Theater hat Spielplan 22/23 vorgestellt - Cottbuser Staatstheater will Publikum mit leichten Stoffen und Klassikern begeistern

Mi 27.04.22 | 15:55 Uhr
Auf der Bühne im Staatstheater Cottbus findet die Pressekonferenz zur Spielzeit 2022/23 statt. (Quelle: dpa/P. Pleul)
Audio: Antenne Brandenburg | 27.06.2022 | Josefine Jahn | Bild: dpa/P. Pleul

Am Staatstheater Cottbus ist am Mittwoch das Programm für die kommende Spielzeit 2022/2023 vorgestellt worden. Auf der Bühne des Großen Hauses gaben Vertreter des Mehrspartenhauses Einblicke in Schauspiel, Ballett, Musiktheater und anstehende Konzerte. Als großes Thema über der neuen Spielzeit steht der Begriff "Nähe".

Außenansicht Staatstheater Cottbus (Foto: rbb/Jahn)
Das Staatstheater Cottbus | Bild: rbb/Jahn

"Wir haben in den vergangenen zwei Jahren versucht, Nähe auf Distanz trotz allem aufrecht zu erhalten und jetzt muss man sich wieder vorsichtig annähern", sagte Intendant Stephan Märki am Mittwoch dem rbb. "Gerade, wenn die Zeiten schwierig sind, sucht das Publikum doch eher nach etwas leichteren Stoffen."

Bei der Auswahl auf Lausitzer Wünsche gehört

Und so stehen nun unter anderem Aufführungen der Komödie "Der nackte Wahnsinn" und des Balletts "Der Nussknacker" im frisch gedruckten Plan. Für die neue Spielzeit habe man besonders auf die Menschen aus der Lausitz gehört, sagte die geschäftsführende Dramaturgin Franziska Benack, die auch Mitglied der künstlerischen Leitung des Schauspiels ist. "Das große Glück der Lausitzer ist, dass sie sehr deutlich ihre Meinung formulieren können", so Benack. "Sicher ist eine große Komödie eine Reaktion auf das, was wir von den Cottbuser:innen wahrgenommen haben."

Dazu komme der Bezug zu großen Klassikern, so die Dramaturgin. Auf die Bühnen des Staatstheaters kommen deshalb auch Stücke wie "Der große Gatsby", "Romeo und Julia" und "Die Zauberflöte". Auch regionale Stoffe sollen eine Rolle spielen, bei der Reihe "Nahaufnahmen". Sie sei ein Annäherungsversuch von und mit dem Bürgersprechchor, dem Schauspielensemble und Gästen.

Belastungen durch Corona und den Krieg

Der offizielle Karten-Vorverkauf für die kommende Spielzeit beginnt am 1. Juni. Eine Garantie dafür, dass alles so stattfinden kann, wie es lange im Voraus geplant wurde, gibt es auch dieses Mal nicht. Die Corona-Pandemie scheint zwar zu einem Ende zu kommen - im großen Haus dürfen nun wieder alle 621 Plätze besetzt werden, die Maskenpflicht entfällt - mit dem Krieg in der Ukraine stehe aber eine neue Krise ins Haus, die auf vielen Ebenen belaste, so Intendant Märki.

Alles, was man im Persönlichen und im Beruflichen tue, stehe "im Kontext dieses fürchterlichen Krieges", sagte er. "Wir wollten eigentlich die Spielzeit euphorisch beginnen. Spielen, tanzen, singen, ausgelassen feiern - das alles ist jetzt durch die Verunsicherung und die Angst und auch die Verplfichtung zu Verpflichtung und Solidarität natürlich etwas in Mitleidenschaft gezogen."

Umso wichtiger sei es laut Märki, dass man zusammenkommt, sich austauscht und da, wo es geht, Hilfe anbietet, zum Beispiel mit Benefizkonzerten wie im März. Hilfe gebe es auch in der Form, "dass wir ganz konkret auch ukrainische Künstlerinnen und Künstler unterstützen und aufnehmen", so der Intendant des Staatstheaters.

Mit Informationen von Josefine Jahn.

Sendung: Antenne Brandenburg, 27.04.2022, 16:10 Uhr

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