Der Oberbürgermeister der Stadt Cottbus, Holger Kelch (CDU) (Quelle: dpa/Hirschberger)
Video: rbb Aktuell | 13.06.2018 | Bild: dpa/Hirschberger

26 Festnahmen nach Schlägereien - Cottbuser Oberbürgermeister verurteilt Ausschreitungen

Wieder ist es in Cottbus zu Auseinandersetzungen gekommen - diesmal unter Flüchtlingen aus unterschiedlichen Herkunftsländern. Oberbürgermeister Kelch will eine solche "Eskalation der Gewalt" nicht hinnehmen. Unterdessen durchsuchte die Polizei ein Flüchtlingsheim.

Der Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch hat die Auseinandersetzungen von Flüchtlingen in der Lausitzstadt verurteilt. "Eine derartige Eskalation der Gewalt ist nicht hinnehmbar, gerade nicht von Menschen, die angeben, vor Gewalt in ihrer Heimat bei uns in der Stadt Schutz zu suchen", erklärte der CDU-Politiker in einer schriftlichen Stellungnahme. "Wenn Gespräche und klare Ansagen nichts nutzen, dann muss konsequent und rechtsstaatlich gestützt abgeschoben werden", so Kelch.

Mehrere Menschen bei Streit zwischen Tschetschenen und Afghanen verletzt

Auf einem Fußballplatz in der Nähe eines Asylbewerberheimes im Cottbuser Stadtteil Sachsendorf ist es nach Polizeiangaben am Dienstagabend zu Auseinandersetzungen gekommen. Wie Torsten Wendt von der Polizeidirektion Süd dem rbb am Mittwoch mitteilte, gingen Bewohner der Unterkunft aufeinander los. Es soll sich um zwei Gruppen junger Männer aus Tschetschenien und Afghanistan gehandelt haben. Mehrere Menschen wurden verletzt.

Der Einsatz vor dem Flüchtlingsheim war nicht der einzige Einsatz für die Polizei an dem Abend, insgesamt wurden nach Ausschreitungen und Gewalt 26 Personen vorübergehend festgenommen. Am Dienstagabend war die Polizei nach dem Einsatz am Asylbewerberheim zusätzlich zum Brandenburger Platz gerufen worden. Ein Zeuge hatte gemeldet, dass ein Mann von einer Personengruppe, die mit Latten ausgerüstet war, verfolgt werde. Bei einem weiteren Vorfall soll ein Syrer durch mehrere Afghanen zunächst mit Schlägen und Pfefferspray angegriffen und dann bestohlen worden sein.

Die Flüchtlingsunterkunft in Cottbus Sachsendorf (Bild: rbb/Holger Kessler)
Flüchtlingsheim in Cottbus-Sachsendorf | Bild: rbb/Holger Kessler

Durchsuchungen und eine Festnahme in Flüchtlingsheim

Am Mittwochnachmittag durchsuchten dann dutzende Beamte die Flüchtlingsunterkunft in Sachsendorf nach Waffen und anderen Gefährlichen Gegenständen. Dabei seien Golfschläger, massive Holzlatten, Fahrradschlösser sowie weitere gefährliche Gegenstände sichergestellt worden, wie die Polizei mitteilte. Diese Gegenstände seien zum Teil am Vortag als Schlagwerkzeuge genutzt und in Verstecken deponiert worden.

Ein 27 Jahre alter Mann aus Afghanistan wurde vorläufig festgenommen. Er stehe im dringenden Tatverdacht, mit einem Messer bewaffnet an den Auseinandersetzungen am Vorabend beteiligt gewesen zu sein, so die Polizei.

Bereits am Sonntag hatte es im selben Asylbewerberheim eine Schlägerei gegeben, so die Polizei. Ein 28 Jahre alter Afghane war demnach von mehreren Männern aus Tschetschenien geschlagen worden. Der Verletzte sei ins Krankenhaus gebracht worden.

Stadtverwaltung prüft Trennung von Asylbewerbern

Die Stadtverwaltung hat am Mittwoch angekündigt, als Konsequenz auf die Auseinandersetzungen eine räumliche Trennung der Asylbewerber aus Tschetschenien und Afghanistan zu prüfen. In Cottbus gibt es neben der Unterkunft im Stadtteil Sachsendorf noch eine weitere im Stadtteil Schmellwitz. Diese bietet Platz für gut 100 Flüchtlinge. 

Bei der Flüchtlingsunterkunft in der Sachsendorfer Hegelstraße handelt es sich nach Angaben der Stadtverwaltung Cottbus um einen Verbund mehrerer Wohnungen. Derzeit lebten dort rund 180 Menschen, davon 30 alleinstehende Männer. Neben Afghanen und Tschetschenen seien dort unter anderem auch Menschen aus Nigeria, Pakistan, Syrien und dem Irak untergebracht.

Nach rbb-Informationen lebten Anfang des Jahres rund 4.000 Flüchtlinge in Cottbus. Mehrere hundert von ihnen stammen aus Afghanistan und Tschetschenien.

Sendung: Brandenburg aktuell, 13.06.2018, 19.30 Uhr

Kommentar

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41 Kommentare

  1. 41.

    Es sind hier immer die gleichen die hier rechte Gewalt und Täter vertuschen, verharmlosen oder gar rechtfertigen wollen.

    Freiberg, wie auch Cottbus und Umgebung gehören zu den Ecken in Ostdeutschland wo sich die Nazis anscheinend besonders wohl fühlen, stark aktiv sind und offensichtlich akzeptiert, zumindest aber toleriert werden.

    Warum?

    Wo habe ich geschrieben der Cottbuser OB wäre ein Nazi? Das ist doch nur wieder die bekannte Vorgehensweise von ihnen und ihresgleichen. Unterstellungen, Diffamierungen usw. Lächerlich.

  2. 40.


    " Fahrradschlösser sowie weitere gefährliche Gegenstände sichergestellt worden". Fahrräder verbieten.

  3. 39.

    Damit haben Sie sich jetzt völlig unglaubwürdig gemacht. Aber Sie haben Recht, belassen wir es dabei.
    Den Rest meiner Antwort hat Ihnen sinngemäß Dirk aus Freiberg bereits geliefert.

  4. 38.

    Jetzt machen Sie sich langsam lächerlich, auch wenn Sie nur meinen.
    "Freiberg, die sächsische Nazihochbug", Cottbus gehört unter Zwangsverwaltung, weil sogar der Oberbürgermeister Ihrer Meinung nach ein Nazi ist.
    Nehmen Sie mal Ihre rosarote Berlinbrille ab, schauen Sie sich mal die Realität, z.B. die Wahlergebnisse in Ihrem Kiez an und hören Sie auf pauschal ganze Städte und Regionen außerhalb Berlins als Nazihochburgen zu diffamieren.

  5. 37.

    Sie wissen ganz genau was ich meine...

    Alle ehrlichen Antworten darauf würde jetzt die "Netiquette" kassieren, also lassen wir es dabei.

  6. 36.

    Schön wenn Sie schon oft in Cottbus waren. Ich stamme aus Cottbus, habe dort noch Familie und viele Freunde, bin sehr häufig in Cottbus und erlebe dort nicht mehr Menschen die irgendeine Schuld bei anderen suchen, als in Berlin, Freiberg oder anderswo. Das beschauliche Freiberg hat übrigens ähnliche Probleme mit kriminellen und gewalttätigen Migranten wie Cottbus, auch wenn man das in der schönen Bundeshauptstadt wahrscheinlich nicht wahrnimmt.
    Und nein, ich bin weder asylkritisch noch ausländerfeindlich oder rechtsextrem, auch kein Freund der AFD oder anderer populistischer Parteien, aber ich empfinde es als anmaßend wenn Leute aus der Entfernung den Stab über eine ganze Region brechen und den Cottbusern eine kollektive Nazigesinnung unterstellen.

    Versucht doch einfachmal über den Tellerrand Eures Speckgürtels hinauszusehen.

  7. 35.

    Manch Spandauer hat halt die Eingemeindung nach Berlin in den 1920ern noch nicht verwunden. Da fährt man zum Einkaufen immer noch nach Berlin. ;-)

  8. 34.

    Also Sie wissen es gar nicht.
    Kleiner Tipp: Es ging um Neonazis, nicht die AfD. Die ist unstrittig sehr weit rechts, aber nicht rechtsextrem und gleich gar nicht rechtsradikal. Also: Wie viele Prozent Rechtsradikale gibt es dort? Sie dürfen Rechtsextreme gern auch dazuzählen. Sie haben die Behauptung aufgestellt, also belegen Sie sie doch auch!

  9. 33.

    Ach Mann, es geht hier nicht um Nazis, die noch nicht einmal an der Massenschlägerei beteiligt, noch den Grund dazu lieferten. Es geht um, wie immer in diesen Kreisen Asylsuchender, um Ehre, um Vormacht, um den Glauben. Das hat nun wahrlich nichts mit Nazis zu tun.
    Also, um Ihre ausgeprägte Nazimanie auszuleben, war das hier nicht das Thema.

  10. 32.

    Sie würden es ja doch nur wieder "wegdiskutieren" wollen und für solche Spielchen ist mir meine Zeit zu schade.

    Aber ich gebe ihnen einen Tipp: Wenn die AfD schon auf rund 30% kommt....

  11. 29.

    Und Spandau ist nicht Berlin? Na Sie haben ja auf den verschiedensten Gebieten so Ihre Wahrheiten ;-)
    Langsam glaube ich, dass einst die Mauer um Westberlin mehr dem Schutz der restlichen Bevölkerung dienen sollte.

  12. 28.

    Schickt die Leute doch einfach nach Hause. Wir wollen einfach nicht mit deren Gewalt- und Hassproblemen konfrontiert werden. Dann sind wir sicher, und die sind endlich wieder zu Hause.

    Man muss auch das Sicherheitsbedürfnis der Deutschen berücksichtigen. Es geht einfach so nicht weiter.

    Ab nach Hause mit solchen Gewalttätern, egal was da angeblich so schlimm sein soll wo die herkommen. Wer Gewalt ausübt, macht sich seines Gastrechtes verlustig.

  13. 26.

    Schein, der "Gute" strebt die Meinungshoheit an.
    26 Festgenommene!!
    Letztlich bleibt nur zu fragen, was jetzt weiter mit den Rädelsführer passiert.
    Passiert jetzt das, was immer in Cottbus passiert? Werden die jetzt, statt sofort abgeschoben zu werden, in andere Aufnahmeheime verbracht? Exportiert man Brutalität, Kriminalität, Körperverletzung, Aggression in andere Landstriche Brandenburgs?
    Nebenbei: die Durchsetzung des GG, Artikel 16a, bedingt eine schnelle Abschiebung, da Tschetschenien und Afghanistan als sichere Herkunftsländer gälten.

  14. 25.

    Interessant was sie so alles in meinen sarkastischen Beitrag hineininterpretieren.

    Und Südbrandenburg hat keine "kleine Gruppe der wirklichen Neonazis", sondern ein gewaltiges Problem, welches immer noch nicht adäquat angegangen wird.

    https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2017/11/neonazi-szene-lindenau-reaktion-senftleben.html

    https://www.berliner-zeitung.de/berlin/neo-nazis-in-brandenburg-die-extreme-rechte-wird-professioneller-4420088

    https://www.tagesspiegel.de/berlin/rechtsextreme-in-brandenburg-lausitzer-rundschau-erneut-von-nazis-angegriffen/10660866.html

    Diese Tatsachen können sich nicht mit ihrem Geschwurbel "wegdiskutieren".

  15. 24.

    Spandauer bitte, auch wenn man das Wissen über den Unterschied von einem Landei aus der tiefsten Provinz nicht erwarten kann. :-P

  16. 23.

    Freiberg, die sächsische Nazihochburg. Dann doch lieber die "Wohlfühlblase Berlin/Potsdam",

    Ja, ich war schon in CB. Nicht nur einmal. Mein erstes "Kennenlernen" von Cottbusser Bürgern werde ich so schnell nicht vergessen. Auf dem Bahnhofvorplatz lungerten Nazis herum und wir wurden bei der Abfahrt auf dem Bahnhof von Nazis angegriffen weil denen die Hautfarbe eines sehr guten Bekannten nicht passte. Niemand griff ein oder alarmierte wenigstens die Polizei.

    Aber die feige rechte Brut hatte die Rechnung ohne uns gemacht.

    Und ihren "Erklärbär" und "Klugscheißer" können sie sich das nächstmal verkneifen, auch wenn es schwerfällt weil man keine Argumente vorbringen kann.

  17. 22.

    Ich nehme an, Sie halten Ihre abschließende Frage für sehr klug. Sie ist aber leider nur ideologisch motiviertes Kurzdenken.
    Es wird eine abstrakte Gerechtigkeitsvorstellung und ein moralischer Imperativ zur Gleichbehandlung (von Unterschiedlichem) konstruiert: Einheimische Nazis kann man nicht abschieben, also dürfen auch keine illegalen Zuwanderer abgeschoben werden; manche islamistischen Gefährder haben nur die deutsche Staatsangehörigkeit, also ist eine Abschiebung der zugewanderten Gefährder "ungerecht" etc.
    Würde man eine solche Gerechtigkeitsvorstellung auf eine Situation anwenden, in der zwei Kinder in einen Fluss fallen, dürften Sie keines vor dem Ertrinken retten. Denn dasjenige zu retten, das Sie als erstes erreichen, wäre "ungerecht" gegenüber dem anderen, das währenddessen von der Strömung weggetrieben wird.
    Die kleine Gruppe der wirklichen Neonazis (nicht die 10-15% der Bevölkerung, die Sie meinen) wird bereits für konkrete Delikte regelmäßig gerichtlich abgeurteilt.

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