Wegen mehrerer Krebserkrankungen im Cottbuser Stadtteil Kiekebusch wird dort etwa drei Monate lang die Strahlung eines Funkmastes gemessen (Quelle: rbb/Daniel Jorewitz)
Audio: Antenne Brandenburg | 13.03.2018 | Bild: rbb/Daniel Jorewitz

Häufung von Krebserkrankungen - Sorge vor dem Funkmast in Kiekebusch bleibt

Seit acht Jahren steht in Kiekebusch, einem kleinen Ort vor den Toren der Stadt Cottbus, ein Funkmast. Der Sendemast gehört der Deutschen Bahn. Die Einwohner registrieren seit Inbetriebnahme des Funkturms eine Zunahme von Krebserkrankungen in Kiekebusch.

Es bestehe ein Zusammenhang zwischen Turm und Erkrankungen sagen die Kiekebuscher. 40 Menschen seien in dieser Zeit an Tumoren erkrankt. Inzwischen wurden über mehrere Monate Messungen der Strahlenbelastung durchgeführt. Erste Ergebnisse belegen allerdings, dass die Grenzwerte nicht nur eingehalten, sondern teilweise erheblich unterschritten wurden. 

Auf rbb-Nachfrage können Mediziner einen Zusammenhang von Sendeturm und Krebserkrankungen nicht herstellen. Möglicherweise sei die Häufung der Fälle auf radioaktive Belastungen unmittelbar nach der Tschernobyl-Reaktorkatastrophe 1986 zurückzuführen. Auch zeitweise chemisch verunreinigte Lebensmittel kämen als Ursache in Frage, so die Mediziner. Aufschluss könne nur eine medizinische Langzeitstudie über mehrere Jahrzehnte geben.

Kiekebuscher haben keine Geduld mehr

Auf die Ergebnisse einer solchen Langzeitstudie wollen die Kiekebuscher nicht warten.  Cottbus versucht deshalb, Fachleute der Strahlenschutzkommission des Bundes in die Stadt zu holen. Dazu gehören Uni-Professoren aus ganz Europa. Sie haben das nötige Know-how, um die jetzt vorliegenden Messwerte zu bewerten.

Eine Abschaltung des Funkturms ist offensichtlich im Moment keine Option.

Kommentar

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4 Kommentare

  1. 4.

    In München haben wir mindestens 1200 Standorte mit einem oder mehreren Mobilfunk-Sendemasten mit mindestens 8000 bis 10'000 Antennen. Trotzdem zeigt das Krebsregister München keine auffällige Zunahme von Krebserkrankungen. Was ist in Kiekebusch anders als in München? Klar sollte sein, dass Krebs eine typische Alterserkrankung ist, mit zunehmendem Alter einer Bevölkerung also schon allein deshalb mehr Krebsfälle zu beobachten sind. Erst eine statistische Alterstandardisierung lässt eine qualifizierte Aussage über eine echte Zunahme der Krebserkrankungen zu.

  2. 3.

    Hier geht es nicht ums "Glauben", sondern ums "Wissen". Diese vielen sachkundigen "Leihen" erzählen von Sachverhalten die niemals messtechnisch bewiesen wurden. Wenn man diesen Berichten trauen könnte, wären bereits alle Einwohner rings um Königswusterhausen an Krebs gestorben. Dort herrschten >1000-fach höhere Feldstärken.

  3. 2.

    Wie viele der Betroffenen benutzen Mobiltelefone oder haben einen 230V-Wecker neben den Bett stehen?

  4. 1.

    Schon klar. Alles wie immer...die Grenzwerte sind eingehalten. Deswegen kann nicht sein, was nicht sein darf.

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