Zwei Schüler, die durch die Anne-Frank-Ausstellung führen (Bild: Josefine Jahn/rbb)
Zwei Schüler, die durch die Anne-Frank-Ausstellung führen | Bild: rbb/Josefine Jahn

Anne-Frank-Wanderausstellung Cottbus - Wie zwölf Schüler zu Museumsguides wurden

In der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus ist am Mittwoch die Wanderausstellung "Deine Anne - Ein Mädchen schreibt Geschichte" eröffnet worden. Sie zeigt die persönliche Geschichte des jüdischen Mädchens Anne Frank, das sich während des Zweiten Weltkriegs vor den Nationalsozialisten versteckte und ihre Erlebnisse in ihrem Tagebuch festhielt.

Das Besondere an der Ausstellung ist, dass Schüler die Führungen veranstalten. Zwölf Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren sind dafür zu Guides ausgebildet worden. Das Interesse ist schon im Voraus groß.

Das Plakat zur Ausstellung am Cottbuser Menschrechtszentrum (Bild: Josefine Jahn/rbb)
Das Plakat zur Ausstellung am Cottbuser Menschrechtszentrum | Bild: rbb/Josefine Jahn

Führungen in den Freistunden

35 Schulklassen haben sich bereits für die Ausstellung angemeldet. Zu den Guides gehören Pascal (16) und Janina (14). Intensiv haben sie sich mit Anne Frank und ihrem Leben im Exil beschäftigt. Auch, wenn das eigentlich zum Schulstoff gehört, haben beide auch viel Neues gelernt, sagt Pascal. Er könne jetzt besser mit großen Gruppen von Schülern umgehen, wie er meint.

Er hat bereits an anderen Projekten des Menschenrechtszentrums teilgenommen und wurde für die Ausstellung gezielt angefragt. Für seine Ausbildung zum Museumsführer wurde er sogar vom Unterricht freigestellt. Die fünf Führungen, die er in der kommenden Woche geben wird, hat er sich extra auf Freistunden gelegt.

Auch für seine Projekt-Kollegin Janina war die Teilnahme sofort klar. Sie sei sehr aktiv und ehrenamtlich engagiert. Das Projekt sei eine gute Sache, meint sie. So beschreibe es Diskriminierung, aber auch viele weitere Aspekte der Gesellschaft.

Die Ausstellung blickt nicht nur zurück, sondern fragt auch in der Gegenwart Besucher, ausgehend von Anne Franks Zitaten, wer sie sind, wen man ausschließt und regt dabei zu Diskussionen an. "Mit simplen Sachen werden Leute diskriminiert", sagt Pascal. "Zum Beispiel, wenn man sagt: 'Bist du behindert?'. Das sind Sachen, auf die muss man aufmerksam machen und es ist wichtig auf uns selbst zu gucken, was wir verändern können", so der 16-Jährige.

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