Sechsteilige Serie - Krimiserie "Lauchhammer" mit Drehorten in der Lausitz feiert Premiere

Di 28.06.22 | 11:50 Uhr
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Mišel Matičević und Odine Johne stehen seit Ende Juli 2021 in der Lausitz vor der Kamera für das ARD/ARTE-Serienhighlight "LAUCHHAMMER". (Quelle: ARD/Steffen Junghans/Montage)
Video: rbb24 Brandenburg Aktuell | 28.06.2022 | R. Herkner | Bild: ARD/Steffen Junghans/Montage

Nach dem "Spreewaldkrimi" und der "Wolfsland"-Reihe kommt mit "Lauchhammer" eine weitere Krimiserie aus der Lausitz ins Fernsehen. Am Dienstag wird die Serie erstmals beim Filmfest in München gezeigt.

Mit "Lauchhammer" feiert am Dienstag eine neue Krimiserie beim Filmfest in München Premiere. Die Serie ist an Drehorten in der Nieder- und Oberlausitz entstanden - unter anderem in der namensgebenden Stadt Lauchhammer (Oberspreewald-Lausitz).

Beim Filmfest sind die ersten beiden, jeweils 45 Minuten langen Episoden der Serie zu sehen. Die komplette sechsteilige Serie wird voraussichtlich zum Jahresende erscheinen.

Ein Mord, zwei Ermittler, viele Abgründe

Im Mittelpunkt von "Lauchhammer" steht der mysteriöse Mord an einem jungen Mädchen. Der LKA-Ermittler Maik Briegand, gespielt von Misel Maticevic, kehrt deshalb in seine alte Heimat zurück und wird dabei mit seiner Vergangenheit konfrontiert. Hilfe bei den Ermittlungen erhält er von Annalena Gottknecht, gespielt von Odine Johne.

"Dieser Mord bringt dann ganz viel ins Rollen, auch Dinge aus der Vergangenheit", sagt Regisseur Till Franzen. "Man weiß nicht genau: Hat dieser Mord mit der Vergangenheit, auch mit der Vorwende-Vergangenheit zu tun?", so der Regisseur.

Bei den Ermittlungen müssen sich Briegand, der Alteingesessene, und Gottknecht, die junge Ermittlerin von außerhalb, zunächst miteinander arrangieren. "Reizvoll ist diese Mischung aus Vergangenheit und Jetzt-Zeit und dass wir auch wirklich in den Zeiten hin- und herspringen", sagt Franzen.

Lauchhammer sei absichtlich als Spielort ausgewählt worden, so der Regisseur. Es sollte sich um eine Kleinstadt im Herzen der Lausitz handeln, wo auch der Strukturwandel spürbar ist. In Lauchhammer sei für die Drehbuch-Autorinnen alles zusammengekommen, erklärt Franzen. Auch Statisten aus der Stadt spielen im Film eine Rolle.

Drehorte waren unter anderem eine ehemalige Schule in der Stadt und die ortsansässige Kunstgießerei. Neben Lauchhammer und Lichterfeld (Elbe-Elster) waren auch die sächsischen Orte Lauta, Hoyerswerda und Schwarzkollm Drehorte.

Zwei Zeitebenen

"Wir sind auf die Lausitz gekommen, weil sie einfach große Bilder bietet", sagt eine der Autorinnen, Frauke Hunfeld. "Es ist ein Deutschland, was man so noch nicht oft im Film gesehen hat." Die Region biete eine große Bandbreite von Schönheit, Abgründen und Ambivalenzen, so Hunfeld. So gebe es beispielsweise Industrie-Ruinen genauso wie große Industrieanlagen.

Auch die Autorinnen heben die zwei Zeitebenen im Film und die Zeitsprünge mit Abständen von 30 Jahren besonders hervor. Zudem betonen sie, dass auch die großen Probleme der Region thematisiert werden, "als da wären Chrystal Meth, Wegzug von jungen Frauen, der Kohleausstieg, der große Strukturwandel, aber auch die fehlenden Perspektiven", sagt Autorin Silke Zertz.

Für einen Kriminalfall seien zudem Abgründe wichtig, sagt Hunfeld weiter. Die gebe es in der Lausitz sowohl in visueller, als auch in gesellschaftlicher Hinsicht - vor allem in den letzten 50 Jahren. Die Probleme, die Deutschland noch bevorstehen, würden in der Region bereits angegangen, wie sie sagt.

Die komplette Serie "Lauchhammer" ist voaussichtlich zum Jahresende im Ersten und bei Arte zu sehen.

Sendung: Studio Cottbus, 28.06.2022, 16:40 Uhr

9 Kommentare

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  1. 9.

    Als ehemaliger Lauchhammeraner bin ich sehr gespannt und freue mich auf die Premiere im TV. Die spannendste Region Deutschlands ist und bleibt mein Lieblingsort!

  2. 8.

    Als ehemaliger Kunstgießer Und Mitarbeiter der Bronse freut es mich besondes.

  3. 7.

    Als in Lauchhammer Geborener freue ich mich, dass der Ort mal ins Fernsehen kommt. Der kurze Einspieler auf der Seite stimmt mich recht hoffnungsfroh. Die Kommentatoren, die nicht so viel erwarten, können was "lustiges" auf RTL2 gucken ...

  4. 6.

    Lauchhammer, ein Ort ohne Perspektive. Windanlagenhersteller Vestas hat dicht gemacht, Crystal Meth hat die Jugend im Griff, die Stadt-Mitte verödet.....
    Der perfekte Drehort für eine düstere Serie!

  5. 5.

    "Na da wette ich schon mal das wieder alles in düsteren Farben und regnerischen Wetter dargestellt wird. Der Osten muss halt immer düster sein. Siehe die Spreewaldkrimis, obwohl es doch im Spreewald grün und schön ist."
    Könnte ja was mit dem Genre zu tun haben, aber NEIN, es ist die allgegenwärtige Verschwörung gegen den Osten! Meine Güte, hab ja als in der Lausitz geborener viel Verständnis für die Empfindsamkeiten der Menschen dort, aber dieses fortwährend kindische Beleidigtsein über an den Haaren herbeigezogenen Gründen von immer den gleichen Leuten ist dermaßen ermüdend. Wer seichte Unterhaltung vor "grüner und schöner" Kulisse bevorzugt kann ja Traumschiff schauen oder sonstigen Schmalz.

  6. 4.

    " Immer schön das Klischee bedienen." Und Sie wissen ja offenbar, wie der Film weitergeht. Keine Kunst - dafür werden Regisseure, Drehbuchschreiberinnendrinnenrinnen & Co. fürstlich bezahlt. Die brauchen keine Web-Kommentare.
    "Wo kann man die Serie denn vorab sehen?" Nur ganz ganz wenige von uns hatten jemals einen Feuerwehrschlauch in der Hand. Aber ALLE wissen wir, daß Wasser naß ist...

  7. 3.

    Kann mir kaum vorstellen, dass diese Serie besser ist. Die anderen beiden waren nur grottenschlecht, ohne Power und schlechten Schauspielern.

  8. 2.

    Sicher. Und überall Nazis, Ex-Stasis und Säufer. Immer schön das Klischee bedienen. Da Sie das ja wissen: Wo kann man die Serie denn vorab sehen?

  9. 1.

    Na da wette ich schon mal das wieder alles in düsteren Farben und regnerischen Wetter dargestellt wird. Der Osten muss halt immer düster sein. Siehe die Spreewaldkrimis, obwohl es doch im Spreewald grün und schön ist.

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