Passanten blicken auf die zum Teil herabgerutschte Insel (Foto: Rasche Fotografie)
Audio: Antenne Brandenburg | 13.09.2018 | Jasmin Schomber | Bild: Steffen Rasche

Probleme für Tourismus - Im Senftenberger See rutscht ein Teil einer Insel weg

Alarm im Urlaubsparadies: Im Senftenberger See hat es nach Informationen von rbb|24 eine Rutschung gegeben. Betroffen ist ein Teil der Insel. Weil es für Boote und Surfer gefährlich werden könnte, wurde ein Teil des Sees gesperrt. Von Martin Schneider

Rutschungen im Lausitzer Seenland sind an den Restlöchern keine Seltenheit. Doch nun hat es das Tourismus-Vorzeigeprojekt getroffen: Im Senftenberger See (Oberspreewald-Lausitz) hat es am Donnerstagmorgen eine Rutschung gegeben. Ein Teil der Insel ist betroffen, es handelt sich um die ehemalige Innenkippe des Tagebau-Restlochs. Das sagte ein Sprecher des Bergbausanierers LMBV rbb|24.

Der Bereich war bereits zuvor gesperrt gewesen. Experten des Bergbausanierers LMBV und des Landesbergamtes haben sich bereits vor Ort ein Bild gemacht.

Abgerutschte Bäume einer ehemaligen Insel, die nun im Wasser stehen (Foto: Rasche Fotografie)
Bild: Steffen Rasche

Ausmaß noch unklar

Wieviel von der Insel ins Rutschen gekommen ist, ist noch nicht klar. Das soll jetzt etwa mit Hilfe von Drohnen geklärt werden, die das Gebiet abfliegen.

Vor Rutschungen war immer wieder gewarnt worden. Zu Saisonbeginn hatte die LMBV die Sperrbereiche bereits erheblich ausgeweitet. Das hatte erhebliche Einschränkungen für den Bootstourimus auf dem Senftenberger See nach sich gezogen. So musste der Saisonstart um rund einen Monat verschoben werden.  

Zur Begründung sagte der Bergbausanierer im April, dass durch die heftigen Stürme im vergangenen Jahr große Wellen die Insel unterspült hätten. Es seien Untiefen, also Sandbänke entstanden, die für Boote und Surfer gefährlich werden können. Weil es sich um ein Naturschutzgebiet handle, könnten die Sandbänke nicht ausgebaggert werden.

Teil des Senftenberger Sees gesperrt

Für Bootsfahrer wird es nun auf dem Senftenberger See enger. Der Bereich wird weiträumig abgesperrt, die Boote werden noch weniger Platz haben. Bis auf Weiteres ist der westliche Teil des Senftenberger Sees abgesperrt, die so genannte Niemtsche Bucht, damit Untersuchungen stattfinden können.

Die öffentliche Sicherheit sei nicht gefährdet, versichert Michael Mattis, der bei der LMBV für den Bereich Sanierung zuständig ist, - vorausgesetzt der Sperrbereich werde beachtet.

Ortsvorsteher fordert mehr Sicherheit

Der Ortsvorsteher des Senftenberger Ortsteil Niemtsch, Sven Mutel, hingegen forderte im rbb bessere Sicherheitsvorkehrungen. Die Insel müsse entweder komplett freigegeben oder komplett gesperrt werden. Er habe bereits als Kind eine Rutschung der Insel erlebt. Seither habe sich bei den Sicherheitsvorkehrungen "nicht viel getan". Zwar sei eine Brücke inzwischen nicht mehr begehbar. Doch es gebe andere Möglichkeiten, auf die Insel zu gelangen. "Man sollte hier schnellstmöglich handeln."

Auch sollte sichergestellt werden, dass nur die Insel von Rutschungen bedroht ist - und nicht auch der Ortsteil. Denn man wisse nicht, wie die Bodenbeschaffenheit hier ist, so Mutel.

Schockierte Schaulustige

Am Strand im Senftenberger Ortsteil Niemtsch versammelten sich am Donnerstag einige Schaulustige. "Gestern war ich hier noch baden," sagte ein Passant, während er auf die Baumkronen sah, die nur noch zum Teil aus dem Wasser gucken. "Dass es rutschig ist, ist schon immer klar. Aber das es so schnell geht, hätte ich nicht gedacht."

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