Schild der Staatsanwaltschaft Cottbus (Bild: Anja Kabisch/rbb)
Audio: Antenne Brandenburg | 01.11.2018 | Anne Holzschuh | Bild: rbb/Anja Kabisch

Unfalltod ägyptischer Studentin in Cottbus - Ermittlungen wegen rassistischer Beleidigung eingestellt

Im Fall des Unfalltods einer ägyptischen Gast-Studentin in Cottbus hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen fahrlässiger Tötung erhoben. Das sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Bernhard Brocher dem rbb am Donnerstag.

Die Ermittlungen wegen rassistischer Beleidigung habe die Staatsanwaltschaft jedoch eingestellt. Die Vorwürfe seien in keiner Hinsicht erwiesen, sagte Brocher. Mehrere Dutzend Zeugen, darunter Sanitäter und Polizisten, hätten nicht bestätigen können, dass ein Beifahrer das Unfallopfer rassistisch beleidigt habe. Auch die junge Frau nicht, die diese Vorwürfe öffentlich gemacht hatte, so die Staatsanwaltschaft.

Prozess wegen fahrlässiger Tötung

Der Unfallverursacher muss sich nun wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Ob der Prozess vor dem Jugendschöffengericht in Cottbus stattfindet oder in Dresden, dem Wohnort des Fahrers, ist noch unklar.

Der damals 20-Jährige soll im April 2017 mit überhöhter Geschwindigkeit in einer Tempo-30-Zone gefahren sein. Dort erfasste sein Fahrzeug die 22-jährige Gaststudentin. Die Ägypterin erlag wenige Tage nach dem Unfall ihren schweren Verletzungen. Nach rbb|24 - Informationen hätte sie einem Gutachten zufolge überleben können, wenn sich der Fahrer an die vorgeschriebene Geschwindigkeit gehalten hätte.

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3 Kommentare

  1. 3.

    Was sich als "Rechtsstaat" bezeichnet, muss sich immer als solchen beweisen können. Hinzu kommt die Frage nach der Diskrepanz zwischen dem proklamierten und dem praktizierten Rechtsstaat. Niemand könnte eine mögliche Beeinflussung der vermeintlichen Zeugin beweisen, nämlich von ihrer möglichen Wahrnehmung nach dem Unfall abstand zu nehmen; die Tatsache, dass Rettungssanitäter und Polizei nicht sofort am Unfallort zugegen waren, dürfte aber außer Zweifel stehen. Ob und welche Äußerungen fielen, bleiben dennoch nach den ersten Berichterstattungen zum Tathergang als starke Vermutungen im Gedächtnis haften. Möchten Sie Beweise für die gefährliche Unvollkommenheit der dt. Justiz?

  2. 2.

    Weil eine Zeugin zunächst eine entsprechende Aussage tätigte - die Staatsanwaltschaft ging diesem Verdacht nach, dafür sind Ermittlungen ja da - am Ende brachten diese Ermittlungen eben den Schluss, dass sich die Vorwürfe nicht erhärten lassen und somit fallengelassen werden. Normales Prozedere in einem Rechtsstaat.

  3. 1.

    Nun stellt sich aber logischerweise die Frage, weshalb dahingehend ermittelt wurde?

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