Katze im Tierheim Cottbus (Bild: Anja Kabisch/rbb)
Audio: Antenne Brandenburg | 12.02.19 | Anja Kabisch | Bild: rbb/Anja Kabisch

Cottbuser Tierschutzverein reagiert empört - Unbekannter setzt Kater zum Sterben vor Tierheim aus

Unbekannte haben am Montag einen todkranken Kater vor dem Tierheim Cottbus ausgesetzt - und dafür empörte Reaktionen erhalten. Im Laufe des Tages ist der Kater gestorben.  

Wie das Tierheim am Montag via Facebook mitteilte, fanden Mitarbeiter den Kater am Montagmorgen vor dem Haus. Er sei in einem sehr schlechten Zustand gewesen, hieß es. Untersuchungen zeigten demnach, dass das Tier mit dem Felinen Immundefizienz-Virus infiziert war - umgangssprachlich Katzen-Aids genannt.

Weil dem Kater entsprechende Medikamente beigelegt waren, gehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Tierheims davon aus, dass der Vorbesitzer von der Erkrankung wusste und das Tier absichtlich zum Sterben abgestellt hatte.

Der Cottbuser Tierschutzverein reagierte auf Facebook mit Entrüstung. "Wir sind tief traurig, dass wir ihm nicht mehr helfen konnten und stinksauer auf so verantwortungslose Menschen", heißt es dort.

Der Kater sei völlig verängstigt gewesen, bestätigte das Tierheim auf rbb-Nachfrage. Durch den Regen in der Nacht sei der Kater vollkommen durchnässt gewesen.

Es komme zwar nicht oft, aber dafür immer wieder vor, dass ausgesetzte Tiere vor dem Heim gefunden würden. So sei es auch schon vorgekommen, dass Tiere einfach über den Zaun geworfen wurden.

Das Cottbuser Tierheim (Bild: Anja Kabisch/rbb)
Das Cottbuser Tierheim | Bild: rbb/Anja Kabisch

Nutzer zeigen Unverständnis

Die Nutzerkommentare unter dem Beitrag des Tierheims drücken überwiegend Unverständnis aus. Mehrere User mahnten, kranke Tiere bis zuletzt zu pflegen. Diese Reaktion teilt auch Claudine Klose vom Cottbuser Tierheim. "Ich hab selber Tiere, bin mit Tieren groß geworden. Wenn man dann manchmal das Elend hier sieht, ich kann es persönlich nicht nachvollziehen", so die Schichtleiterin.

Knapp 150 Katzen werden derzeit im Cottbuser Tierheim betreut.

Sendung: Antenne Brandenburg, 12.02.2019, 14:40 Uhr

Kommentar

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Antwort auf [Torsten] vom 12.02.2019 um 15:57
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3 Kommentare

  1. 3.

    Wie kann man nur so unmenschlich sein... auch wenn es sicher nicht schon ist, ein todkrankes Tier zu haben, so lässt man es doch gerade in den letzten Tagen/Stunden nicht allein. Es hat "seinen" Menschen lange begleitet und ihm Vertrauen geschenkt. Da muss ein Abschied in Liebe und Würde möglich sein - und vor allem in vertrauter Umgebung. Ich bin sehr traurig.

  2. 2.

    Die Perversion einiger Mitmenschen ist kaum zu ertragen. Kopfschütteln ist da zu wenig. Verachtung trifft es wohl deutlicher.
    Ich musste meinen Kater leider vor einem halben Jahr auf seinem letzten Weg so weit wie möglich begleiten. Ganz wichtig war dabei, den jahrelangen Liebling nicht aus seiner gewohnten Umgebung zu reißen, sondern den Hausbesuch der Tierärztin zu organisieren um es dem Tier so leicht und angstfrei wie möglich zu machen.
    Und sollte jemand wirklich nicht wissen, was dann mit dem toten Tier passieren soll, dem empfehle ich die Tierbestattung, welche auch immer eine sehr preiswerte und dennoch würdevolle Verabschiedung ermöglicht.
    Der traurige Vorfall am Cottbuser Tierheim soll Anlass sein, den vielen ehrenamtlichen und auch hauptamtlichen Helfern für deren Tätigkeit zum Wohl der Tiere zu danken.

  3. 1.

    Ich bin absolut empört, traurig und wütend. Wenn jemand sein Tier liebt, dann bis zuletzt.
    Letztes Jahr habe ich selber meinen schwerkranken Kater bis zu Ende begleitet.
    Wie feige und gefühllos ist das sein Tier einfach vor dem Tierheim abzusetzen.
    An dieser Stelle möchte ich auch meine Anerkennung für die Mitarbeiter aller Tierheime ausdrücken!

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