Holzkahn im Spreewald bei Lübbenau (Quelle: imago/ricok69)
Audio: Antenne Brandenburg | 11.09.2018 | Anke Blumenthal | Bild: imago/ricok69

Niedrigwasser wegen Dürre - Zwei Landkreise verbieten Wasserentnahme aus der Spree

Aus der Spree im Südwesten Brandenburgs darf ab sofort privat kein Wasser entnommen werden. Das teilten die Landkreise Dahme-Spreewald und Spree-Neiße am Mittwoch mit. Das Verbot gilt tagsüber von 6 bis 21 Uhr. Grund ist die anhaltende Dürre.

Seit Wochen hat es in Brandenburg nicht mehr richtig geregnet, die Spree führt Niedrigwasser. Durch das Verbot soll ein weiteres Absinken des Wasserspiegels verhindert werden. "Wir sprechen damit Menschen an, die beispielsweise mit elektrischen Pumpen Wasser für ihren Garten entnehmen", erklärte eine Sprecherin des Amtes Spree-Neiße. Für Landwirte hingegen gilt das Verbot nicht.

Zehn Gemeinden betroffen

Von diesem Verbot betroffen sind im Kreis Spree-Neiße die Städte Spremberg und Drebkau, die Gemeinden Neuhausen/Spree und Kolkwitz sowie die Ämter Peitz und Burg (Spreewald). Im Dahme-Spreewald-Kreis trifft es die Gemeinde Märkische Heide, das Amt Unterspreewald und das Amt Lieberose/Oberspreewald sowie die Stadt Lübben.

Wann wieder Wasser aus der Spree entnommen werden darf, hängt vom Wetter ab. Das Verbot gilt zunächst unbefristet.

Verbot kommt auch in Cottbus

Auch die Stadt Cottbus will verbieten, Wasser aus der Spree zu entnehmen. Das kündigte Stadtsprecher Jan Gloßmann am Dienstag an. Das Verbot trete in den nächsten Tagen in Kraft, wann genau sei noch nicht bekannt, so Gloßmann. "Das betrifft alle, die mittels Pumpe Wasser aus der Spree oder anderen Oberflächengewässern entnehmen." Sie dürfen dann täglich zwischen 6 und 21 Uhr kein Wasser herauspumpen.

Und: "Eine Reihe von kleineren Zuflüssen zur Spree und Dahme sowie verschiedene Grabensysteme sind bereits fast oder ganz trocken gefallen." Auch andere Flüsse in Südbrandenburg führen nur noch wenig Wasser. Die Schwarze Elster ist zum Beispiel bei Senftenberg teilweise ausgetrocknet.

"Wasserwirtschaftliche Extremsituation"

Kurt Augustin vom Brandenburger Umweltministerium sprach von einer "wasserwirtschaftlichen Extremsituation". Trotz der angespannten Lage bleibt die Wasserversorgung durch zusätzliches Wasser aus Sachsen bis in den Oktober hinein gesichert. Auch sei eine Verockerung des Spreewaldes derzeit nicht zu befürchten. Insgesamt stünden in verschiedenen Speichern "etwa acht Millionen Kubikmeter Wasser im Gesamtsystem der Spree" zur Verfügung, erklärte Augustin. Brandenburgs Wasserexperten wollen am 24. September erneut zusammenkommen und dann die Situation erneut bewerten.

Sendung: rbb24, 12.09.2018, 16.00 Uhr

Kommentar

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4 Kommentare

  1. 4.

    Das Verbot gilt von 6 - 21 Uhr? Dann wird der Rasen eben nachts gesprengt.
    Gibt es ein ähnliches Verbot auch für das Füllen von Tagebaurestlöchern? Wäre in der derzeitigen Situation sinnvoll, mehr als das Tagrasensprengverbot. So bringt das Ganze nichts.
    VG

  2. 3.

    @RBB: die Spree ist im Südosten Brandenburgs.

  3. 2.

    @rbb es wäre spannend gewesen wenn Sie recherchiert hätten wieviel Wasser denn die Landwirte entnehmen, und wieviel Wasser normale Leute zur Bewässerung ihres Gartens benutzen. Dem Bauchgefühlt nach verschwindet die private Nutzung im Vergleich zur landwirtschaftlichen.

  4. 1.

    Hmm ein wenig spät denke ich.Oder hat das Schelm ich gedacht,etwas mit dem Ende der Erntezeit zu tun?

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