In einem Wäldchen in der Heidesiedlung in Dissenchen hat eine Wildschwein Bache am 18.03.2019 ihre Frischlinge bekommen. (Quelle: Michael Helbig)
Audio: Antenne Brandenburg | 19.03.2019 | Bild: Michael Helbig

Frau bei Angriff in Cottbus verletzt - Wildschwein will Nachwuchs schützen und greift Fotografen an

Weil sie ihre Frischlinge beschützen wollte, hat eine wütende Bache in Cottbus einen Fotoreporter und eine Frau angegriffen. Die Frau wurde dabei schwer an der Knieschiebe verletzt. Der Fotograf nimmt die Schuld auf sich.

Michael Helbig ist als selbstständiger Fotoreporter immer auf der Suche nach dem perfekten Schnappschuss. Doch sein letzter Auftrag wird ihm wohl noch lange in Erinnerung bleiben.

Dorfbewohner aus dem Cottbuser Stadtteil Dissenchen hatten der Lokalredaktion der "Lausitzer Rundschau" eine Bache gemeldet, die es sich mit ihren Frischlingen an einer Hecke gemütlich gemacht hatte.

Kniescheibe zertrümmert

Als Michael Helbig die kleine Wildschweinfamilie jedoch fotografieren wollte, griff die Bache ihn an. Der Fotograf war den Wildschweinen nach eigener Aussage zu sehr auf die Pelle gerückt.

Er selbst hatte Glück und wurde nur leicht am Schienbein verletzt. Einer Dorfbewohnerin, die Michael Helbig zu dem Wildschweinplatz geführt hatte, wurde bei dem Angriff die Kniescheibe zertrümmert.

Foto aus der Heidesiedlung im Cottbuser Ortsteil Dissenchen, in dem der Wildschweinangriff passierte (Quelle: rbb/Schomber)Foto aus der Heidesiedlung im Cottbuser Ortsteil Dissenchen, in dem der Wildschweinangriff passierte

Förster rät: "Ruhe bewahren"

In keinem Fall sollte man direkt auf Wildschweine zugehen, warnt Peter Polleschner von der Oberförsterei Cottbus. Stattdessen sollte man sich vorsichtig entfernen, dabei aber möglichst laut sein. Zudem warnt der Förster davor, Hunde auf Wildschweine oder anderes Wild zu hetzen.

Jetzt im Frühjahr bringen die Bachen ihren Nachwuchs auf die Welt. Die Muttertiere seien deshalb sehr leicht reizbar und besonders aggressiv, sagt Polleschner. Im Durchschnitt bekommt jede Bache pro Wurf sechs Frischlinge.

Kommentar

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19 Kommentare

  1. 19.

    Eigenverschulden!!!
    Einfach die Tiere in Ruhe lassen, dann passieren solche „Unfälle“auch nicht

  2. 18.

    Und ein rein instinktgesteuertes Verhalten ist nicht dumm?
    Zudem wird in den letzten beiden Absätzen des Berichtes ausdrücklich auf die Aggressivität dieser Tiere hingewiesen. Abstandhalten reicht offenbar nicht, man sollte sich besser entfernen. Und das spricht für mich für eine Bösartigkeit, die über Schutz und Verteidigung deutlich hinausgeht und daher (wenn möglich) auch Selbstverteidigung legitimiert.
    Greift mich ein Insekt an (sticht mich beispielsweise eine schwangere Mücke), lautet meine Reaktion für gewöhnlich "Klatsch!".
    Und ein wütendes Raubtier sollte sich besser nicht einem bewaffneten Jäger nähern.
    Daher: Kein Mutterschutz für Schweine. Bösartigkeit ist nicht hinnehmbar und jeder hat das Recht, sich seiner Haut zu wehren (ja, liebe Tierfreunde: Auch jeder Mensch).

  3. 16.

    Frage: Attackieren durch eine, durch Sie bezeichnete clevere Spezies auf alles (.....)?
    Ich nenne es Instinkt, nachzulesen nicht nur im weltweiten Netz, auch in Fach-und Schulbüchern, falls letzteres passieren durfte.
    Und eine Annäherung an eine Bache, die sich und die Jungen nur durch Angriff zu verteidigen vermochte, impliziert, dass die Nähe dergestalt war, dass das Tier nicht ausweichen konnte. Erst dann erfolgt ein Angriff, ergo waren die Menschen für das Tier für den Moment aggressiv.
    Das nenne ich mal ganz unvoreingenommen Verhalten.
    @ Kathleen: japp, dass geschieht uns mit unseren Hunden im Auslaufgebiet ständig, nur können sie dort ausweichen, aber die Bachen haben dort auch schon den einen oder anderen Hund maßgenommen und ja, Hunde außerhalb des Auslaufs (nicht nur) in der Jungfernheide gehören immer an die Leine.
    Meist konnten wir den Tieren ausweichen oder sie rannten davon.

  4. 15.

    Wurden Sie angegriffen oder warum haben Sie sich die Schulter geprellt? Auf jeden Fall wünsche ich gute Besserung.
    P.S.: Stimmt, bei mir sind die Schweine auch oft ganz in der Nähe von stark frequentierten Wegen. Am "interessantesten" war es, als ich ca. 10 Wildschweine im Garten hatte (Zaun war kaputt)...

  5. 14.

    Wildschweine sind gefährlicher als Wölfe, wie man hier sieht.
    Oder anders gesagt: Wölfe sind völlig harmlos im Vergleich zu anderen Tierarten.

  6. 13.

    Ist mir gestern auch passiert, mitten in Berlin, im Volkspark Jungferheide. Bin mit dem Schrecken und ner geprellten Schulter davongekommen. Die Bachen suchen sich aber auch manchmal die blödesten Plätze aus, um ihre Jungen zu bekommen. Sie lag keine 5 Meter von einem stark frequentierten Weg im Park entfernt im Gebüsch. Noch ein Aufruf: Hundehalter, bitte lasst Eure Hunde an der Leine!

  7. 12.

    Ich bin schon mehrfach in den letzten Jahren auf Bachen mit Frischlingen gestoßen (wohne am Wald). Passiert ist mir zum Glück nie etwas; die Tiere hatten aber auch immer die Möglichkeit zu fliehen.

  8. 11.

    Das war ein Wortspiel (was meine Überzeugung festigt, dass Ironie ein guter Intelligenztest ist).
    Und blindwütiges Attackieren praktisch jedes Lebewesens (weil alles, was da kreucht und fleucht ja eine Gefahr sein könnte) spricht auch nicht für eine sehr clevere Spezies.
    Ich wünsche halt eher den nicht-agressiven Menschen gute Besserung und weniger dem paranoiden Paarhufer und seinen Sprösslingen (die ich weder als gut noch als böse verkläre, sondern möglichst nüchtern betrachte).
    Noch irgendwelche "sinnvollen" Anmerkungen?

  9. 10.

    Ein Tier, dass seine Jungen schützt als dumm zu bezeichnen, offenbart den Intellekt des Tremor-enten Verfassers sinnleerer Worte.
    Ich wünsche dem Muttertier und den Jungen ein langes Leben, den Verletzten gute Besserung und mir mehr Hirn bei einigen Menschen.

  10. 9.

    Sehr richtig wie Sie es beschreiben. Diese Herangehensweise war einfach dumm und einfältig von beiden.

  11. 8.

    Man mag kaum daran denken, was beispielsweise mit einem Kind, einem seh- oder gehbehinderten Menschen passieren könnte, sollte es/er mal versehentlich auf eine so dumme Sau zugehen.
    Verschlimmernd kommt in diesem Fall hinzu, dass es mitten im Wald oft keinen Netzempfang gibt und es mitunter schwer sein dürfte, genaue Standortangaben zu machen.
    Geringfügig ließe sich da wohl gegensteuern, gäbe es auch im finst'ren Tann mehr nummerierte Schilder mit (erkennbaren) Ortsangaben und (lesbare und ebenfall nummerierte) Kilometersteine, sowie vorübergehende Fluchtmöglichkeiten wie Hochsitze u. Ä.
    Irgendwie hab ich jetzt Appetit auf Schweinebraten.
    Den Verletzten mein Mitgefühl und gute Besserung.

  12. 7.

    Ja, glaubt es wohl. Und beim Wort Tele, geht's für ihn danach nur mit 'fon' weiter. Das Thema... - Objektiv kennt er wahrscheinlich nur aus Geschichtsbüchern.

  13. 6.

    Was Sie meinen ist Spielzeug. Mit einem richtigen Tele können Sie aus 100 m Entfernung die Ohrhaare der Sau zählen. Oder meinen Sie, wenn Sie im Fernsehen dem Löwen bis zum Zäpfchen sehen können haben die Kameraleute 5 m vor dem Löwen gesessen?

  14. 5.

    PS: Trackt die Karte die "Problembache" eigentlich live oder ist die einfach nur Quatsch? :)

    Und, ja, ich weiß dass Kommentatoren hier öfter mal Karten zu Beiträgen fordern, aber gerade hier hat sie jetzt doch überrascht.

  15. 4.

    Und mit dem Tele hätte er jetzt was machen sollen? Die Hecke von weitem fotografieren? Keiner war dabei, aber nur Profis am Start hier.

  16. 3.

    Tut mir leid, aber wie blöd muss man sein, um sich einer Bache mit Jungen zu nähern?

  17. 2.

    Na, wenigstens haben beide Personen jetzt was daraus gelernt. Mir wurde schon in der Schule beigebracht, wie man sich zu verhalten hat bei Wildschweinen. Besonders wenn Bachen junge haben. Hat eigentlich dieser Fotograf nie gelernt mit einem entsprechenden Objektiv umzugehen? Damit hätte er sich gar nicht soweit vorzuwagen brauchen. Kopfschüttel.

  18. 1.

    Jeder weiß, dass diese Unfälle im Frühjahr passieren, wenn man sich annähert, stehen immer wieder in der Presse, könnte sogar tödlich enden.

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