Frank Jäckel verkauft einen Huhn an einen Bauern
Audio: Antenne Brandenburg | 14.06.2018 | Bild: rbb/Florian Ludwig

Fahrender Tierverkäufer in der Lausitz - Mutter, der Mann mit den Hühnern ist da

Zweimal im Monat fährt Frank Jäckel mit seinem Kleinlaster durch Lausitzer Dörfer. Mehr als 600 Hühner, Enten, Gänse und andere Nutzvögel hat er jedes Mal dabei. Darunter auch einige nützliche Helfer, die den Garten vor Plagegeistern schützen. Von Holger Keßler

Alle zwei Wochen setzt sich Frank Jäckel in seinen Kleinlaster, um über die Lausitzer Dörfer zu fahren. An Bord hat der 58-Jährige lebende Enten, Gänse, Hühner und Hähne.  

Seine Kunden sind meist ältere Bauern, die das Federvieh für ihre Höfe kaufen. Acht bis 12 Euro kostet ein Tier.

Ein Hahn guckt aus seinem Käfig
| Bild: rbb/Florian Ludwig

In der Regel arbeitet Jäckel auf Bestellung. Die Kunden rufen bei ihm an und warten dann auf die Lieferung ihrer tierischen Ware. In Burg (Landkreis Spree-Neiße) steht er zum Beispiel alle zwei Wochen an der Kirche. Ab und zu kommen aber auch Dorfbewohner einfach so an seinen Wagen, um eine Henne oder einen Hahn mitzunehmen.

Von Dänenenten bis Mastküken - der "Hühnergott" hat alles an Bord

Der Kleinlaster bietet Platz für mehr als 600 Tiere. Von Wildenten über Mullarden bis zu Hühnern und Gänsen hat Jäckel auf seinen Touren alles dabei.

Laufenten zum Beispiel eignen sich nicht nur gut als Sonntagsbraten. Zu ihren Lieblingsspeisen gehören Nacktschnecken, weshalb sich viele Gärtner genau diese Rasse zulegen, um ihr Gemüse vor den schleimigen Plagegeistern zu schützen.

Perlhühner eignen sich wiederum perfekt, um Ratten und Mäuse abzuschrecken.

Frank Jäckel steht an seinem Transporter, in dem bis zu 500 Gänse, Enten und Hühner Platz haben
Bild: rbb/Florian Ludwig

Wenn Frank Jäckel über die Dörfer rollt, reicht ein lautes Hupen. Seine Kunden wissen dann genau, wer vor der Tür steht. So wie zum Beispiel eine Rentnerin aus der Spreewaldgemeinde Werben. Sie kommt immer mit Kaffee und Kuchen vor die Tür und dann wird erst einmal ausgiebig gefrühstückt, bevor sie eine Gans oder einen Hahn kauft. 

Einige kennen den Jäckel schon seit 28 Jahren. So lange rollt er nämlich schon mit seinem Hühnertransporter durch die Lausitz. Geht es nach ihm, sollen noch viele weitere Jahre folgen. Ans Aufhören denkt der "Hühnergott der Lausitz" jedenfalls noch lange nicht.

Sendung: Antenne Brandenburg, 14.06.2018, 16.40 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

Das könnte Sie auch interessieren

Archivbild: Tagung der Kohlekommission in Brandenburg. (Quelle: rbb/Brandenburg Aktuell)
rbb/Brandenburg Aktuell

Interview | Diskussion um Ausstiegsdatum - Kohlekommission unter Druck

Raus aus der Braunkohle bis 2038? Mit diesem Vorstoß hat Roland Pofalla, Vorsitzender der Kohlekommission, die am Dienstag zusammenkommt, sich nicht nur Freunde gemacht. Was die Diskussion für die Region bedeutet, erklärt Andreas Rausch aus dem rbb-Studio Cottbus.