Flutungam künftigen Cottbuser Ostsee (Foto: imago/Weisflog)
Audio: Antenne Brandenburg | 08.05.2019 | Daniel Friedrich | Bild: www.imago-images.de

Zu trocken in Brandenburg - "Flutung der Tagebauseen steht an letzter Stelle"

Kaum wurden vor einem Monat die Wasserhähne für den Cottbuser Ostsee aufgedreht, da hieß es wieder: Flutungsstopp. Aufgrund der langen Trockenheit ist nicht genug Spreewasser da, um auch den neuesten der Lausitzer Tagebauseen zu füllen.

Für die Flutungsverantwortlichen kam es nicht überraschend, dass der Wasserhahn wieder geschlossen ist - das Wasser wird an anderen Stellen dringender gebraucht. "Der Sommer ist nicht die Jahreszeit zum Fluten", erklärte am Mittwoch die Leiterin der Flutungszentrale, Doris Mischke.

Doris Mischke vor den Monitoren in der Flutungszentrale Senftenberg (Foto: rbb/Friedrich)
Bild: rbb/Friedrich

An Berlin und den Spreewald denken

Von der Flutungszentrale Lausitz in Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) aus werden die entstehenden Lausitzer Bergbauseen mit überschüssigem Wasser aus Neiße, Spree und Schwarzen Elster versorgt. Doch geflutet werde zur Zeit nicht viel, sagte Mischke. Im Sommer werde eher Wasser aus den Speichern an die Flüsse abgegeben, damit die Flüsse in Bewegung bleiben - und so zum Beispiel der Spreewald und Berlin mit Wasser versorgt werden. "Wir sind dazu da, dass die Nutzer wie Kraftwerke oder Binnenfischer ihre Mindestwasseranforderungen bekommen", erklärt Mischke.

Cottbuser Ostsee hat niedrige Priorität

Täglich gehen in der Flutungszentrale über 200 Messwerte ein. Absprachen werden getroffen, etwa mit der Talsperrenverwaltung von Sachsen, dem Brandenburger Umweltamt und dem Berliner Senat. Von ihnen bekommen die Wasserexperten in Senftenberg einmal pro Woche einen Plan. Darin steht, wieviel Wasser der Neiße, Spree und Schwarzen Elster entnommen oder zugeführt werden darf.

Der Cottbuser Ostsee steht in diesen Tagen nicht in dem Papier. Denn noch fließt zu wenig Wasser in der Spree. Grund ist die anhaltende Trockenheit. Zu wenig Regen, stattdessen Sonne und Wind. Deshalb wurde die Flutung aller Lausitzer Tagebaue gestoppt. Für die Flutungszentrale gibt es eine klare Rangordnung, von wichtig bis weniger wichtig. "An letzter Stelle ist die Flutung und Nachsorge der Tagebauseen eingeordnet", betont Doris Mischke. Wichtig ist vor allem, dass jederzeit Wasser aus den Speichern entnommen werden kann.

Flutung ist trotzdem im Zeitplan

Insofern kam auch für den Energiekonzern Leag, der den Cottbuser Ostsee betreibt, der Flutungsstop nicht überraschend - gerade mit Blick auf den Dürresommer 2018. "Wir wussten, dass sich über den Jahreswechsel 2018/2019 der Wasserhaushalt nur ein klein wenig erholt hat", sagt Chef-Geologe Ingolf Arnold.

Weil für die Flutung aber ohnehin ein Puffer eingebaut ist, geht er auch weiterhin davon aus, dass der Cottbuser Ostsee 2025 gefüllt sein wird. Es soll der größte künstliche See Deutschlands werden.

Text mit Informationen von Daniel Friedrich.

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2 Kommentare

  1. 2.

    Ist leider nur scheinbar eine Alternative, wegen dem Klimawandel haben Millionen im vorigen Jahr angepflanzte Bäume den Sommer nicht überstanden. Außerdem hat der Bergbau auf hunderten Quadratkilometern die Grundwasserleiter zerstört.
    Betrachtet man alle Folgen dieses Raubbaus an der Natur wird der "billige subventionsfreie " Kohlestrom noch sehr teuer werden.

  2. 1.

    Alternativ könnte man auch aufforsten. Nicht nur Kiefern sondern auch Laubbäume. Ja, es ist teurer und ohne weiteres wächst kein Laubbaum auf magerem Boden. Aber sinnvoller wäre es.

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