Das Kunstmuseum DKW in Cottbus (Bild: Dirk Schneider/rbb)
Video: Brandenburg Aktuell | 13.11.2020 | Philipp Manske | Bild: rbb/Dirk Schneider

Corona-bedingte Schließung - Dieselkraftwerk eröffnet digitale Ausstellung

Obwohl Museen derzeit geschlossen sind, eröffnet das Landesmuseum für moderne Kunst in Cottbus eine neue Ausstellung. Die können nicht nur Cottbuser sehen - das Museum bietet eine digitale Variante an. Ein echter Ersatz ist das aber nicht, sagt die Direktorin.

Das Brandenburgische Landemuseum für moderne Kunst (BLMK) eröffnet an seinem Standort Dieselkraftwerk (DKW) in Cottbus am Samstag eine neue Ausstellung. Zu sehen ist die Ausstellung "Lichtpause" von Nino Paula Bulling zunächst nur digital, schließlich sind während des Lockdowns Museen für Besucher geschlossen.

Ausstellung jederzeit abrufbar

Für Helene Roolf ist es eine ganz neue Art zu arbeiten. Während die Kuratorin die Zeichnungen von Nino Paula Bulling erklärt, wird sie gefilmt. Ihr Publikum ist unsichtbar. 36 Originalzeichnungen aus einem Comic der jungen Künstlerin Bulling sind ab Samstag im Dieselkraftwerk zu sehen.

Die Ausstellung ist dabei nicht nur für Cottbuser erlebbar. Durch die Videoaufnahmen können Besucher aus aller Welt die Ausstellung sehen. Für Helene Roolf ein Projekt mit Für und Wider. "Das Spontane in den Führungen, dass man richtig ins Gespräch kommt, das fehlt natürlich. Vorteil für den Besucher ist sicherlich, dass er jederzeit, sieben Tage die Woche sich diese Zeichnungen ansehen kann, auf der anderen Seite ersetzt das nicht den realen Besuch hier im Museum", so Roolf.

Digitalangebot als Notlösung

Bisherige Erfahrungen zeigen, das digitale Format wird genutzt. Es sei aber nicht alles in die Bildschirm-Welt übertragbar, sagt die Direktorin des Brandenburgischen Landesmuseums Ulrike Kremeier. Schon im ersten Lockdown hätten reine digitale Museumsrundgänge nicht funktioniert. "Kein Mensch will ernsthaft drei Briefmarken an der Wand als Ausstellungssimulation sehen", so Kremeier.

Ein Teil des Stammpublikums, vor allem Menschen über 60 Jahren, würden das Online-Angebot zudem gar nicht wahrnehmen. Kremeier hält das Begutachten der Kunst vor Ort, besonders in der tristen, grauen Jahreszeit für ein wichtiges Mittel gegen Isolation während der Pandemie. Umsetzbar wäre das, sagt sie. "Wir haben jeder Person 30 Quadratmeter in unserem Hygienekonzept zugesprochen. Das ist ein riesiger Freiraum, den wir bieten können. Menschen brauchen real-räumliche Kopfnahrung und sie müssen Dinge erleben können", so die Direktorin.

Bis das wieder möglich ist, bleibt zum Trost nur die digitale Ausstellung.

Sendung: Antenne Brandenburg, 13.11.2020, 16:40 Uhr

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