25.06.2019, Brandenburg, Lieberose: Ein Hubschrauber der Bundespolizei nimmt Wasser im Teerofensee auf (Quelle: ZB/Patrick Pleul)
Video: Brandenburg Aktuell | 27.06.2019 | Rico Herkner | Bild: ZB/Patrick Pleul

Lieberoser Heide und Ziltendorf - Dritter Hubschrauber löscht Feuer in Brandenburg

Der Waldbrand in der Lieberoser Heide hat sich nicht ausgebreitet, es brennt aber weiter auf etwa 100 Hektar. Nachdem ein Löschhubschrauber für einen anderen Brand abgezogen werden musste, soll nun ein weiterer Helikopter der Bundespolizei helfen.

Die Bundespolizei stockt ihre Hilfe für die Großbrände in Brandenburg auf. Ein zusätzlicher großer Hubschrauber mit 2.000 Liter Fassungsvermögen für Löschwasser sei für den Einsatz in der Lieberoser Heide geordert. Das kündigten Bundespolizeipräsident Dieter Romann und Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) am Donnerstag bei einem Besuch in Lieberose an.

Ein anderer musste von dort für einen Brand zwischen Frankfurt (Oder) und Eisenhüttenstadt im Kreis Oder-Spree abgezogen werden. Ein kleiner Hubschrauber der Bundespolizei mit 600 Liter Fassungsvermögen blieb allerdings in der Lieberoser Heide nördlich von Cottbus. Der Brand dort war unter Kontrolle, der an der Oder stabil. Die Flächen sind in beiden Fällen mit Munition belastet - das erschwert die Löschung.

Der Bundespolizeipräsident machte deutlich, dass die Hilfe grundsätzlich an Kapazitätsgrenzen stößt. "Das machen unsere Kräfte gerne", sagte Romann, er betonte aber: "Was wir machen, machen wir nebenbei in Amtshilfe. Wir kommen immer häufiger bei der Waldbrandbekämpfung in Konflikt mit den polizeilichen Aufgaben." Die Bundespolizei hat nach seinen Angaben 92 Hubschrauber, davon würden 18 für die Luftrettung im Zivilschutz verwendet. Romann und Schröter werteten es positiv, dass die Innenminister der Länder den Bund baten, die Kapazitäten für die Brandbekämpfung aus der Luft zu überprüfen.

Brand am Montag ausgebrochen

In der Lieberoser Heide kämpft die Feuerwehr bereits seit Montagmorgen gegen den Waldbrand. "Man muss das Feuer permanent beobachten, weil es sich dynamisch entwickelt", sagte Wehrführer Michael Mummert von der Feuerwehr in Bagenz (Spree-Neiße). Der 45-Jährige fuhr eines der Tanklöschfahrzeuge. "Den ganzen Tag in der Gluthitze - wir waren alle sehr erschöpft", sagte der Feuerwehrmann der Nachrichtenagentur DPA.

24.06.2019: Ein Hubschrauber der Bundespolizei fliegt bei Löscharbeiten über einem Waldstück in der Lieberoser Heide (Quelle: Bundespolizei/dpa)Es brennt auf einer Fläche von rund 100 Hektar

Insgesamt waren am Mittwoch etwa 180 Einsatzkräfte mit 45 Fahrzeugen vor Ort. Hilfe kam von den Feuerwehren aus den Landkreisen Oberspreewald-Lausitz und Potsdam-Mittelmark. Zudem unterstützen das Deutsche Rote Kreuz, der Katastrophenschutz und der Kampfmittel-Beseitigungsdienst des Landes Brandenburg die Löscharbeiten. Nach Angaben des Innenministers waren bereits über 300 Kräfte im Einsatz. In der Lieberoser Heide brannten bereits im vergangenen Jahr 400 Hektar Fläche.

Aus zwei Seen in der Nähe des Brandgebietes konnte beim aktuellen Einsatz Wasser zum Löschen genutzt werden. Das Technische Hilfswerk hat ein Rohrsystem installiert. Damit verkürzten sich die Löschwege.

Fenster und Türen sollten geschlossen bleiben

Wegen des Feuers kam es nach Angaben der Regionalleitstelle Lausitz bei Butzen-Byhlen auch am Mittwoch im Umkreis von etwa zehn Kilometern zu einer starken Rauchentwicklung und Geruchsbelästigung. Daher wurde eine Amtliche Gefahrenmitteilung herausgegeben.

Die Feuerwehr bat alle Bewohner in der Region, weiterhin Fenster und Türen geschlossen zu halten. Der Brandgeruch ziehe auch in Richtung Nordwesten. Von Geruchsbelästigung betroffen sind laut Regionalleitstelle Nordwest auch Brandenburg an der Havel und Potsdam-Mittelmark. Eine aktuelle Gefährdung liege aber nicht vor.

Grund für die starke Rauchentwicklung sei, dass richtiger Waldbestand brenne, wie der Waldbrandschutzbeauftragte des Landes Brandenburg, Raimund Engel, dem rbb sagte. Nach derzeitigen Angaben handelt es sich um Kiefern und Mischwald. Bei einem großen Brand im Juli 2018 Jahr hatte überwiegend Vegetation am Boden gebrannt.

Löscharbeiten könnten Tage dauern

Ausgebrochen war das Feuer am Montagmorgen. Nach Angaben des Landkreises brennt es seitdem in einem dicht bewachsenen Areal nördlich des Teerofensees zwischen den Ortschaften Byhlen und Klein Liebitz. Die Löscharbeiten könnten sich noch einige Tage hinziehen. "Wir richten uns darauf ein, dass der Einsatz in der Lieberoser Heide mindestens noch mehrere Tage, wenn nicht länger als eine Woche andauern wird", sagte Innenstaatssekretärin Katrin Lange. "Sobald zusätzliche Fahrzeuge benötigt werden, werden wir das in Potsdam koordinieren." Einsatzkräfte auch aus anderen Landkreisen seien bis zum kommenden Mittwoch durchgeplant.

Kritik an verzögerten Brunnenbohrungen

Der Landrat von Dahme-Spreewald, Stephan Loge (SPD), kritisierte im rbb, dass die Landesregierung nach den Bränden des vergangenen Jahres noch keine Brunnen für Löscharbeiten gebohrt habe. Außerdem seien die sandigen Waldwege ein großes Problem für die Löschfahrzeuge.

Lange betonte, das Land sei deutlich besser aufgestellt als im vergangenen Jahr. Im Ministerium gebe es ein Krisenzentrum, das die Einsatzkräfte unterstütze. Außerdem seien Förderrichtlinien umgestellt und neue Technik angeschafft worden, sagte Lange dem rbb. Das Land stelle zudem Gelder zur Verfügung, um Brunnen zu bohren, dafür müssten von den Eigentümern aber Anträge gestellt werden.

Ungefährer Brandort

Sendung: Antenne Brandenburg, 27.06.2019, 11 Uhr

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 1.

    Warum kommen die Hubschrauber der Landespolizei nicht zum Einsatz. Schließlich ist auch der abwehrende Brandschutz Ländersache. Oder ist die Eigenwerbung des Landes für seine Hubschrauber falsch?

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