Der Angeklagter vor dem Urteilsspruch am Landgericht Cottbus (Foto: rbb/Krüger)
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Audio: Antenne Brandenburg | 17.05.2018 | Thomas Krüger | Bild: rbb

Urteil am Landgericht Cottbus - Gubener muss nach tödlichem Familiendrama in Psychiatrie

Die Nacht zum 15. August 2017 ist die letzte für eine 66-jährige Frau in Guben. Sie wird Opfer eines Verbrechens. Vor Gericht kommt ihr eigener Sohn. Er soll seine Mutter erstochen haben. Nun hat das Landgericht Cottbus ein Urteil gesprochen. Von Thomas Krüger

Weil er seine Mutter getötet hat, wird ein 42-jähriger Mann aus Guben für unbestimmte Zeit in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Das haben die Richter am Landgericht Cottbus am Donnerstag entschieden. Sie sind überzeugt, dass der Mann im August vergangenen Jahres seine 66-jährige Mutter mit mehreren Messerstichen getötet hat. Juristisch ist das Totschlag. Dennoch konnte der Mann dafür nicht verurteilt werden.

Eine Tragödie mit zwei Opfern

Es ist eine Tragödie mit zwei Opfern. Der Sohn tötet seine Mutter, weil er glaubt, er würde verfolgt. Er denkt, man trachte ihm nach dem Leben. Es gebe eine Organisation, denkt er, die Menschen und damit auch ihn steuere. In einem solchen Wahnanfall kommt es zum Streit zwischen ihm und seiner Mutter. Die Situation eskaliert, und der Mann sticht mehrmals zu.

Mann ist schon seit Jahren paranoid

Doch der Sohn wusste nicht, was er tat. Paranoide Schizophrenie nennen Gutachter im Prozessverlauf diesen Zustand. Für den erwiesenen Totschlag an seiner Mutter kann er nicht verantwortlich gemacht werden, er ist schuldunfähig. Seit Jahren leidet der Mann an dieser krankhaften seelischen Störung. Jetzt muss er für unbestimmte Zeit in ein psychiatrisches Krankenhaus. Denn das Gericht ist sich sicher, dass der Mann für die Allgemeinheit gefährlich ist.

"Getötet, ohne ein Mörder zu sein"

Die Staatsanwaltschaft ging von Anfang an davon aus, dass der Angeklagte psychisch krank ist. Er habe seine Mutter getötet, ohne ein Mörder zu sein, meinte der Staatsanwalt zum Auftakt des Prozesses. Die Krankheit sei bei ihm bereits einige Jahre vor der Tat diagnostiziert worden.

Der Fall hatte in Guben für großes Aufsehen gesorgt - auch deshalb, weil der inzwischen verstorbene Vater des Angeklagten für seine Verdienste um Sport und Kultur stadtbekannt war.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, innerhalb einer Woche kann Revision eingelegt werden.

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