Kunstschau Rohkunstbau - Yoko Ono stellt in Lieberose aus

Drei Laubbäume in Töpfen stehen im Schloss Lieberose (Quelle: rbb/Mastow)
Video: Abendschau | 19.06.2021 | Sebastian Schiller | Bild: Installation "Wish Tree" von Yoko Ono | Bild: rbb/Mastow

Das Barockschloss Lieberose ist seit Samstag in der Ausstellungsreihe "Rohkunstbau" zeitgenössische Kunst zu sehen. In diesem Jahr werden Gemälde, Installationen und Videoarbeiten von 22 internationalen Künstlerinnen und Künstlern in dem sonst leerstehenden Gebäude gezeigt. Thema: "Ich bin Natur. Von der Verletzlichkeit. Überleben in der Risikogesellschaft". Die Ausstellung läuft bis 3. Oktober.

Sieben Tonnen Sand in der Küche

Der in Berlin lebende Maler Armin Boehm zeigt "Beziehungsbilder" aus der Zeit der Pandemie. Der Künstler Michael Morgner aus Chemnitz befasst sich mit dem Gefühl der Angst. In der ehemaligen Schlossküche bewegt sich der Besucher durch sieben Tonnen Sand zur Kunst des in Berlin lebenden Künstlers Michael Müller.

"Wir mussten schon gewisse logistische Herausforderungen meistern", sagte Kuratorin Heike Fuhlbrügge der Deutschen Presse-Agentur. Unter anderem habe sie für die Performance "Wish Trees" der Künstlerin Yoko Ono drei regionale Bäume in Dubrau (Oberspreewald-Lausitz) gekauft, so wie es die Amerikanerin wollte. Fuhlbrügge sprach das mit dem Studio der Künstlerin ab.

Yoko Ono drückt in "Wish Tree" die Hoffnung aus, eigene Wünsche an Bäume hängen zu können. "Das Werk ist eine Art Live-Performance, die durch die Teilnahme der Besucher vollendet wird - ein positives Momentum im Rahmen der Ausstellung, die sich kritisch mit den Fragen von Umwelt und Gesellschaft auseinandersetzt", erläuterte Fuhlbrügge.

Außerhalb des Schlosses sind großformatige Bilder der Künstlerin Lucia Simmons zu sehen. Der Außenbereich mit Schlosspark wird ansonsten nicht für die Ausstellung genutzt. Fuhlbrügge könnte sich aber für die Zukunft auch einen Skulpturenpark vorstellen, sagte sie.

Eine Wärmelampe hängt über einem Tisch (Quelle: rbb/MastowInstallation von Michael Müller

Freier Eintritt für die Anwohner

Unsichtbare Bedrohungen, Naturbetrachtungen, Entwicklung neuer Kulturtechniken, Radioaktivität, Pandemie, Unbehagen und Klimawandel - die Ausstellung betrachtet nach Auskunft von Fuhlbrügge existenzielle Themen der Zeit.

Schon am Vormittag seien viele Besucher gekommen, sagte Fuhlbrügge. In die Schau können wegen der Corona-Abstandsregeln höchstens 50 Besucher. Die Einwohner von Lieberose haben freien Eintritt. Sie hätten schon vor der Eröffnung öfter vorbeigeschaut und auch Unterstützung angeboten, sagte die Kuratorin.

Es ist die zweite Ausstellung des Kunstprojektes, die unter Corona-Bedingungen entstand. Die "Rohkunstbau" [rohkunstbau.net] findet seit Mitte der 1990er Jahre jährlich in Brandenburg an wechselnden Orten statt.

Sendung: Antenne Brandenburg, 18.06.2021, 16:10 Uhr

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