Peitzer Fischteich vor dem Kraftwerk Jänschwalde
Audio: Antenne Brandenburg | 09.08.2018 | Gerd Michaelis, Teichgut Peitz | Bild: rbb/Jasmin Schomber

Notabfischen geplant - Peitzer Fischer schlagen wegen Wassermangels Alarm

Wegen sinkender Wasserstände werden in Brandenburgs größter Karpfen-Region Peitz in Südbrandenburg die Vorbereitungen für ein stellenweises Notabfischen getroffen. Ein Teich wird auf jeden Fall abgefischt, möglicherweise kommen weitere hinzu, wie der Geschäftsführer der Teichgut Peitz GmbH, Gerd Michaelis, ankündigte. Das Wasser soll in benachbarte Teiche geleitet werden, um deren Wasserstände zu stützen. Die abgefischten Karpfen sollen dann dort wieder eingesetzt werden, weil sie noch weiter wachsen müssen.

Ein Mitarbeiter der Peitzer Edelfisch GmbH (dpa/Pleul)
So üppig lief die Karpfenernte 2017 | Bild: dpa-Zentralbild

Karpfen mögen warmes Wasser

Man hoffe so, die Situation mit ausbleibenden Regenfällen und heißenTemperaturen etwas zu entschärfen, sagte Michaelis. "Wir kriegen langsam Probleme, weil wir mit unseren Futterbooten auf den Teichen kaum durchkommen. Die Teiche werden immer flacher." Das Teichgut Peitz betreibt in der Region rund 100 Teiche.

Wegen der Hitze und Trockenheit blicken brandenburgische Teichwirte mit zwiespältigen Gefühlen auf die Saison. Dort, wo genügend Wasser und Sauerstoff in den Teichen vorhanden sind, ist es wegen der warmen Wassertemperaturen ein ideales Karpfenjahr, wie der Landesfischereiverband Brandenburg/Berlin mitteilte. Karpfen entwickelten sich besonders gut ab einer Wassertemperatur von 24 Grad.

Wolken würden den Karpfen schaden

Problematisch könnte es jedoch werden, falls das Wetter umschlägt und Wolkendecken eine direkte Sonneneinstrahlung verhindern und Algen deshalb im Wasser weniger Sauerstoff für die Fische produzieren. Auch auf sinkende Wasserstände wegen fehlenden Regens blicken Teichwirte mit Sorge - wie das Beispiel Peitz zeigt.

Wasserstand sinkt seit Wochen

Seit etwa drei Wochen fallen die Teiche permanent ein, berichtet Michaelis - das heißt, das Wasser geht zurück, täglich etwa ein bis zwei Zentimeter. Die Gluthitze sorgt für die große Verdunstung.

Im Herbst beginnt traditionell das Abfischen der Teiche - laut Landesfischereiverband aber erst dann, wenn die Wassertemperaturen sinken. Sollte es weiterhin so warm bleiben, könnte sich die Ernte nach hinten verschieben.

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