Fokus Osteuropa - Filmfestival Cottbus kehrt in die Säle zurück

Di 02.11.21 | 07:43 Uhr | Von Josefine Jahn
Plakate weisen im November 2021 auf das Filmfestival Cottbus hin. (Quelle: rbb/Josefine Jahn)
Audio: Inforadio | 02.11.2021 | Josefine Jahn | Bild: rbb/Josefine Jahn

Sowohl online als auch wieder in verschiedenen Spielstätten: In Cottbus startet das Filmfestival und fokussiert gewohnt stark auf den Osten Europas - mit 170 Filmen aus 44 Ländern. Auch das Streaming-Angebot verspricht einiges. Von Josefine Jahn

Filmfreunde, besonders die des osteuropäischen Films, können aufatmen: Die 31. Ausgabe des Cottbuser Festivals, das sich dem Kino aus Osteuropa verschrieben hat, ist zurück im Kino. Aufgrund der Corona-Pandemie musste ausgerechnet das 30. Jubiläum im vergangenen Jahr ausschließlich im Internet stattfinden. In diesem Jahr können, unter Einhaltung von Abstands- und der 3G-Regel, wieder Zuschauer in die Spielstätten.

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Und bei denen haben sich zu den seit Jahren bekannten, wie das Kino Weltspiegel, das Obenkino im Gladhouse oder das Planetarium neue Stätten dazu gesellt. "Neu dazu gekommen ist das Alte Rathaus am Altmarkt, also direkt im Stadtzentrum. Dann der große Hörsaal der Uni. Im Weltspiegel noch einer der kleinen Säle und in den Kammerspielen die tolle Kantine, die kaum jemand kennt, mit so wunderschönen roten Ledersofas", sagte Bernd Buder, Programmdirektor des Festivals, im Vorfeld auf einer Pressekonferenz dem rbb. "Da wird's dann richtig gemütlich."

Blau bleibt die Farbe des FFC

Was im vergangenen Jahr auch gefehlt hat, sind die markanten blauen Streifen auf den Gehwegen in der Cottbuser Innenstadt. Sie führen die Gäste zu den verschiedenen Spielstätten. Hinzu kommen Plakate und Banner, die auf das Festival aufmerksam machen. Ab dem Festivalstart am Dienstag wird die Kinometropole Südbrandenburgs in den Abendstunden bis 7. November wieder in blau erleuchtet sein.

Markante blaue Streifen führen im November 2021 Besucher:innen zu den Spielstätten des Filmfestivals Cottbus. (Quelle: rbb/Josefine Jahn)Die blauen Linien weisen den Filmfans den Weg in die Spielstätten

Die Frau im Mittelpunkt

Wie gewohnt ist die Auswahl an Filmen wieder enorm. Insgesamt 170 Beiträge aus 44 Produktionsländern sind zusammengekommen. Die Bandbreite an Stilen zwischen Genre-Kino und Experimentalfilm sei dabei unglaublich groß, sagt Programmdirektor Buder. "Es ist wieder alles dabei, ein wirklich extrem buntes Programm." Dabei, betont er, seien auch viele Filme, die dem Zuschauer Hoffnung geben. Auffällig am Festival in diesem Jahr ist, dass besonders häufig Frauen die Protagonisten in Filmen sind. "Heldinnen nennen wir sie, die alle möglichen Sachen erleben. Mit etwas 50 bis 60 Prozent sind Frauen als Identifikationsfiguren auf der Leinwand zu sehen", verrät Buder vorab.

Einer dieser weiblichen Protagonisten ist gleich am Auftaktabend im Eröffnungsfilm "Abteil Nr. 6" zu sehen. In der finnisch-deutsch-estnisch-russischen Produktion geht es um die Reise der jungen Laura, die aus Finnland nach Moskau geht, um dort russisch zu lernen. Sie verliebt sich und bleibt in Russland. Auf einer späteren Zugreise verliert sie aber den Kontakt zu ihrer Geliebten und macht Bekanntschaft mit einem betrunkenen Mitfahrer. In den kommenden Tagen müssen sich die ungleichen Passagiere das Schlafabteil teilen. Der Beitrag ist Teil des Wettbewerbs Spielfilm und tritt gegen elf weitere Filme aus insgesamt 19 Produktionsländern an.

Beliebte Lubinas warten auf Gewinnerfilme

Neben dem Wettbewerb Spielfilm werden in den Kategorien Kurzfilm und U18 Jugendfilm wie in jedem Jahr die bunten, gläsernen Festival-Trophäen, die Lubinas (sorbisch für "Liebreizende") verliehen. 13 Kurzfilme stehen im Wettbewerb, zu sehen sind sie in zwei Kurzfilm-Blöcken am Freitagabend ab 19 Uhr sowohl im Kino Weltspiegel als auch im Obenkino im Gladhouse.

Neben den Wettbewerben zeigen zwölf weitere Festival-Sektionen kurze, lange, dramatische und komische Streifen. Die Rubrik Close Up widmet sich in diesem Jahr dem türkischen Film. Das aktuelle türkische Kino thematisiere "mit psychologischem Feingefühl und unvorhergesehenen Wendungen aktuelle Entwicklungen, historische Bezüge und persönliche Brüche", heißt es im Programmheft des FFC.

Tickets am besten online kaufen

Karten für die 170 Filmbeiträge, die vom 2. bis einschließlich 7. November sowohl in den Spielstätten gezeigt werden, sollten am besten online erworben werden. Das geht über die Homepage des Festivals www.filmfestivalcottbus.de. Tickets gibt es zwar auch jeweils vor Ort, dann besteht aber die Gefahr, dass das zugelassene Kontingent bereits vergriffen ist. In dem Fall gibt es einen Trost: Die meisten Filme sind online noch weitere zwei Wochen im Stream verfügbar, dann für 4,99 Euro je Film und die Dauer von 24 Stunden.

Sendung: Brandenburg aktuell, 02.11.2021, 19:30 Uhr

Beitrag von Josefine Jahn

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