Ein ausgebranntest Waldstück in der Lieberoser Heide (aufgenommen am 11.09.2018, Quelle: rbb)
Video: rbb24 | 13.09.2018 | | Bild: rbb

Brände sind weitestgehend gelöscht - Feuerwehr zieht sich langsam aus Lieberoser Heide zurück

Die Lage in der Lieberoser Heide hat sich entspannt, die meisten Einsatzkräfte wurden inzwischen abgezogen. Seit Freitag überwachen nur noch 20 Feuerwehrleute das munitionsbelastete Gebiet, in dem es tagelang gebrannt hatte.

Der Großbrand in der Lieberoser Heide ist weitestgehend gelöscht. Das teilte Kreisbrandmeister Ronals Junis am Freitag mit. Dem Landkreis Dahme-Spreewald zufolge konnten noch am Donnerstagabend etwa 180 der mehr als 200 Einsatzkräfte den Rückzug antreten. In der Nacht zu Freitag hätten nur noch 20 Kräfte von Feuerwehr und Katastrophenschutz die Einsatzstelle überwacht. Sie sollten noch Restlöscharbeiten durchführen, weil Glutnester weiterhin glimmen können. 

Seit Montag hatte es auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz in der Lieberoser Heide auf einer Fläche von etwa 200 Hektar, darunter auch Moorgebiet, gebrannt. Über 200 Kräfte von Feuerwehren, Rettungsdienst, Technischem Hilfswerk (THW), Katastrophenschutz und Bundeswehr waren im Einsatz.

Hubschrauber bleiben in Bereitschaft

Ein Räumpanzer der Bundeswehr zog westlich der Einsatzstelle einen fünf Meter breiten Schutzstreifen. Unterstützt wurden die Löscharbeiten von zwei Hubschraubern der Bundespolizei und Bundeswehr. Sie sollen zunächst weiter in Bereitschaft bleiben. 

Einsatzleiter Judis bedankte sich bei allen Beteiligten, sie hätten in einem sehr Kräfte zehrenden Einsatz Engagement und Durchhaltevermögen bewiesen. Der Einsatz in der Lieberoser Heide sei ein übergreifendes Ereignis gewesen und habe gezeigt, dass im Ernstfall die Zusammenarbeit und Koordinierung zwischen kreisübergreifenden Einheiten gut und verlässlich funktioniere.

Selbst mit dem Panzer zu gefährlich

Die Brandbekämpfung in dem Gebiet war besonders schwierig: Weil es stark mit Munition belastet ist, konnte die Feuerwehr nicht in das Brandgebiet reingehen. Die Munition liege offen oberirdisch herum, sagte Förster Axel Becker am Donnerstag nach einer Kontrollfahrt im Panzer. "Es gab auch Partien der Landschaft, wo wir auch mit dem Panzer nicht langgefahren sind, weil es zu gefährlich war", so der Förster. Die Bundeswehr sprach von Artilleriegeschosen und Bombenblindgängern. 

Eine besondere Herausforderung war nach Angaben von Judis auch der Aufbau der sechs Kilometer langen Wasserversorgungskette mithilfe des THW. 

Landesbeauftragter hält Brandstiftung für möglich

Durch den Brand wurden auf der 200 Hektar-Fläche zum Teil wertvolle Moore zerstört, die über Jahrtausende entstanden waren. "Brandstiftung kann nicht ausgeschlossen werden", sagte der brandenburgische Waldbrandschutz-Beauftragte Raimund Engel und bezog sich damit auf die Art und Weise, wie das Feuer entstanden war.

Die beiden ersten Brände seien am Montag innerhalb von nur zwei Stunden und in einem Abstand von nur einem Kilometer ausgebrochen, sagte Engel. Der Wind hat das Feuer über Nacht immer weiter vorangetrieben. Das Brandgebiet mit mehreren Feuerstellen lag zwischen Klein Liebitz und Byhleguhre-Byhlen nördlich von Cottbus.

Wegen der starken Rauchentwicklung wurde für den südlichen Teil des Landkreises Oder-Spree am Mittwochmorgen eine amtliche Gefahreninformation herausgegeben. Fenster und Türen sollten dort geschlossen bleiben. Diese Warnung wurde am Donnerstagnachmittag aufgehoben.

Waldbrandgefahr im Land wieder deutlich gesunken

Der Brandschutzbeauftragte Raimund Engel sprach am Dienstag von einer zunehmenden Waldbrandgefahr. Zu der Zeit galt in sechs Regionen im Süden Brandenburgs die höchste Gefahrenstufe.

Inzwischen aber wurde die Waldbrandgefahr im Land deutlich zurückgestuft. Am Freitag bsteht laut Umweltministerium fast überall im Land nur die zweitniedrigste Gefahrenstufe, in Ostprignitz-Ruppin und im Barnim sogar nur die niedrigste Warnstufe 1.

Luftbilder zeigen enorme Schäden bei Treuenbrietzen

Großes Feuer bei Treuenbrietzen im August

Mehr als 440 Mal hat es bislang in diesem Jahr in Brandenburgs Wäldern gebrannt. Den ersten Brand gab es Engel zufolge bereits am 4. März - bei Bodenfrost. Im August hielt ein rund 400 Hektar großes Feuer Anwohner und Einsatzkräfte rund um Treuenbrietzen (Potsdam-Mittelmark) in Atem. Auch bei Jüterbog (Teltow-Fläming) und in der Lieberoser Heide (Dahme-Spreewald) kam es zu riesigen Waldbränden.

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