleiben. Einen nächsten Gerichtstermin in der Sache werde es nur auf Antrag der Parteien geben, hieß es vom Arbeitsgericht. Es beabsichtigt auch, nach Zuarbeit der Parteien einen Vergleichsvorschlag zur Beilegung des Streits zu machen.

Eine schnelle Einigung wird derzeit auch deshalb verhindert, weil der Anwalt der Stiftung eine Rechtsweg-Rüge eingereicht hatte. Es soll dabei geklärt werden, ob der Fall überhaupt vor einem Arbeitsgericht zu verhandeln ist. Im Kern geht es um die Frage, ob Christs Arbeit als selbstständige Tätigkeit oder als eine Arbeitnehmer-Stellung einzustufen ist.

In den nächsten Wochen soll nun die Stiftungsseite entscheiden, ob sie die Rüge zurücknimmt. Ansonsten müsste das Gericht erst darüber entscheiden und erst dann könnte der eigentliche Zivilstreit weitergeführt werden.

Sendung: Brandenburg aktuell, 02.07.2018, 19:30 Uhr

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