Kohlegegner von Ende Gelände demonstrieren vor der Polizeidirektion-Süd in Cottbus
Audio: Antenne Brandenburg | 08.02.19 | Daniel Jorewitz | Bild: rbb/Daniel Jorewitz

Nach Besetzung von Braunkohlebaggern - Kohlegegner erheben schwere Vorwürfe gegen Polizei

Nach der Inhaftierung von insgesamt 18 Braunkohlegegnern erheben die Aktivisten von "Ende Gelände" und "Robin Wood" schwere Vorwürfe gegen die Polizei und gegen die Justizvollzugsanstalt Cottbus. Die Fraktion der Linken im Land Brandenburg teilte dazu am Freitag mit, es sei die Rede von fehlenden Toiletten, sowie von "fünfstündigen Aufenthalten in ungeheizten Polizeiautos mit angelegten Handfesseln".

Dem Bundestagsabgeordneten der Linken, Lorenz Gösta Beutin, sei der Zugang zur JVA Cottbus, den Inhaftierten der Kontakt zu Ärzten und zu Anwälten verwehrt worden.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der Landtagsfraktion, Thomas Domres, teilte dazu mit, dass die Vorwürfe sehr ernst genommen würden. Innen- und Justizminister seien unterrichtet worden. Dabei gehe es nicht um eine Bewertung der Aktionen der Aktivisten, es solle lediglich die Verhältnismäßigkeit der Polizeimaßnahmen überprüft werden.

Polizei weist Vorwürfe zurück

Die Polizei wies die Vorwürfe auf rbb-Nachfrage zurück. Wie Sprecherin Ines Filohn am Freitag mitteilte, hätten sich die Beamten korrekt verhalten. Sollte es tatsächlich zu Fehlverhalten gekommen sein, stünde den Betroffenen der Rechtsweg offen. Die Fraktion der Linken könne den parlamentarischen Weg nutzen, um für Aufklärung zu sorgen.

Am Donnerstag war es vor der JVA Cottbus-Dissenchen zu weiteren Protesten gekommen. Zehn Teilnehmer hätten laut Polizei "Gegen Kriminalisierung von Umweltaktivisten" demonstriert. Dabei hätten die Demonstranten die Zufahrt zur JVA behindert, weshalb die Versammlung am späten Nachmittag aufgelöst wurde.

Drei Kohlegegner weiter in Haft

Nach der Besetzung von Baggern in den Lausitzer Tagebauen Jänschwalde und Welzow durch das Bündnis "Ende Gelände" sind von 18 inhaftierten Kohlegegnern 15 wieder auf freiem Fuß. Nachdem im Laufe des Donnerstags bereits neun Aktivisten freigelassen wurden, konnten am Abend vier weitere die Untersuchungshaft verlassen. Am Freitag kamen zwei Demonstranten frei.

Gegen insgesamt 23 Besetzer wurden am Montag Haftbefehle beantragt. Weil aber fünf von ihnen ihre Identität sofort offenlegten, kamen nur 18 Demonstranten in Untersuchungshaft. Nachdem nun 13 weitere Kohlegegner am Donnerstag und zwei am Freitag ihre Identitäten preisgaben und diese positiv geprüft wurden, befinden sich mittlerweile noch drei in Haft.

Sendung: Antenne Brandenburg, 08.02.2019, 6:30 Uhr;

Kommentar

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3 Kommentare

  1. 3.

    Was für Jammerlappen. Stehen stundenlang auf zügigen Förderbrücken und jammern, dass sie in einem "unbeheizten Polizeiauto" saßen.
    Das die aber die Versorgung mit Heizung und Energie sabotierten, dass scheint diesen "Aktivisten" egal.
    Das sich dann auch noch die Linken vor deren Karren spannen lassen, ...

  2. 1.

    Bezeichnend welche Partei - oftmals ohne die Vorwürfe erst einmal zu prüfen und von Vorurteilen gegen jegliche staatliche Ordnung behaftet, sich immer wieder für die Anliegen von Extremisten einspannen lässt. Damit tut sich Die Linke keinen Gefallen.

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