Auerhahn bei der Bodenbalz (Quelle: imago/Reiner Bernhardt)
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Audio: Antenne Brandenburg | 12.04.19 | Florian Ludwig | Bild: imago stock&people

Naturprojekt im Elbe-Elster-Kreis - Auf Auerhuhnjagd in Schweden

Das Auerhuhn soll in Brandenburg wieder heimisch werden. Dafür werden regelmäßig Tiere in Schweden eingefangen, um sie im Elbe-Elster-Kreis wieder anzusiedeln. Die Fangaktion mit Netzen und Keschern ist schwierig, zeigt aber erste Erfolge.

"Jagd" mit Netzen, Keschern und Autos

Seit 2012 werden regelmäßig Auerhühner in Schweden gefangen, um sie nach Brandenburg zu bringen. Dreimal im Jahr findet die Fangaktion statt. Alexander Zimmermann, Leiter des Auerhuhn-Projektes im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft erzählt, dass 60 Tiere pro Jahr gefangen werden dürfen.

Im April und Herbst werden Hähne gefangen, im Mai Hennen, so Zimmermann. Hähne werden dabei deutlich seltener gefangen, die Einzelgänger kommen nur im April an bestimmten Balzplätzen zusammen. Nur dann gibt es die Chance zwei oder drei Tiere auf einmal zu fangen. Bei der Aktion werden Bodennetze verwendet, in denen sich die Auerhähne verfangen sollen. Im Mai und im Herbst werden die Auerhühner mit langen Keschern aus fahrenden Autos heraus gefangen.

Projekt läuft zunächst bis 2021

Ist ein Tier gefangen, muss es schnell gehen. Sofort setzen sich zwei Jäger ins Auto und fahren ohne Pause zurück nach Deutschland. Auerhühner vertragen laut Zimmermann längere Käfighaltung nicht. Daher ist das Fangen in Schweden auch ein Vorteil. Bei einem anderen Fangprojekt in Russland mussten Tiere zunächst vier Wochen in Quarantäne.

Zimmermann hofft, dass das bis 2021 festgelegte Projekt fortgesetzt wird. Von 300 Tieren, die für eine Arterhaltung nötig wären, leben derzeit etwa 150 im Elbe-Elster-Kreis. 

Der Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft erklärt auf seiner Internetseite, dass das Auerhuhn einst der Charaktervogel der Lausitz gewesen ist. Durch verschlechterte Lebensbedingungen wurden die Tiere aber vertrieben. Mit der Fangaktion sollen die Vögel wieder heimisch werden.

Kommentar

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1 Kommentar

  1. 1.

    Ich hoffe nicht, dass diese willkürlich ausgesetzten Tiere bald Menschen anfallen.... Wird doch beim Wolf sicher auch passieren. ;-)

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