abgesperrte Unglücksstelle Moritzteich bei Friedrichshain
Audio: Antenne Brandenburg | 30.01.2019 | Anja Kabisch | Bild: rbb/Anja Kabisch

Unglück am Moritzteich - Experten untersuchen Erdrutsch mit einem Toten in Spree-Neiße

Nach dem tödlichen Unglück am Moritzteich bei Friedrichshain suchen Experten nach der Ursache. Auf einer Länge von 100 Metern war die Böschung abgerutscht, ein 53-jähriger Waldarbeiter starb.

Am Tag nach dem Unglück ist der Harvester, die Holzerntemaschine, noch nicht geborgen. Das 30 Tonnen schwere Gerät ist im Moritzteich versunken, bedeckt von Wasser. Gutachter werden in den nächsten Tagen das Erdreich im Umfeld des Unglücks untersuchen - so lange kann die Maschine nicht aus der früheren Kohlegrube geholt werden.

Am Dienstag war hier ein 53-jähriger Mann bei Waldarbeiten mit dem Fahrzeug abgerutscht und umgekommen. Der Wald, in dem Bäume verschnitten werden sollten, gehört seit 19 Jahren Sebastian Rothenhahn - und genauso lange kennt er auch den Mann, der bei dem Unglück ums Leben gekommen ist. Jedes Jahr habe dieser - immer verantwortungsvoll - in Rothenhans Auftrag auf diesem Gelände gearbeitet, sagte er. Diesmal müsse es eine Verkettung unglücklicher Umstände gegeben haben, die zu diesem schrecklichen Unfall geführt haben. Rothenhahn ist auch am Tag danach noch immer fassungslos.

An dieser Stelle rutschte das Ufer am Moritzsee weg
Erdrutsch am Moritzsee | Bild: rbb/Anja Kabisch

Experten suchen nach der Unglücksursache

Auch Uwe Sell vom zuständigen Landesbergamt macht sich ein Bild am Ort des Unglücks. In den nächsten Tagen, sagt er, werde das Erdreich im Umfeld der Rutschung geotechnisch untersucht. Außerdem laufen Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft.

Es geht um die Antwort auf die Frage: Hat der Fahrer des Harvesters mit seinem tonnenschweren Gerät selbst die Rutschung ausgelöst - oder ist sie eine Spätfolge des früheren Kohlebergbaus. Vor über 100 Jahren ist in dem jetzigen Moritzteich Braunkohle abgebaut worden.

Experten an der Unglücksstelle Moritzsee
Experten an der Unglücksstelle | Bild: rbb/Anja Kabisch

Kein Zusammenhang zu Erdbeben in Polen

Der Moritzteich ist seit vielen Jahren ein beliebtes Freizeitgelände für Einwohner aus dem nahegelegenen Friedrichshain (Spree-Neiße). Seit Jahrzehnten wird hier gebadet, nie gab es Probleme, berichtet ein Anwohner. Dass es zu diesem Unglück kommen konnte, ist für ihn ein großes Rätsel.

Vermutungen, dass ein Erdbeben in einer 90 Kilometer entfernten Kupfermine in Polen den Erdrutsch am Moritzteich ausgelöst haben könnte, haben sich allerdings nicht bestätigt. Das Beben habe nach dem Erdrutsch stattgefunden, bestätigen Experten. Infolge einer Erschütterung waren am Dienstag Teile eines Kupferbergwerks in Polkowice nordwestlich von Breslau (Wroclaw) eingestürzt.

Sendung: Brandenburg aktuell, 30.01.2019, 19:30 Uhr

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