Katalin Pöge und Jana Dörfelt stellen ihre Installation auf (Bild: rbb)
Audio: Antenne Brandenburg | 12.06.2019 | Josefine Jahn | Bild: rbb

Lezte Vorbereitungen für Aquamediale - Der Spreewald wird zur Open-Air-Kunstausstellung

Nichts in Brandenburg zieht Urlauber so magisch an, wie der Spreewald. In diesen Tagen wird er noch magischer. Zehn Künstler aus fünf Ländern verwandeln die Fließlandlandschaft in eine große Freiluftausstellung. Mitten im Idyll tauchen nun grell-bunte Kunstwerke auf.

Kunst auf dem Wasser - das ist die Aquamediale, die in diesem Jahr in Straupitz (Dahme-Spreewald) stattfindet. Das Kunstfestival im Spreewald zeigt Werke verschiedener Künstler, die in Einklang mit der Natur kreativ geworden sind. Am kommenden Wochenende wird die 13. Ausgabe dieser besonderen Freiluftausstellung offiziell eröffnet.

Kultur und Gedankenspiele

In den vergangenen Tagen hat es am Veranstaltungsort viel geregnet. Den Werken, die junge Künstler aus dem In- und Ausland in die Straupitzer Seenlandschaft gesetzt haben, schade das aber nicht, sagen die Veranstalter. Im Gegenteil.

Die Künstler wurden diesmal dazu aufgerufen, die Auswirkungen von Globalisierung auf das Heimatgefühl zu untersuchen. Entstanden ist dabei zum Beispiel die Installation "Heimat to go" von Jana Dörfelt. Sie besteht aus einem Trichter, der Regenwasser auffängt, und einem Wasserhahn. Die Besucher können sich zumindest dem Anschein nach heimisches Wasser abzapfen. "Wenn man denkt, dass man hier nur original Straupitzer Wasser hat, ist dem ja doch nicht so", erklärt Kulturdezernent Carsten Saß. "Es ist nie genau das drin, was man denkt."

Aquamediale 2019 (Quelle: rbb/Screenshot)

Künstler mit nationalen und internationalen Wurzeln

Insgesamt zehn Künstler aus fünf Ländern haben in diesem Jahr an der Aqumediale mitgearbeitet. Sie kommen aus Deutschland, China, Thailand, Kolumbien und Südkorea. Es sind laut Veranstalter zehn herausragende Absolventinnen und Absolventen renommierter Kunsthochschulen.

Während des Schaffens haben sie aufeinander Einfluss genommen. Zum Beispiel bei der Überlegung, wo genau welches Werk platziert wird. "Die Künstler haben sich untereinander ausgetauscht, wie die Werke miteinander agieren", meint die Projektleiterin Anika Meißner. Dadurch sei, wenn die Besucher zum Beispiel in den Straupitzer Schlosspark gehen, ein wunderbares Bild entstanden.

Besucher werden selbst zu Künstlern

Entdecken können die Besucher die Aquamediale sowohl vom Wasser aus per Kahn oder zu Fuß. Wer will, kann sogar selbst mitgestalten, wie bei dem Werk „Die (heilige) Spreewaldgurke“ des thailändischen Künstlers Natthapong Samakkaew. Er verbindet den Buddha als Götzenbild in seiner alten Heimat mit der Präsenz der Gurke in der neuen. Das besondere ist, dass sich das Werk verwandeln wird, erklärt Carsten Saß. "Hier sind die Besucher aufgefordert, diese jetzt noch grüne Gurke mit Blattgold zu bekleben."

Fontane als Inspiration

Laut Veranstalter ist der Anlass für die diesjährige Aquamediale das Themenjahr zum 200. Geburtstag Fontanes. Er wanderte durch Brandenburg und besuchte dabei auch den Spreewald. "Als Literat, Journalist und Erzähler zeichnet er die 'Spreeländer' aus einer kritisch–liebevollen Distanz", heißt es auf der Internetseite der Aquamediale. Fontanes Werk sei offen für neue Zugänge und Sinngebungen und mache gleichzeitig das Typische der Region als Heimat sichtbar.

Die 13. Aquamediale in Straupitz dauert einen ganzen Sommer lang. Sie geht bis zum 21. September.

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