Feuerwehrleute stehen in Cottbus auf einem Recyclinghof vor einem qualmenden Müllberg (Quelle: ZB/Michael Helbig)
Video: Brandenburg aktuell |14.04.2019 | Anja Meyer | Bild: ZB

B97 wieder offen - Großbrand auf Recycling-Anlage ist weitgehend gelöscht

Wegen eines Großfeuers auf dem Gelände einer Recycling-Anlage bei Cottbus war die Stadt Forst in der Nacht zu Sonntag ohne Strom. Die Versorgung war am Morgen wieder hergestellt. Die B97 ist inzwischen wieder frei. Die Löscharbeiten sind fast beendet.

Der Großbrand auf einer Recycling-Anlage bei Cottbus ist weitgehend gelöscht. Der Einsatz sollte am frühen Sonntagnachmittag beendet werden, wie ein Sprecher der Cottbuser Feuerwehr mitteilte. Der Abfallhaufen auf der Recyclinganlage wurde am Vormittag weiter auseinandergezogen, letzte Schwelbrände wurden beseitigt. Die Bundesstraße 97, in deren Nähe sich die Anlage befindet, sei seit Sonntagvormittag wieder für den Verkehr freigegeben, sagte der Sprecher.

Forst (Spree-Neiße) zeitweise ohne Strom

Seit dem frühen Samstagnachmittag hatten auf dem Gelände der Anlage Gewerbeabfälle gebrannt. Die Feuerwehr war mit 107 Einsatzkräften sowie 38 Fahrzeugen im Einsatz. Die Löscharbeiten erstreckten sich auf eine Fläche von rund 250 Quadratmetern.

Das gesamte Stadtgebiet in Forst (Spree-Neiße) war in der Nacht zu Sonntag von der Stromversorgung abgekoppelt worden. Wegen Sprühnebels, der auf einen Hochspannungsmast niederging, wurde die Energieversorgung aus Sicherheitsgründen zeitweise abgeschaltet. Bereits am Samstagnachmittag war die Stromleitung vorübergehend gekappt worden. Seit Sonntagmorgen ist die Stadt Forst wieder mit Strom versorgt.

Ursache des Brandes bislang unklar

Die Ursache des Brandes ist unklar. Laut eines Unternehmenssprechers war das Feuer beim Aufschütten des Abfalls entdeckt und die Feuerwehr alarmiert worden. Kartons, Holz und Kunststoffe sind von den Flammen erfasst worden. "Selbstentzündung ist bei dem unsortierten Müll leider keine Seltenheit", sagte er. Die Anlage sei in den vergangenen Wochen mehrfach kontrolliert worden.

Sendung: Inforadio, 13.04.2019, 16:20 Uhr

Kommentar

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14 Kommentare

  1. 14.

    Rohstofftiger hat permanent 20.000 t strategische Reserve an Ersatzbrennstoff in Ballen gelagert, um Störungen bei der Braunkohleversorgung für Jänschwalde auszugleichen.
    Daneben wird gerne konditionierter heizwertreicher Müll dort verbrannt, da für Müll keine CO2-Abgabe anfällt, die mittlerweile genauso hoch ist, wie die Gewinnungskosten für Braunkohle.

    Einer, der sich auskennt...

  2. 13.

    Larifari. MIt Gefahr für die Bevolkerung war sicher der Brand bzw das Feuer selbst genmeint.
    Das abfackelnede Kunststoffe nicht gerade der Geundheit förderlich sind ist allgemein bekannt.

    Mir stellt sich vielmehr die Frage welcher volldepperte Beamte die Freifläche unter bzw so nah an der Freileitung zur Lagerung dieses "IGewerbeabfalls" genehmigt hat, von dem der Unternehmenssprecher schon sagt "Selbstentzündung ist bei dem unsortierten Müll leider keine Seltenheit"!

  3. 12.

    Mit ihrem umfangreichen Wissen wäre doch ein Job in Sachen Umwelt hier in Brandenburg ideal. Solch ein Wissen kann man doch nicht ungenutzt lassen. :-)

  4. 11.

    "Keine Gefahr für die Bevölkerung." Schon klar. Wie beim Brand in Brozek. Wir als damals betroffene Anwohner glauben euch eure Märchen nicht mehr. Könnt ihr euch schenken. Hört auf die Bürger zu veräppeln!

  5. 10.

    Wenn "Selbstentzündung keine Seltenheit" ist, ist die Frage sehr berechtigt - und auch warum dann nicht schneller gelöscht wird? ;) In der Brandbeurteilung unten (6) wird mit einer Reaktionszeit nach Brandausbruch von 6 Minuten bis zum Löscheinsatz gerechnet. Mehr zum Unternehmen hier: https://www.ra-bergdolt.de/blog/834/eurologistik-umweltservice-ubernimmt-rohstofftiger-gesellschaft-sowie-logistikbereich-der-ffk-environment-aus-dem-insolventen-ffk-konzern/
    "Die FFK Environment GmbH ... zählt zu den führenden Herstellern klimafreundlicher Ersatzbrennstoffe aus Abfällen in Deutschland. Ersatzbrennstoffe ersetzen fossile Brennstoffe wie Braun- oder Steinkohle bei der Energieerzeugung in Kraftwerken und in der Zementindustrie. ... Die Rohstofftiger Gesellschaft ... mbH ist ebenfalls eine Tochtergesellschaft der FFK Environment und verarbeitet und verwertet Abfälle in einer aus zwei Werken bestehenden Aufbereitungs- und Entsorgungsanlage in Jänschwalde."

  6. 9.

    Leider kommt es in Brandenburg immer wieder zu Müllbränden; offenbar ein andauerndes Problem. Auf legalen und jahrelang geduldeten illegalen Deponien. @rbb Ich frag mich auch, was die Fachkräfte des Landesamtes "für Umwelt" und andere verantwortliche Behörden zur wirksamen Prävention von Müllbränden unternehmen. "Zu den alten Reifen, die vom Feuer verschont wurden, kommen nun die Brandreste. Auch die müssen entsorgt werden – als gefährlicher Sondermüll. "Grundsätzlich ist der Grundstückseigentümer dafür verantwortlich", teilt das LfU mit. Laut der Stadt Senftenberg gehört die Fläche einer Privatperson. Sie zur Entsorgung zu bewegen, dürfte nach dem Großbrand nicht einfacher werden." Was passiert, wenn die Grundstückseigentümer nicht verantwortlich handeln und die Umwelt gefährden? Vielleicht spannend für eine größere Recherche?!
    https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2018/07/illegales-reifenlager-senftenberg-brief-buergermeister.html

  7. 8.

    Auffallend oft brennen in letzter Zeit diese Müllhalden. Ist es Zufall oder einfach nur eine " kostengünstige Entsorgung" ?

  8. 6.

    Interessante Annahme. Anbei ein Zitat aus einer Studie für das Bayerische Landesamt für Umwelt: "Beurteilung von Kunststoffbränden: Freigesetzte Schadstoffe: Die wichtigsten Verbrennungsprodukte sind, mit Ausnahme der chlorierten und bromierten Dioxine und Furane, in den Tabellen 3-1 und 3-2 zusammengestellt. Neben der Stoffbezeichnung enthält Tabelle 3-1 auch die MAK-Werte und MAK-Spitzenwerte; für die krebserzeugenden Stoffe der Tabelle 3-2 werden die TRK-Werte und TRK-Spitzenwerte angegeben [16]. Die mit einem Stern markierten Stoffe Methan, Ethan, Propan, Butan, Ethen, Propen und 1-Propanol sind in der MAK-Werte-Liste nicht genannt. In diesen Fällen werden die MAK-Werte der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) zitiert. Für diese Stoffe sowie für Naphthalin existieren auch keine MAK-Spitzenwerte. ..." Seite 19 https://www.lfu.bayern.de/luft/doc/kunststoffbraende.pdf
    @rbb Werden Luftmessungen durchgeführt?

  9. 5.

    Ich habe in den Tagesanlagen des Tagebaues Jänschwalde gearbeitet und es ist so , wie ich es beschrieben habe. Die LKWs dieser Firma fahren rund um die Uhr den Müll zu verbrennen zum Kraftwerk. Vor zwei Jahren gab es einen ähnlich großen Brand in dieser Anlage. Die dort Tätigen erklärten, daß durch den Druck, der in solchen großen Müllhaufen entsteht und durch die verschiedenen chemischen Stoffe, die miteinander reagieren, Selbstentzündungen entstehen. Deshalb müssen die Haufen mittels Radlader ständig bewegt werden.

  10. 4.

    Woher beziehen Sie Ihr Wissen, dass ein Mülllagerplatz / Müllzwischenlager explizit für das KraftwerkJänschwalde dort brennt. Das ist m.W. nicht korrekt und erweckt einen falschen Eindruck.
    Es ist vielmehr irgendein Mülllagerplatz irgendeines Unternehmens.

  11. 3.

    Dort gibt es keine Anwohner. Neben der Mülldeponie, wo der Müll, bevor er im KW Jänschwalde verbrannt wird, zwischengelagert wird, liegen noch die Tagesanlagen der Tagebaus Jänschwalde. Der nächste Ort wäre Bärenbrück, ca 5 km entfernt.

  12. 1.

    Auf der Karte sieht es so aus als ob die Recyclinganlage in direkter Nähe zum künftigen Ostsee liegt. @rbb Wird hier fahrlässig das künftige Gewässer gefährdet? Wo gehen giftiger Rauch und Asche nieder?

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