Ein Haus in Alwine (rbb/Kabisch)
Audio: Antenne Brandenburg | 14.03.19 | Anja Kabisch | Bild: rbb/Kabisch

Ein Jahr nach dem Verkauf der Siedlung - Fledermäuse verhindern Sanierung von Alwine

Es war ein Aufsehen erregendes Angebot: Ein ganzes Dorf stand zum Verkauf, die Siedlung Alwine im Elbe-Elster-Kreis. Genau ein Jahr ist der Verkauf jetzt her. Von der Entwicklung eines Erfinderdorfes war die Rede. Passiert ist seitdem nichts.

Ende 2017 sollte die kleine Siedlung Alwine bei Uebigau-Wahrenbrück (Elbe-Elster) unter den Hammer kommen. Ein erster Interessent trat vom Kauf zurück, schließlich wurde Alwine vor einem Jahr an einen Investor verkauft. Der neue Eigentümer versprach eine Sanierung, sogar vom Aufbau eines Erfinderdorfes war die Rede. Im September 2018 wurden dann medienwirksam alte Badewannen und Fliesen aus einem Wohnblock herausgerissen. Seitdem ist nichts mehr passiert.

Schrottcontainer in der Siedlung Alwine (Bild: Anja Kabisch/rbb)
Schrottcontainer in Alwine | Bild: rbb/Anja Kabisch

Dorfbild noch immer unverändert

Noch immer stehen die Schrottautos voller Müll in Alwine. Nur vor dem kleinen Wohnblock, in dem Erika Kühne seit fast 60 Jahren lebt, stehen Koniferen, gegenüber sind Buchsbäume akkurat zu Kugeln geschnitten. Erika Kühne erzählt, herausgelehnt aus dem Fenster, dass seit September noch immer nichts im Ort passiert sei. "Wochenlang hat sich keiner sehen lassen", so Kühne. "Die haben wohl Material gebracht, Toiletten und Waschbecken, dann sind sie wieder fort."

Die Container mit Badewannen, Kesseln und alten Kühlschränken stehen noch genauso da wie im September. Eigentlich sollte auch das Dach des Wohnblocks längst saniert sein. Zumindest die Dachziegel sind geliefert worden. 

Dachziegel in der Siedlung Alwine (Bild: Anja Kabisch/rbb)
Dachziegel in der Siedlung Alwine | Bild: rbb/Anja Kabisch

Fledermäuse verhindern Sanierung

Doch die können noch nicht aufs Haus. Auf dem Dachboden des Wohnhauses wurden Fledermäuse gefunden. Sie verhindern eine zügige Sanierung, bestätigt auch Bürgermeister Andreas Claus. "Ich habe auch einen Anruf bekommen von der Unteren Naturschutzbehörde. Mein Kenntnisstand ist jetzt der, dass in der nächsten Woche ein Ortstermin stattfinden soll und geklärt werden soll, wie man da weitermachen kann", so Claus.

Dennoch vermisst der Bürgermeister ein planvolles Vorgehen. Seiner Meinung nach sind die Versprechungen nach dem Kauf noch nicht eingehalten worden. "Nichtsdestotrotz versuchen wir den Gesprächskontakt zu halten. Wir bieten uns immer wieder als Vermittler an, auch mit Behörden", so Claus. "Aber uns fehlt auch ein Ansprechpartner, der sich kontinuierlich um den Fortgang kümmert."

Fehlende Professionalität bemängelt

Andreas Claus wirft dem Investor fehlende Professionalität vor. Es mangele etwa an einer verlässlichen Bauplanung oder an Baubesprechungen vor Ort. Der Bürgermeister kann da nicht viel machen. Alwine ist eine privatrechtliche Angelegenheit zwischen dem Eigentümer und den Mietern.

Erika Kühne will dennoch in Alwine bleiben, auch wenn sie weiter auf ein neues Dach, ein neues Bad oder neue Fenster warten muss.

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