Das ehemalige Dieselkraftwerk auf der Cottbuser Mühleninsel
Audio: Antenne Brandenburg | 17.05.19 | Anke Blumenthal | Bild: dpa-Zentralbild

Neue Ausstellung in Cottbus - Kunstmuseum zeigt DDR-Kunst auf Faltrollos

Im Cottbuser Kunstmuseum "Dieselkraftwerk", kurz DKW, ist am Freitag eine neue Ausstellung eröffnet worden. Im Mittelpunkt stehen Gemälde, die nicht auf Leinwänden, sondern auf Faltrollos aus Papier gemalt wurden. Die waren für gerade einmal vier Ostmark zu haben. Der Sparzwang der Künstler, die nicht unter staatlicher Aufsicht arbeiten wollten, sorgte damit für einzigartige Kunstwerke.

Kunst als "Sperrgut" mit der Post verschickt

Anfang der 1980er gab es in der DDR zahlreiche Künstler auf der Suche nach Wegen vorbei am staatlich kontrollierten Kunstbetrieb. Zu ihnen gehörten auch Dieter Ladewig, der am Cottbuser Staatstheater als Theatermaler arbeitet, oder der Cottbuser Künstler Hans Scheuerecker.

Sie entdeckten Faltrollos für sich, verschickten sogar einige als "Sperrgut" an Freunde mit der Bitte, "Macht was daraus". Bemalt kamen die Rollos dann wieder zurück. "Das Entfalten, das Ausrollen war dann auf einmal die Kraftentfaltung", sagt Jörg Sperling vom DKW, der die Szene seit den 80er Jahren begleitet.

Noch immer wild und aufsässig

Mit  den Bildern wurden alte Clubhäuser oder auch die leerstehende Schlosskirche in Cottbus gestaltet. Dabei sei es weniger um die Provokation, als vielmehr um die Ausdrucksmöglichkeiten und den Zusammenhalt gegangen, so Sperling.

Noch immer seien viele der Künstler aktiv. Museumsleiterin Ulrike Kremeier erwartet daher einige bekannte Gesichter zur Eröffnung. "Viele von denen sind zwar nicht mehr ganz jung, aber immernoch wild und aufsässig und das ist auch ganz toll", meint sie.

Auch wenn die Rollomalerei ein verhältnismäßig kurzes Phänomen war, hat das DKW einen Großteil der Werke gesammelt und aufbewahrt. Nun muss sich das Haus aber auch um die Konservierung kümmern. Für Jörg Sperling ist aber klar, der Aufwand lohnt sich auf alle Fälle.

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 2.

    Ich glaube und bin überzeugt davon, dass es die Ebene der Besucher gibt und die Ebene der Organisation. Für die Ebene der Organisation ist das Genannte wichtig. Für die Ebene der Besucher ist die genaue Benennung des Ortes wichtig, gleich in welchem Zusammenhang das (sonst noch) steckt. Mir würde BLMK I und II oder wie immer das benannt wird, als Orientierung nichts bringen, eher wirkt es abschreckend.

  2. 1.

    Es ist wirklich peinlich
    Brandenburgisches Landesmuseum für moderne Kunst- seit 2017
    Das Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst (BLMK) wurde im Juli 2017 gegründet. Es ist derzeit das einzige Landesmuseum für moderne Kunst im Land Brandenburg.
    Das BLMK ist 2017 aus der Fusion des dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus und des Museum Junge Kunst Frankfurt (Oder) hervorgegangen. Durch diesen Zusammenschluss wurden zwei eigenständige, aber komplementäre Museumssammlungen zur umfassendsten museale Ressource von Kunst aus der DDR und nachfolgenden künstlerischen Traditionslinien verbunden. (Webseite des Museums)

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