Blick auf das Carl-Thiem-Klinikum in Cottbus am 11.04.2016 (Quelle: rbb/Thomas Krüger)
Audio: Antenne Brandenburg | 02.05.2019 | Bild: rbb

"Primärpfleger" - Cottbuser Krankenhaus startet neues Pflegemodell

Das Cottbuser Carl-Thiem-Klinikum (CTK) hat ein neues Pflegemodell gestartet. Es wird zunächst auf drei Stationen angewendet. Patienten werden dabei von einer "Primärschwester" betreut: von der Aufnahme bis zur Entlassung und auch darüber hinaus.  

Im größten Krankenhaus der Lausitz, im Cottbuser Carl-Thiem-Klinikum (CTK), gibt es seit Anfang Mai sogenannte "Primärschwestern" beziehungsweise "Primärpfleger". Sie sind Teil eines neuen Pflegemodells, das im CTK zunächst auf drei Stationen eingeführt wurde. 

Die Klinikleitung will mit dem neuen Modell die Zufriedenheit der Patienten erhöhen und auch die Zufriedenheit der Mitarbeiter.

Feste Ansprechpartner für Patienten und Angehörige

"Die Primärschwester ist von der ersten Minute an für den Patienten da. Angefangen von der Aufnahme bis zur Entlassung", sagt Pflegedirektorin Andrea Stewig-Nitschke.

Für jeden Patienten und seine Angehörigen gibt es dabei einen festen Ansprechpartner. Muss der Patient zum Röntgen oder zur Physiotherapie, weiß das die zugeteilte Krankenschwester oder der Pfleger und bringt ihn bei Bedarf auch dorthin. Auch die Zeit nach der Entlassung wird von der Primärschwester oder dem Primärpfleger organisiert. Dabei geht es zum Beispiel um die häusliche Betreuung oder das Abstimmen von Arztterminen.  

Händeringend Nachwuchs gesucht

Die Zahl der Pflegebedürftigen in Brandenburg steigt rasant. Bis zum Jahr 2040 werden fast 174.000 Menschen auf Hilfe angewiesen sein. Dadurch wird auch der Bedarf an Pflegekräften stark wachsen: Von jetzt knapp 40.000 auf fast 60.000. Zu diesem Ergebnis kommt eine im vergangenen Jahr vom brandenburgischen Sozialministerium veröffentlichte Studie.

Die Direktorin des Pflegedienstes im Carl-Thiem-Klinikum Cottbus, Andrea Stewig-Nitschke.

Im Cottbuser Carl-Thiem-Klinikum werde man deshalb in Zukunft auch auf ausländische Pflegekräfte setzen, sagt Pflegedirektorin Andrea Stewig-Nitschke. Zudem forderte sie im Gespräch mit rbb|24 bessere Rahmenbedingungen von der Politik. Zum Beispiel, wenn es um die Ausbildung und Bezahlung von Pflegekräften geht.

"Es ist eine schwere, aber auch eine wundervolle Arbeit", so die Pflegedirektorin. Große Hoffnungen setzt sie in die größte Medizinische Schule Brandenburgs, die sich auf dem Gelände des Cottbuser Krankenhauses befindet. 500 Krankenschwestern und Pfleger werden hier derzeit ausgebildet.  

Neues Pflegemodell soll schrittweise ausgeweitet werden

Zum Start im Mai wurde das Modell "Primärpflege" auf drei Stationen der Cottbuser Krankenhauses eingeführt. In den kommenden vier Jahren sollen weitere der insgesamt 50 Stationen im CTK folgen.

Das Cottbuser Krankenhaus ist mit 2.500 Mitarbeitern und Auszubildenden der größte Arbeitgeber in der Stadt. Mehr als 100.000 Patienten werden pro Jahr im CTK stationär und ambulant behandelt.

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