Video: Brandenburg Aktuell | 12.03.2019 | Phillip Manske | Bild: imago stock&people

Rekordsommer 2018 noch spürbar - Brandenburger Landwirte beklagen fehlende Winterfeuchte

Der Hitze-Sommer 2018 wirkt bis in das aktuelle Jahr nach. Trotz ausgiebiger Niederschläge fehlt den Böden nach Angaben von Landwirten die sogenannte Winterfeuchte: In tieferen Schichten ist die Erde zu trocken - wodurch auch die kommende Ernte in Gefahr ist.

Wenn Steffen Höppner über den Acker seines Betriebes geht, hat er Sorgenfalten im Gesicht. Zusammen mit Manfred Stahr führt er einen Agrarbetrieb in Bönitz (Landkreis Elbe-Elster). Beide machen sich Gedanken über die Beschaffenheit ihrer Böden. Nach dem Dürresommer 2018 haben sich diese noch nicht vollständig wieder erholt, trotz Regens in den vergangenen Tagen.

Sollte sich der Sommer 2018 in diesem Jahr wiederholen, werden die Landwirte deutlich größere Probleme bekommen. Da sind sich Stahr und Höppner sicher.

Wasser kann schnell verbraucht sein

Vergleichbare Jahre hätten beide noch nicht erlebt, sagen sie. Ihre Tiere leben derzeit von den Maisvorräten aus 2017. Von der letzten Ernte sind nur ein paar Pflanzenteile übrig. Ohne mehr Wasser sei aber auch die diesjährige Ernte in Gefahr, erklärt Höppner bei der Betrachtung seines Bodens. "Jetzt beginnt die Wachstumsphase, die Vegetation setzt ein, die Pflanzen ziehen Wasser", so Höppner. "Die sind jung, die sind triebig und bei herrlichem Sonnenschein ist das Wasser innerhalb von zwei Wochen aufgebraucht." Die sogenannte Winterfeuchte durch Schnee oder Regen fehle aber bislang. Nur wenn es noch ausreichend Niederschläge gebe, könne es noch ein gutes Erntejahr werden.

Sommerprognose noch nicht möglich

Eine Prognose dazu will Christian Schubert, Meteorologe beim Wetterdienst Meteogroup, auf Nachfrage von rbb|24 noch nicht abgeben. Seriöse Wettervorhersagen gingen über zwei Wochen nicht hinaus. Einen zu trockenen Winter konnte er aber nicht beobachten. "Dieser Winter war doch recht niederschlagsreich, vor allem der Januar und der Dezember", so Schubert. Nur im Februar sei es über einen längeren Zeitraum trocken geblieben. Dennoch liegt die bisher gemessene Niederschlagsmenge des Winters leicht über dem Durchschnitt. Das letzte mal gab es vergleichbare Mengen in den Jahren 2011 bis 2013.

Trotzdem reichen die Niederschläge für den Betrieb von Manfred Stahr und Steffen Höppner nicht aus. Den Sommer 2018 kann auch ein nasser Winter nicht ausgleichen.

Kommentar

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10 Kommentare

  1. 10.

    Hallo Urlauber, genau so ist es. Wozu arbeiten wir hart und bezahlen Steuern? Für Wein, Weib und Gesang.
    Um die Probleme des Landes sollen sich die Politiker kümmern. Dazu sind die da.

  2. 9.

    Wir haben zwar immer die billigen Lebensmittelpreise genossen aber ich gebe den Bauern trotzdem die Schuld billig Lebensmittel hergestellt zu haben. Das tut meinem Ego tut. Der Klimawandel ist jedenfalls nicht meine Schuld. Es sind immer die anderen. Ich bin ein unbeirrbarer Autofahrer und ich fliege gern in den Urlaub! Das ist mein Recht! Wann ist endlich der BER fertig?????!!!!!!! Ich will fliegen!!!!!!!! Unfähige Politik!!!!!!! Prost auf Deutschland!

  3. 8.

    Brandenburg ist vom Boden her für die Landwirtschaft so oder so wenig geeignet, da dieser Boden bereits seit dem Ende der Eiszeit völlig versandet ist.
    Aber dass es hier weniger als sonst regnet merken wir als Gartenbesitzer schon und über die verstärkten Stürme brauchen wir auch nicht weiter zu reden. Und das liegt wahrscheinlich grob gesehen am Klimawandel.

  4. 7.

    Na ja..... was der fehlende Niederschlag mit den Fehlern der bäuerlichen Bewirtschaftung zu tun hat erschließt sich mir nicht.
    Ich frage mich immer ist die Menschheit wirklich so verblödet das sie die Folgen ihres Handelns nicht erkennt?
    Im Internet sind 10 Jahre alte Berichte zu finden die beschreiben das der Osten auf Dauer austrocknen wird. Zu viele haben immer noch nicht begriffen was auf uns zu rollt und die Politik handelt einfach nicht.
    Wenigstens die Jugend begreift langsam worum es geht, um ihre Zukunft.

  5. 6.

    Also, ich habe den letzten Sommer sehr genossen. Bin auch erst im Herbst nach Spanien verreist - nein, nicht mit dem Flieger!
    Aber ansonsten gebe ich den anderen Kommentatoren recht, denn was die Landwirtschaft den Böden und der Umwelt antut, da darf man sich nicht wundern.
    Achso, im übrigen kann mir keiner vorwerfen, dass ich nichts für Umwelt tue - es ist nämlich leichter als man denkt - man muss es nur wollen ;-)

  6. 5.

    Erst jahrelang die Böden ruinieren und dann jammern. Ihr habt doch immer was.

  7. 4.

    Bauern jammern immer.

  8. 3.

    Was ist das denn für ein Kommentar? Nach mir die Sintflut? (Schön wär's!)
    Nebenbei hat auch Mallorca ein massives Wasserproblem und vielleicht würden Sie aufwachen, wenn sie vor Ort nichts mehr zum Betrinken vorfinden würden, genauso, wie sich nicht mehr duschen zu können.
    Vielleicht können Sie ja in ihrem Geisteszustand dann wenigstens einen Regentanz aufführen!

    Schlimm die Situation. Hoffentlich bleibt ein ähnlicher Sommer wie der letzte uns hier erspart.

  9. 2.

    Tja, das und das kommt auch davon, wenn der Boden jahrelang ausgelaugt wird, wenn Kleinteiligkeit eingetauscht wird, gegen riesige, monotone Flächen, wenn kein Leben mehr im Boden ist, immer weiter verdichtet wird u.s.w.u.s.f.

    Es wird ganz sicher noch schlimmer kommen, das liegt an der Trägheit unseres Systems, was sich nicht schnell genug anpassen wird, wenn Politiker und Bürger nicht endlich aufwachen und gemeinsam handeln.... aber angesichts der Kommentare hier und anderswo zu diesem Thema sehe ich da keine Chance ( siehe Zitat vom Urlauber... )

    Aber eines ist sicher: die ruhigen Zeiten sind erstmal vorbei, das Alles ist erst der Anfang einer umfangreichen Kette von Veränderungen. Wir haben es lange gewusst und nichts getan - im Gegenteil, es wurde immer mehr konsumiert. Jetzt kommt die Quittung. Aufhalten lässt sich das nicht mehr, nur noch eingrenzen. Die Zeiten von "5 vor 12" sind vorbei, es ist jetzt 12.

  10. 1.

    Tja das ist wirklich sehr traurig aber ich muss jetzt mit meinem Auto zum Flughafen um meinen Flieger nach Mallorca zu erwischen. Dort werde ich mich wochenlang betrinken. Ihr Bauern, ihr schafft das schon!

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