Stephan Märki
Video: Brandenburg Aktuell | 17.04.2019 | Sascha Erler | Bild: dpa-Zentralbild

Staatstheater Cottbus - Schweizer Stephan Märki wird neuer Intendant in Cottbus

Das Cottbuser Staatstheater bekommt einen neuen Intendanten: den Schweizer Stephan Märki. Er ist vom Rat der Brandenburgischen Kulturstiftung einstimmig gewählt worden. Die Neuwahl wurde nötig, weil der alte Intendant nach Personalquerelen gegangen war.

Die Suche ist beendet, das Staatstheater Cottbus bekommt einen neuen Intendanten und Operndirektor: Unter etwa 30 Bewerbern konnte sich ein Schweizer durchsetzen, der 64-jährige Stephan Amadeus Märki. Wie der Stiftungsrates der Brandenburgischen Kulturstiftung Cottbus-Frankfurt (Oder) am Mittwoch bekanntgab, wurde Märki nach dreistündiger Beratung einstimmig gewählt. 

Er tritt die Nachfolge von Übergangsdirektor René Serge Mund an, der die Leitung des Hauses im vergangenen Jahr übernommen hatte. Vorausgegangen waren heftige Personal-Differenzen am Staatstheater. Generalmusikdirektor Evan Christ wurde entlassen, in der Folge ging Intendant Martin Schüler.

Staatstheater Cottbus (Quelle:rbb/Thomas Krüger)
Bild: rbb/Thomas Krüger

Der scheidende Intendant Serge Mund setzt nach eigener Aussage große Hoffnungen in seinen Nachfolger. Märki stehe für authentisches Theater, er sei innovativ und kenne auch bereits die guten Seiten, die das Cottbuser Theater habe, sagte er dem rbb.

Stephan Märki wird nach Vertragsabschluß auch mit der Direktorin des Brandenburgischen Landesmusesums für moderne Kunst, Ulrike Kremeier, im Stiftungsrat zusammenarbeiten. Kremeier zeigte sich überzeugt, dass es sich im Fall Märki um einen echten "Überzeugungstäter" im besten Sinne handle.

Ausgewiesener Fachmann mit beeindruckender Biographie

Stephan Märki ist in der Theaterszene weit herumgekommen: Er wurde ausgebildet an der Schauspielschule München, war Intendant des Hans Otto Theaters in Potsdam und Generalintendant am Deutschen Nationaltheater und an der Staatskapelle in Weimar.

Im Jahr 2004 gelang ihm eine viel beachtete Inszenierung mit der Aufführung des "Wilhelm Tell" auf dem Schweizer Rütli. Seit 2014 ist Märki Präsident des Schweizerischen Bühnenverbands.

Die Vorsitzende des Stiftungsrates der Brandenburgischen Kulturstiftung Cottbus-Frankfurt (Oder), Kulturministerin Martina Münch (SPD), lobte Märki als "ausgewiesenen Fachmann mit langjähriger Erfahrung als Intendant und großen Erfolgen an unterschiedlichen Häusern". Er kenne auch das Cottbuser Theater seit vielen Jahren, schon aus der Zeit vor der Wende, sagte Münch weiter.

Märki werde mit seiner Arbeit auch in die Region hineinwirken, sagte Münch. Der Schweizer habe sich bei seiner Vorstellung am Mittwoch sehr klug zur Situation in Cottbus geäußert, er wisse um die Herausforderungen durch den Strukturwandel auch für die Kultur.

Der Cottbuser Oberbürgermeister und stellvertretende Stiftungsratsvorsitzende Holger Kelch (CDU) sagte, er sei sich sicher, dass mit der Wahl Märkis "ein wichtiges Stück Zukunft unseres kulturellen Leuchtturms" Staatstheater neu geregelt werde. Er sei gespannt auf neue Handschriften und Akzente.

In den nächsten Wochen wird jetzt ein Arbeitsvertrag ausgehandelt. Der soll bis zur nächsten Stiftungsratssitzung im Mai unterschrieben sein.

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