Zwei Sicherheitsmänner mit Fahrrädern im Branitzer Park (Quelle: rbb/Iris Wussmann)
Audio: Antenne Brandenburg | 01.03.2019 | Iris Wussmann | Bild: rbb/Iris Wussmann

Parkstreife im Branitzer Park - Pücklers Gartenreich kämpft mit zunehmendem Vandalismus

Vor einem Jahr brannte die berühmte Seepyramide im Branitzer Park. Der Anschlag auf die Grabstätte des Fürsten Pückler war ein Höhepunkt des Vandalismus - und löste heftige Diskussionen aus. Nun zieht der Park Konsequenzen.Von Iris Wussmann

Es ist der traurige Höhepunkt des ständig wachsenden Vandalismus in der Pücklerschen Gartenanlage in Cottbus-Branitz: Vor genau einem Jahr setzen Unbekannte die Seepyramide in Brand, die Feuerwehr kann nur mit Mühe die Flammen löschen.

Für die Fürst-Pückler-Stiftung Park und Schloss Branitz, Stadt und Land steht fest: Es muss etwas passieren. Ein Einzäunen der Anlage ist nicht möglich, deshalb wird jetzt die Parkstreife wiederbelebt.

Die gab es schon zu Pücklers Zeiten und nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die 80er Jahre.

Genau ein Jahr nach der Brandstiftung machen die beiden Männer ihren ersten Streifengang durch den Park.  

Pressetermin Einführung Parkstreife (Quelle: rbb/Iris Wussmann)
Bild: rbb/Iris Wussmann

Mit dem Crossrad auf der Pyramide

Die Streife ist mit Dienstfahrrädern ausgestattet:  So soll sie schnell bei Verstößen reagieren können in der weitläufigen Anlage. In der ist Fahrradfahren streng verboten - wie so einiges anderes: Blumen pflücken, Ski fahren, rodeln, Feuer machen, zelten. 

Doch diese Verbote scheinen einige kaum zu interessieren. In den letzten Jahren hat der Vandalismus dramatisch zugenommen, so der Cottbuser Ordnungsdezernent Thomas Bergner.

Ganze Scharen von Cross-Fahrradfahrern würden in den Park einfallen und die Pyramiden hinunterfahren, es werde gegrillt und gecampt. Sogar die Fische im Teich seien nicht sicher vor Räubern, Geocacher würden auf der Suche nach einem Schatz hemmungslos frisch bepflanzte Beete durchwühlen.

Im Schloss Branitz lebte Fürst Pückler, der aus 12 Duellen immer als Sieger hervorging. - Quelle: rbb
Bild: rbb

Streife soll vor allem ermahnen

Seit zwei Jahren kümmert sich eine Arbeitsgruppe um die Verstöße, doch das reiche offenbar nicht aus.

Die Stiftung will jetzt mit der Streife Präsenz zeigen: Die Männer werden jeden Tag zu unregelmäßigen Zeiten im Park unterwegs sein und sollen vor allem ermahnen.

Verstöße ahnden dürfen sie nicht - aber die Polizei rufen, wenn sich jemand uneinsichtig zeigt.

Angesichts eines deutlichen fünfstelligen Betrages, der durch Vandalismus verursacht wird,  seien die 65 Tausend Euro für die Männer gut angelegtes Geld, heißt es zum Start der Streife. Die soll zunächst bis zum Jahresende arbeiten, dann wird geschaut, ob sie Wirkung zeigt.

Für den Ordnungsdezernenten Thomas Bergner ist es angesichts der Belastung in der Cottbuser Innenstadt eine willkommene Unterstützung. "So haben wir ein gutes Gefühl,  dass bestreift wird, auch wenn wir nicht dabei sind."

Kommentar

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4 Kommentare

  1. 4.

    Vandalismus - weil er als eine Möglichkeit vorgelebt wird oder ist er als Protest gemeint. Aber auch als Protest-"Sprache" müsste jemand die Idee haben, dass Vandalismus verstanden werden wird. Sind wir wieder bei der ersten Alternative.

    Kurz und gut: Die Kinder lernen wie es von den Eltern vorgelebt wird. - Soweit meine Küchentisch-Psychologie.

  2. 3.

    Es kämpft wohl - leider - mit zunehmendeM Vandalismus.

    Im übrigen: Der Vorgang ist ein Zeichen der Zeit. Wir leben in einer Ich-ich-ich-Gesellschaft, die rücksichtslosen Egoismus zum Ideal erklärt hat - das aber zugleich leugnet. So wie viel über Umweltschutz gefaselt wird - und man dann eine Parkanlage buchstäblich verbraucht (oder gegen Plastikmüll wettert, aber viermal im Jahr in Urlaub fährt, gern auch fliegt).

  3. 2.

    Als Kind war ich fast jeden Winter auf dem zugefrorenen Wasser im Branitzer Park Schlittschuhlaufen. Nicht alle Brücken-Unterführungen waren wirklich zugefrorenen, aber es war ein wunderschönes Erlebnis von den Pyramiden bis zum Schloss zu kommen. Schade, dass heutzutage alles verboten ist. Man darf nicht mehr Radfahren, oder Skilaufen (ging ja nur Langlauf), oder eben besagtes Schlittschuhlaufen und von der Landpyramide runter zu rodeln ist auch eine schöne Erinnerung, die verboten ist.
    Wenn die Parkverwaltung den Branitzer Park weiter so konserviert, braucht sie sich nicht wundern, dass die Cottbuser den Park nicht als ihren Liebling betrachten. Dann laufen an einem wunderschönen sonnigen Sonntag weiterhin nur 10einsame Gestalten durch den Park und kein Cottbuser hat ein aufmerksames Auge auf evtl Vandalisten. Zumindest am Tag könnten dann einige Parkstreifen eingespart werden, wenn mehr Menschen überhaupt den Park genießen. Aber selbst den Vernünftigen wird durch die vielen Verbote der Parkbesuch verleidet. Mein Appell an die Parkverwaltung: lockern Sie die Vorschriften und laden Sie die Cottbuser ein, den Park wieder zu ihrem Liebling zu machen. Das dürfte auch den Ausstellungen im Schloss mehr Besucher bringen.

  4. 1.

    Erschreckend, wie sich ein Teil der Menschheit zunehmend immer unzivilisierter verhält....

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