Filmfestival Cottbus - Junge Sorben mischen mit

Mi 03.11.21 | 10:47 Uhr
Zwei Frauen sitzen vor einem Bild. (Quelle: rbb/Jahn)
Blick in das aktuelle Programmheft des Cottbuser Filmfestivals | Bild: rbb/Jahn

Das 31. Filmfestival Cottbus bietet seit Dienstag einen umfassenden Blick auf die osteuropäischen Nachbarn, aber auch die Minderheit der Nieder- und Obersorben hat ihren festen Platz. In diesem Jahr bringt sich hier eine Gruppe junger Menschen ein: das KolektiwWakuum.

Seit genau einem Jahr gibt es das KolektiwWakuum, eine Gruppe von 15 jungen Leuten, bei denen der Name Programm ist: Sie wollen das Vakuum an niedersorbischer Subkultur füllen, das in Cottbus als Hauptstadt der zweisprachigen Niederlausitz aus ihrer Sicht besteht. Natürlich soll das mit sorbischer Kultur und Kunst passieren, das derzeit laufende Filmfestival Cottbus ist eine gute Gelegenheit dazu.

Generell will das KolektiwWakuum zeigen, dass das sorbisch-wendische weit mehr ist, als Trachten und filigran verzierte Ostereier. Auf den Dörfern vor allem der Oberlausitz würden sorbische Kultur und Traditionen noch gepflegt, in den Städten der Niederlausitz gebe es eine riesige Lücke, so Hella Stoletzki vom KolektiwWakuum.

Junge Leute hocken im Sand (Foto: Kolektiw Wakuum)
| Bild: Kolektiw Wakuum

"Sorbische ist wie Kleber"

In einem so genannten "Selbstverständnis" stellt die Gruppe fest, dass sorbische Strukturen innerhalb der letzten 50 Jahre immens geschrumpft seien. Es sei an der Zeit, sie aus dem Dornröschenschlaf zu erwecken. Cottbus sei schließlich die größte Stadt des sorbischen Siedlungsgebietes, davon sei "verdammt wenig zu merken".

Hella Stoletzi studiert in Wien an der Akademie der Bildenden Künste, das Sorbische aber zieht sie immer wieder nach Cottbus zurück. "Das ist so ein bisschen wie Kleber, es hält die Leute zusammen", sagt sie. Im Zuge des Filmfestivals stellt sie in der Cottbuser Galerie ihre Arbeiten aus. Darunter ist auch ein Bild, dass sich auf ein Musikvideo bezieht, das innerhalb des Festivals in der Sektion "Heimat" läuft.

Auch an dem Netzwerktreffen des sorbisch-deutschen Filmnetzwerks Łužycafilm nimmt das Kolektiw teil. Darüber hinaus laden Hella und ihre Mitstreiter am Samstag zu einer "wilden Nacht feinster sorbischer Manier" in die Galerie Fango ein. Hier wird ein besonderer Tropfen gereicht: "helska woda", der Höllenschnaps.

Sendung: Antenne Brandenburg, 3.11.2021, 14.10 Uhr

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