Das neue Motto des Festivals: Glotz nicht so, Stream lieber! (Bild: rbb/Jahn)
Das neue Motto des Festivals: Glotz nicht so, Stream lieber! | Bild: rbb/Jahn

Streaming-Tipps aus Cottbus - Diese drei Festival-Filme lohnen sich

Das Filmfestival Cottbus ist digital geworden. Keine Kinosäle, dafür jede Menge Streaming-Angebote - allerdings nur noch bis zum 31. Dezember. Josefine Jahn hat drei Tipps für Filme, die Sie auch an Weihnachten entdecken können.

Ganz ehrlich: Wie oft haben Sie "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" schon gesehen? Oder "Kevin - allein zu Haus"? Statt der Klassiker bietet das Filmfestival Cottbus auch an Weihnachten Dutzende Filme im Stream an. Weil die 30. Ausgabe des Festivals nur im Netz stattfinden konnte haben die Veranstalter das FFC einfach verlängert. Noch bis zum Jahresende können Filmfreunde die Festivalbeiträge sehen.

Die Filme sind auf der Internetseite des Festivals zu finden [www.filmfestivalcottbus.de]. Ein Stream kostet 3,99 Euro. Insgesamt waren 150 Filme verfügbar, ein paar davon waren aber nur für ein paar Tage verfügbar.

Preisgekröntes Geiseldrama

Um mit der Festival-Jury mitzugehen, ist der Gewinner in der Kategorie "Bester Film", nämlich "Conference" von Ivan I. Tverdovskiy eine Empfehlung wert, wenn auch nicht ganz leicht verdaulich.

Der junge Regisseur thematisiert hier die Geiselnahme im Moskauer Dubrowka-Theater im Jahr 2002. Damals hatten tschetschenische Separatisten Besucher über mehrere Tage gefangen gehalten, um den Abzug russischer Truppen aus Tschetschenien zu erzwingen. Tverdovskiy nähert sich dem Ganzen aus der Jetzt-Perspektive. Seine Hauptprotagonistin ist eine Nonne, die selbst unter den Geiseln war und andere Betroffene in das Theater einlädt, um über ihre Erinnerungen zu sprechen.

Das ist stellenweise ziemlich bedrückend, aber auch einfach ein wichtiges Thema. Sollte man sich, mit etwas Muße, unbedingt ansehen!

Drei Frauen und ihre Herausforderungen

Die nächste Empfehlung ist eine litauisch-irische Produktion mit dem Titel "The Castle", also "Das Schloss" - der Film läuft ebenfalls im Wettbewerb des Festivals.

Er handelt von drei Frauen - einer altersdementen Großmutter, ihrer Tochter und Enkeltochter -, die von Litauen nach Irland umziehen und dort ein neues Leben beginnen. Alle drei haben ihre Art, mit dem Wandel umzugehen, alle haben ihre Schwierigkeiten mit der neuen Umgebung. Im Fokus steht die Jüngste der drei Frauen, die 13-jährige Monika, die davon träumt, professionelle Sängerin zu werden. Bisher war sie mit ihrer Mutter zusammen als Duo auf Familienfeiern und Beerdigungen aufgetreten, aber jetzt gibt es eben andere Prioritäten.

Die Mutter muss sich um die demenzkranke Großmutter kümmern, sich in einer Fischfabrik verdingen, um die Familie über Wasser zu halten - das mag die Jugendliche nicht ganz verstehen und ja, man kann sagen, man kann ihr dann ein Stück beim Erwachsenwerden zusehen.

Eine Familiengeschichte für Familien

Filme für die ganze Familie gibt es auch - nämlich wie immer in der Sektion "Kids im Kino". Eine schöne Geschichte ist "Sommer-Rebellen" von Martina Saková.

Eine slowakisch-deutsche Produktion, in der sich die Hauptfigur, der elfjährige Jonas, auf den weiten Weg zu seinem Opa macht, der in der Slowakei wohnt. Die beiden haben eine enge Beziehung zueinander, aber Jonas merkt, dass sein Opa etwas muffelig geworden ist, nicht mehr der abenteuerlustige Mann, zu dem er einmal aufgeschaut hat. Aber der Sommer wird trotzdem noch ein guter, unter anderem weil Jonas in der Nachbarin Alex eine neue Freundin findet. Ein Film für schöne Familienstunden.

Übrigens: Auch wenn die Preise, die Lubinas, bereits vergeben wurden, der Preis für den Publukumsliebling wird erst im Januar vergeben. Dafür kann noch bis zum 31. Dezember abgestimmt werden.

Sendung: Antenne Brandenburg, 22.12.2020, 15:10 Uhr

Beitrag von Josefine Jahn

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