Mehrere Patienten liegen in einem Krankenhaus auf dem Gang (Quelle: dpa/Marc Tirl)
Video: Brandenburg Aktuell | 13.03.2018 | Theresa Majerowitsch | Bild: dpa/Marc Tirl

Viele Patienten, aber kein Personal - Brandenburger Kliniken leiden doppelt unter der Grippewelle

Die Grippe sorgt in diesem Winter für außergewöhnlich viele Patienten und macht dabei auch vor Ärzten und Mitarbeitern nicht halt. In den Brandenburger Kliniken wird es deswegen eng. Stationen sind voll ausgelastet, Betten werden rar - und gleichzeitig fehlt das Personal. Von Anja Kabisch

Die Lausitz-Klinik Forst hat die weiße Fahne gehisst. Das zum Potsdamer Bergmann-Klinikum gehörende Krankenhaus ist an seiner Belastungsgrenze angekommen. "Wir können nicht mehr, unsere Betten sind alle voll", klagen Ärzte des Hauses. Die Grippe sorgt für außergewöhnlich viele Patienten, betroffen sind auch Ärzte und Mitarbeiter. Das macht die Situation doppelt schwer. Forst musste deshalb für etliche Stunden einen Aufnahmestopp für neue Patienten bei der Leitstelle Lausitz anmelden. Erst am Dienstag konnte der wieder aufgehoben werden.

Haupteingang Carl-Thiem-Klinikum (Quelle: rbb/Thomas Krüger)
Haupteingang des Carl-Thiem-Klinikums Cottbus | Bild: rbb/Thomas Krüger

Thiem-Klinikum ächzt unter der Grippewelle

Das Cottbuser Groß-Krankenhaus hat 1.200 Betten, die meisten sind jetzt belegt. Aber es wird niemand abgewiesen. Belegungsmanagement heißt das Rezept. Seit einigen Tagen koordiniert die Pflegedirektion bereits ab 6 Uhr morgens freie Betten und Personal. Außerdem gibt es eine "Grippe-Quarantäne-Station". Damit soll verhindert werden, dass sich die Grippe im Klinikum weiter ausbreitet.

Die Zahl der an Influenza Erkrankten nimmt seit Jahresbeginn stetig zu. Im Januar waren es nur 17 Fälle, im Februar bereits 164 und im März sind schon jetzt 135 Influenza-Patienten am Thiem-Klinikum in Behandlung.

Die Situation, so Pflegechefin Andrea Stewig-Nitschke, ist angespannt wie selten. Schließlich sind auch an diesem Haus extrem viele Ärzte und Mitarbeiter jetzt an Grippe erkrankt. Dennoch werden hier weiterhin Patienten aufgenommen.

Anders ist es im Krankenhaus Finsterwalde. Das Haus ist am Limit angekommen, Patienten werden zum Beispiel nach Sachsen umgelenkt. Das nächst gelegene Krankenhaus in Torgau allerdings ist ebenfalls ausgelastet.

Kein Krankenhaus ist geschlossen

Bernd Wrege ist Lagerdienstführer bei der Leitstelle Lausitz. Alle Notrufe aus Südbrandenburg kommen hier an. Die Situation, sagt er, ist angespannt. Die Notaufnahmen in den Kliniken Herzberg und Elsterwerda können noch angefahren werden, Patienten werden dort versorgt. Die Intensivstation des Krankenhauses Luckau ist ausgelastet, hier geht nichts mehr.

Dennoch werde, so Wrege, kein Patient wird im Stich gelassen. Es ist grundsätzlich kein Krankenhaus geschlossen. Es werden nächstgelegene Kliniken angefahren, Patienten versorgt und entschieden, ob nicht doch noch ein Bett frei ist. Ist das nicht der Fall, geht die Tour weiter. Nach Sachsen oder nach Berlin. Von dort aber kommen bereits Signale, dass auch da Krankenhäuser an ihren Belastungsgrenzen sind.

Bernd Wrege, der Lagedienstführer der Leitstelle macht seinen Job seit 20 Jahren. Eine solche Situation, sagt er, hat er bisher noch nicht erlebt.

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1 Kommentar

  1. 1.

    Warum sind die Ärzte auch an Grippe erkrankt? Sind sie nicht geimpft? Nein - falsch geimpft! Mit "Kassenpatienten-Impfstoff" Das RKI hat sich in seinen Vorhersagen nicht allzusehr mit Ruhm bekleckert, aber viel schlimmer ist, dass die Krankenkassen den Kassenpatienten unwirksame Impfstoffe verabreichen (für umme...), obwohl es für ein paar Euro
    fuffzig wirksame Impfstoffe gibt. Aber das Zeug muss ja weg.. die Pharmaindustrie will auch von was (gut) leben.

    Da bleibt wohl nur Händewaschen, frischen Orangensaft pressen, frische Luft und wenig Kontakte.... Wäre schön, wenn die Kranken daheim blieben!

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