Gedenkstein für Farid Guendoul in Guben
Audio: Antenne Brandenburg | 13.02.19 | Anja Kabisch | Bild: Stadt Guben

Hetzjagd vor 20 Jahren - Guben gedenkt Neonazi-Opfer Ben Noui

Die Stadt Guben (Spree-Neiße) gedenkt in dieser Woche des algerischen Asylbewerbers Omar Ben Noui (bürgerlich Farid Guendoul), der vor 20 Jahren in der Neißestadt ums Leben gekommen war.

Der 28-Jährige wurde in der Nacht zum 13. Februar 1999 von Neonazis in den Tod gehetzt. Mehrere Jugendliche hatten ihn durch Guben gejagt, in Todesangst war Omar Ben Noui durch die Glasscheibe einer Haustür gesprungen. Dabei verletzte er sich schwer und verblutete.

Der Fall hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt. Die elf Täter wurden im Jahr 2000 verurteilt, einige von ihnen wegen fahrlässiger Tötung und gefährlicher Körperverletzung. Das Strafmaß lag zwischen Verwarnungen und drei jahren Jugendstrafe.

Offizielles Gedenken am Samstag

Das Verbrechen sei an Guben nicht spurlos vorbeigegangen und bis heute spürbar, sagte Bürgermeister Fred Mahro. Ein Vater könne noch leben, wenn nicht Hass und Gewalt aufeinander geprallt wären. Die Lebensgefährtin des 28-Jährigen war damals schwanger.

In der Hugo-Jentsch-Straße 14 in Guben erinnert ein Gedenkstein an Omar Ben Noui. Er trägt die Aufschrift "Mahnung gegen Rassismus, gegen Gewalt, gegen Fremdenfeindlichkeit". Am Samstag soll es dort ein offizielles Gedenken geben. "Wir in Guben gedenken Omar Ben Noui und damit auch all denen, die durch Hass und Gewalt zu Schaden gekommen sind", so Mahro.

Er wolle die Veranstaltung auch stellvertretend für die über 1.400 Kinder, Frauen und Männer durchführen, die in Guben leben und nicht in Deutschland geboren sind. Der Tod von Omar Ben Noui sei für die Stadt nicht nur eine Mahnung, sondern zugleich auch ein Auftrag.

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