Screenshot der Annonce (Quelle: ebay-Kleinanzeigen)
Video: Brandenburg aktuell | 09.04.2018 | | Bild: ebay-Kleinanzeigen

Geländewagen fährt in Menschengruppe - Tatfahrzeug von Cottbus auf Ebay zum Verkauf angeboten

Der Autofahrer, der seinen Jeep in Cottbus in eine Menschengruppe gelenkt hat, wollte das Fahrzeug offenbar schnell loswerden - und hat es im Internet zum Verkauf angeboten. Inzwischen wurden weitere Details zu dem Vorfall am Freitag bekannt gegeben.

Der Geländewagen, mit dem der mutmaßliche Täter am Freitagabend in Cottbus in eine Menschengruppe fuhr, ist nach rbb-Recherchen bei Ebay-Kleinanzeigen zum Verkauf angeboten worden. Zu sehen waren Fotos des Jeeps aus verschiedenen Perspektiven, darunter auch Detailaufnahmen von einer stark beschädigten Tür.

Schramme im angebotenen Jeep (Quelle: ebay-Kleinanzeigen)
Schramme in der Tür des Jeeps | Bild: ebay-Kleinanzeigen

Die Anzeige wurde wenige Stunden nach der Tat in Cottbus unter der Überschrift "Muss heute weg" geschaltet. Inzwischen ist die Anzeige nicht mehr online. Die Polizei bestätigte dem rbb am Montag, dass es sich bei dem zum Verkauf angebotenen Fahrzeug um den mutmaßlichen Tatwagen handelt. Das Fahrzeug wurde inzwischen sichergestellt.

Verdächtiger geriet zunächst mit Paar in Streit

Bei dem Vorfall am Freitagabend auf einem Supermarkt-Parkplatz waren zwei Männer verletzt worden, einer von ihnen liegt nach rbb-Informationen noch immer im Krankenhaus. Wie die Staatsanwaltschaft Cottbus am Montag mitteilte, soll der 25-jährige Tatverdächtige im Bereich eines Supermarktes im Stadtteil Sandow mit einem nach Zeugenaussagen vermutlich ausländischem Paar in Streit geraten sein. Der 25-Jährige sei dabei von dem unbekannten Mann geschlagen und am Auge verletzt worden sein.

Ein Mann, der zu einer Gruppe von zehn bis 15 Personen gehörte, die in unmittelbarer Nähe stand, habe versucht, den Streit zu schlichten und sei daraufhin selbst von dem 25-Jährigen verbal angegriffen worden.

25-Jähriger stellt sich, verweigert aber die Aussage

Der Tatverdächtige sei dann zu seinem Jeep gegangen und damit auf die Menschengruppe zugefahren. Die  Personen seien ausgewichen und hätten den Wagen zunächst umringt, hieß es weiter. Der Fahrer habe daraufhin seinen Jeep zurückgesetzt und einen Mann "nicht unerheblich" im Gesicht verletzt, so die Staatsanwaltschaft. Dieser Mann sei deswegen stationär in Behandlung. Der Tatverdächtige sei davongefahren. Auch das unbekannte Paar, mit dem der Mann zunächst Streit hatte, hatte sich von dem Parkplatz entfernt.

Später meldete sich der mutmaßliche Täter bei der Polizei, verweigerte aber die Aussage zu dem Vorfall. Er wurde erkennungsdienstlich behandelt und ist derzeit auf freiem Fuß, weil es laut Staatsanwaltschaft an Haftgründen mangelt. Der Mann ist bei der Polizei bereits aktenkundig mit Drogendelikten, Diebstählen und fremdenfeindlichen Äußerungen.

Bereits am Freitagnachmittag soll der 25-Jährige im Bereich des Puschkinparks Passanten angepöbelt haben, er sei betrunken gewesen, erklärte die Staatsanwaltschaft. Hinzugerufene Polizeibeamte habe der 25-Jährige beleidigt, und er habe verfassungsfeindliche Parolen skandiert.

Sendung: Brandenburg aktuell, 09.04.2018, 19.30 Uhr

Kommentar

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17 Kommentare

  1. 14.

    Hier kann man die Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Cottbus zum Tathergang nachlesen.
    https://www.facebook.com/BlaulichtCottbus/?hc_ref=ARSsg5HXqc7PQ17rZ7hdOZ32p41bQqF8o9ti9FvITdfq5kpYJpLAbC3UlZBuatK1Syk&fref=nf

  2. 13.

    ...sollte er die Weidel gemeint haben, ist doch definitiv ein kausaler Zusammenhang gegeben. Jeder Mensch, der nicht mit Scheuklappen herumläuft oder wie die 3 Affen agiert, sobald etwas nicht ins eigene ideologisch vernagelte Weltbild passt, wird diesen auch ohne Probleme erkannt haben.

  3. 12.

    Nachmittags schon betrunken und Abends dann Autofahren, Leute anfahren und da gibt's dann kein Inhaftierungsgrund, obwohl er auch schon Aktenkundig ist .... soso

    THATS GERMANY

  4. 11.

    Was hat Helene Weigel damit zu tun? Von Kausalität haben Sie wohl noch nie gehört? Gilt übrigens auch, falls Sie Frau Weidel meinen sollten.

  5. 10.

    Ja sicher wurde der beschlagnahmt. Aber das ist mal wieder typisch: lieber unqualifiziert drauflosplappern anstatt zu lesen.

  6. 8.

    Mein ausdrücklicher Dank an rbb24 für diesen sachlichen unparteiischen Bericht. Weiter so!

  7. 7.

    Und was sagt nun unsere AfD-frontfrau Weigel zu DIESEM Vorfall????

  8. 6.

    Eine schöne Geschichte, die bestimmt der Eulenspiegel oder die Titanic kaufen wird.
    Aber so ist es mit dem Sarkasmus:da schreibt man was, wovon man keine Ahnung hat.
    Wie es scheint, war er Ersttäter und hat einen festen Wohnsitz. Darum wohl die Haftverschonung.
    Das er zu den Vorwürfen schweigt, ist sein gutes Recht. Wir sollten also abwarten, was die Staatsanwaltschaft ermittelt.
    Was Inhalt der "verbalen" Auseinandersetzung war, muss noch ermittelt werden. Ob Panik, Angst, oder eben der Suff massgeblich an der Tat beteiligt war, kommt dann auch raus.

  9. 5.
    Antwort auf [rbb24] vom 09.04.2018 um 20:23

    Danke.

  10. 3.

    So so, es mangelt also an Haftgründen. Drogendelikte, Diebstähle, fremdenfeindliche Äußerungen, verfassungsfeindliche Parolen, Beamtenbeleidigung, betrunken rumpöbeln, und nun kommt noch Körperverletzung hinzu, die wohl sicher als vorsätzlich anzusehen ist. Was fehlt jetzt noch, um mal ein paar Tage weggesperrt zu werden? Ah, ich weiß: Steuerhinterziehung.

  11. 2.

    Na das klingt doch nach einem Mann, der die konsequente Milde unseres Rechtssystems vollends verdient hat. So jemand sollte man nicht einsperren, dann könnte er ja keinem mehr was tun. Gut, dass Täterschutz bei uns so großgeschrieben wird. Ich hoffe, demnächst gerät er mal privat im Dunkeln mit einem Richter in Streit und diskutiert mit ihm seine Probleme. Über so viel Nachsicht und Inkonsequenz kann man nur den Kopf schütteln. Ein antiautoritärer Rechtsstaat, der seinen Namen tanzen kann. Aber mehr auch nicht, von Parkknöllchen abgesehen. Aber Autos beißen ja auch nicht.

    Wer hier Ironie vermutet, hat Wut und Verzweiflung übersprungen. Es ist Sarkasmus.

  12. 1.

    @rbb-24 Kann man davon ausgehen dass der Wagen inzwischen als Tatfahrzeug von der Polizei beschlagnahmt wurde?

    Btw. ist das keine "Schramme" an der Tür. Nach den Originalfotos zu urteilen kann man eindeutig sehen was passiert ist.

    Das gehört aber nicht hierher.

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