Unterschung Fluchtfahrtzeug Banküberfall Kolkwitz (Foto: rbb)
Audio: Antenne Brandenburg | 16.05.2018 | Dirk Schneider | Bild: rbb

Urteil am Landgericht in Weiden/Bayern - Bankräuber von Kolkwitz muss für elf Jahre ins Gefängnis

Er überfällt mit einem Komplizen die Sparkasse in Kolkwitz, lässt das Fluchtauto im Wald bei Forst stehen und flieht zu Fuß weiter: Knapp drei Jahre nach dem aufsehenerregenden Überfall im Spree-Neiße-Kreis ist ein Haupttäter verurteilt werden.  

Zu elf Jahren Haft hat am Mittwoch das Landgericht im bayerischen Weiden den Bankräuber verurteilt, der im Juni 2015 zusammen mit einem Komplizen eine Sparkasse in Kolkwitz (Kreis Spree-Neiße) sowie zwei weitere Banken in Sachsen und Bayern überfiel. Das Urteil fiel vergleichsweise hoch aus, weil der Täter in Kolkwitz eine Waffe trug, lag jedoch unter der Höchststrafe von 15 Jahren.

Der Mann selbst hatte die Taten eingeräumt, aber laut Gerichtssprecher gehofft, zunächst zu einer Drogentherapie verurteilt zu werden. Dem sind die Richter nicht gefolgt. Deshalb ist nicht ausgeschlossen, dass gegen das Urteil Revision eingelegt wird.   

Der Prozess fand in Bayern statt, weil der Verurteilte dort seine letzte Straftat begangen hat. Er soll zu einer Bankräuber-Gruppe aus Tschechien gehören. Für seinen Komplizen wurde die Auslieferung beantragt, ihm soll später der Prozess gemacht werden.

Tausende Euro erbeutet

Die Bande soll für insgesamt drei Banküberfälle in Sachsen, Brandenburg und Bayern verantwortlich sein. Der Raub in Kolkwitz sei der schwerwiegenste Fall gewesen, so ein Gerichtssprecher. Dort hatte der Angeklagte über 20.000 Euro erbeutet. Was davon noch übrig ist, und wo die mögliche Restbeute zu finden ist, sei nicht aufzuklären gewesen.

Länderübergreifender Ermittlungserfolg

Es war eine Ermittlungsarbeit über Ländergrenzen hinweg. Das Tatauto führte die Cottbuser Ermittler letztendlich zu den mutmaßlichen Tätern. Diese hatten den Fluchtwagen in Tschechien gestohlen und nach den Überfällen in einem Wald bei Forst zurückgelassen. Dabei hinterließen sie reichlich Spuren. Unter anderem waren die Männer vor einem weiteren Banküberfall in Sachsen geblitzt worden. Durch die Zusammenarbeit der Polizei und Staatsanwaltschaften in Brandenburg, Bayern, Sachsen und Tschechien konnte schließlich Anklage erhoben werden.

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